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Brocken Wings - I´m falling



Made by: Blaqqxbutterfly & Macy
Age: FSK 16
Name: Broken wings – I’m falling
Art: Drama; FanFiction
Disclaimer: Alle Ideen stammen von Blaqqxbutterfly und Macy. Parallelen oder Übereinstimmungen mit wahren Begebenheiten oder ähnlichem, sind unbeabsichtigt; Alle Charaktere und Personen, außer Tokio Hotel, sind frei erfunden und existieren nicht.
Hauptpersonen: Finn, Malika Krause, Tom, Bill (vorwiegend), später Lian, Frieda
Nebenpersonen: Georg, Gustav, Leona, Sandra, die Eltern von Finn und Malika, Horst-Herbert (Chef von Mali)

Copyright by: Blaqqxbutterfly & Macy

Anmerkungen: Die gesamt Story ist in 3 Fanfictions geteilt.



1. Teil: You´re not enough


Inhalt: Ein verhängnisvoller Abend.
Alles beginnt im ‚Malibu‘, einem Club in Hamburg.
Mailka geht zusammen mit ihrem besten Freund Bill in diesen Club, da ihr Freund, Tom, es vorzieht, nicht hinzugehen.
Dort beginnt für Mali die Hölle und zugleich öffnet sich das Tor ins Paradies…
Der Beginn einem verzweifeltem Kampf um die Liebe, indem die Wahrheit vielleicht nie ans Licht kommt…


Chapter One:


„Oh bitte, komm schon Schatz.“, flehte sie ihren Freund an.
„Nein, ich habe absolut keine Lust ins Malibu zu gehen.“, antwortete der jedoch genervt.
Malika, war ein ganz normales Mädchen, das gerne Party machte, nur ihr Freund war auf dem Gebiet ein wenig eigensinnig, seit dem sie zusammen waren.
Er wollte nicht mit ihr los, warum wollte er ihr nicht sagen. Sie wusste leider kaum etwas über ihn, und das obwohl sie schon über ein Jahr zusammen waren. Nie wusste sie wie es ihm ging, wenn er Probleme hatte, kam er nie zu ihr, sondern ging zu seinem Bruder.
„Warum nicht?“, fragte sie neugierig, sie hasste es, wenn sie keinen Grund für seine Antworten bekam.
„Ich habe einfach keine Lust, okay? Kapier es doch endlich, dass du nicht der Nabel der Welt bist.“, motze er sie an.
„Wie bitte? Hab ich dich richtig verstanden?“, kreischte sie, das hatte wehgetan. Wie ein Schlag ins Gesicht. Das machte sie furchtbar wütend.
„Ist doch wahr. Geh doch sonst wohin, ich hab keine Lust immer mitkommen zu müssen.“, motzte er wieder.
„Du hast sie doch nicht mehr alle, dann frag ich halt Bill, ob er mitkommen möchte, das macht sowie so viel mehr Spaß als, wenn man mit dir Party machen geht.“, zischte sie wütend. Wie konnte er sich so was denn bitte erlauben? Ging’s ihm noch gut?
„Mali, Schatz. Tut mir leid, aber bitte geh nicht mit Bill.“, flüsterte er.
„Hmm, ich hör Stimmen, hast du was gesagt?“, fragte sie gleichgültig, schmiss sich ihre Jacke über und knallte die Tür, nachdem sie aus dem Hotelzimmer gegangen war hinter sich zu.
„Der spinnt doch jetzt total.“, führte sie ein Selbstgespräch, während sie an der Tür zu Bills Suite klopfte.
Die Tür öffnete sich und ein schwarzer Wuschelkopf schaute sie an; „Na Engel.“, grinste er sie an.
„Na du Devil.“, lachte sie.
„Was los?“, fragte er auch direkt, als es ihren Gesichtsaudruck sah.
„Ah weißt du Tom spinnt mal wieder, ich bin nicht der Nabel der Welt, sagt er und deswegen wollte ich dich fragen, ob du mit ins Malibu kommst?“, schaute sie ihn unsicher an.
„Hm, das muss ich mir wohl noch gaaaanz stark überlegen.“, schaute er sie an.
„Wiiiie jetzt?“, fragte Malika ihn verwirrt.
„Maaan, stehst du aufm Schlauch. Na klar komm ich mit.“, erklärte er und grinste sie teuflisch an.
„Dann mach dich fertig. Ich schlaf heute bei dir.“, bestimmte sie kurzerhand den Ablauf des Abends.
„Ah okay. Dann würd ich sagen, du holst deine Sachen her, wenn du nicht willst, dass du naher um halb fünf Uhr Morgens oder so noch mal rüber musst.“, erklärte er und lächelte sie an.
„Oh Bill, du bist echt ein Schatz. Danke.“, umarmte sie ihn und lief zu ihrem und Toms Zimmer.
Sie zog die Keycard durch den Leser und die Tür sprang auf. Tom schaute sie traurig an, sie wollte doch ernsthaft mit Bill los.
„Schatz, es tut mir doch leid. Ich will doch nur nicht, dass dich jemand angräbt.“, sagte Tom traurig, schon einmal hatte er das alles durch machen müssen.
„Talk to my hand. Oh die Hand hat keine Lust mehr.“, sagte Mali, schmiss ihre Sachen in den Koffer und Tom packte sie von hinten.
„Was willst du?“, fragte Malika kalt. Tom klammerte sich förmlich an sie, doch er antwortete ihr nicht.
„Tom, verdammt noch mal, lass mich los, oder du siehst mich nie wieder.“, schrie Malika.
Das wirkte, Tom ließ sie tatsächlich los. Er schaute sie mit Tränen in den Augen an, dann drehte er sich um und ging ins Bad. Mali hörte nur noch wie sich der Schlüssel drehte.
Sie nahm ihren Koffer und sagte laut: „Ich komm heute nicht mehr wieder. Findest mich bei Bill.“ Schleppte ihn raus und schloss die Tür hinter sich.

Sie lief den Flur entlang und schleifte ihren Koffer hinter sich her. Für drei Tage war er doch ein wenig zu überfüllt, aber es war ihr egal, sie klopfte wieder an Bills Zimmertür und ein fertig geschminkter Bill stand vor ihr.
„Bist du krank?“, fragte sie, da es Bill überhaupt nicht ähnlich sah, so schnell fertig zu werden.

Chapter Two:


„Nein? Wieso?“, fragte er und grinste sie weiter an. „Na, du bist im Eiltempo fertig! Ganz was Neues!“ „Na ja, bin eben immer wieder für Überraschungen gut! Können wir dann?“, fragte er sie und sie nickte. „Dann los!“ Nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatten, machen die beiden sich auf den Weg zum Fahrstuhl, dann durch die Hotelhalle und raus auf die Straße. Bis zum Malibu war es nicht weit und so liefen sie die paar Straßen einfach. Um die Uhrzeit würde sie auch sicher kein Fan mehr ansprechen.
Sie hatten den Club nach wenigen Minuten erreicht und tatsächlich ohne, dass sie ein Fan angesprochen hatte. Nach einer Kontrolle an der Tür, wurden sie eingelassen und suchten sich einen Platz.
Die Musik dröhnte laut aus den Boxen und eine Unterhaltung war nur schwer möglich. Doch sie waren auch nicht zum reden hierhergekommen, sondern um ein wenig zu feiern. Nachdem sie einen Platz gefunden hatten, schmissen sie ihre Jacken hin und machten sich auf den Weg zur Bar.
„Was willst du trinken?“, fragte Bill Mali und sah sie dabei fragend an. „Ein Cola-Wodka, dass ist genau das, was ich jetzt brauche!“, sagte sie und hielt einige Minuten später ein Glas mit dunkler Flüssigkeit in ihren Händen. Sie gingen zurück zu ihrem Platz und stellten die Getränke auf den Tisch. „Na, hast du Lust zu tanzen?“, fragte Mali ihren Begleiter und der Nickte nur widerspenstig. „Man, nun zieh’ nicht immer so eine Floppe!“, neckte sie ihn und zog ihn einfach mit zur Tanzfläche. Es lief gerade irgendein rockiges Lied und sie bewegte sich anregend, wie es ihr Begleiter fand, auf der Tanzfläche. Wie als hätten alle Paare sehnsüchtig darauf gewartet, spielte der DJ ein langsames Lied und Mali zog Bill kurzerhand einfach an sich heran. Sie sah ihm tief in die Augen, sah das, was sie bei ihrem Freund auch sah, tiefes, dunkles, ehrliches braun. Nur fand sie, waren die Augen ihres Freundes schöner. Aber sein Blick war ebenfalls anziehend, hinreißend, wunderschön. Aber auf eine andere Art und Weise. Ehe sie wusste, was sie da tat, ehe sie begriff, welche Ausmaße das hatte, zog sie ihn an sich heran und küsste ihn. Verlangte nach einem Zungenspiel und bekam den Einlass, den er ihr sofort gewährte. Ein unglaubliches Gefühl durchzog sie. Ungewohnt. Fremd. Aber das ließ sie in diesem Moment völlig kalt. Sie genoss diesen Kuss. Genoss diesen Augenblick und wusste nicht, was sie denken sollte. Einerseits war sie noch so nüchtern, dass sie durchaus wusste, was sie hier tat, aber andererseits wollte sie diese Lippen, dieses Gefühl, diesen wunderbaren Geschmack nicht verlassen. Sie zog ihn mit sich. Wollte nicht, dass dieser wunderbare Kuss, den sie echt schön und angenehm fand, aufhörte. Sie zog weiter mit sich, bis sie sich sicher war, dort angekommen zu sein, wo sie hin wollte. Sie schaute auf, löste sich kurz von ihm und sah, dass sie an den Toiletten angekommen waren. Sie zog ihn ohne darüber nachzudenken mit in eine Kabine. Schloss ab. Schaute ihn gespannt an und zog ihn wieder an sich heran. Verlangte nach einem Kuss. Ließ ihre Zunge mit der seinen spielen und ließ ihre Hände an seinem Körper entlang wandern. Bis sie dort ankam, wo sie hin wollte. Sie berührte seine Hose, dort, wo sie schon eine Regung merkte. „Mali…ich…das können wir nicht machen!“ „Und ob wir das können…fick’ mich…“, sagte sie erregt und zog ihn wieder an sicher heran. Wollte, das er mit ihr schlief und ihr verlangen in die Tat umsetze.
So streiften auch seine Hände an ihrem Körper entlang und berührten sie. Überall. Zogen ihr die Hose aus, das Oberteil und die Unterwäsche. Bis sie nur noch im BH bekleidet vor ihm stand. Nun begann auch sie ihm seine Hose auszuziehen, das T-Shirt und hatte ihn dann auch seiner Boxershort entledigt. Sie zog an sich, wollte, dass er in sie eindrang, wollte ihn spüren, wollte, dass er mit ihr schlief. Sie wollte es. Jetzt. Hier. Und ohne über die Konsequenzen nachzudenken.
Sie spürte ihn kaum eine Sekunde später in sich. Sein hartes Geschlecht und seine Bewegungen. Langsam rotierend und bis sie sich schneller bewegten. Bis er sich schneller bewegte. Es ließ sie aufstöhnen. Sie senkte ihren Kopf nach hinten und wusste, dass sie jeden Moment zum Orgasmus kam. Ja, sie spürte es, wie sich die Gefühle in ihr aufstauten, bis sie ihren Höhepunkt erreichten. Bis sie sich nicht mehr halten konnte und laut aufstöhnte. Noch immer spürte sie ihn in sich und wusste nicht, was gerade wirklich mit ihr geschah. Dieser Höhenflug an Gefühlen war schnell vorbei und sie lösten sich voneinander. Zogen sich an, liefen raus, und taten beinah so, als wäre nichts geschehen. Doch innerlich nahm sie es sehr mit. Sie hatte gerade ihren Freund mit dessen Zwillingsbruder betrogen. Nachdenklich senkte sie ihren Blick auf den Boden. Was sollte nur aus ihr und Tom werden?
„Mali?“, sprach Bill sie an. Mali hob ihren Kopf und sah Bill gespannt an.

Chaper Three:


„Was denn?“, fragte sie verunsichert.
„Was… Was ist mit Tom?“, fragte Bill sie und schaute sie Schuldbewusst an.
Die Musik dröhnte aus dem Nebenraum.
.. And I know, that he knows I’m unfaithful…
Tränen stiegen in Malis Augen. Es tat ihr unglaublich Leid, dass sie Tom soeben betrogen hatte.
„Bill, das war falsch.“, flüsterte sie.
Bills Körper versteinerte sich.
„Mali, ich – ich liebe dich. Wirklich, anders kann ich es mir nicht erklären. Es ist dieses Gefühl, welches ich noch nie verspürt habe. Es ist so fremd und doch fühlt es sich wunderbar an. Verstehst du? Ich liebe dich.“, sprach Bill und schaute gedemütigt auf den Boden.

„Fuck, das geht aber nicht. Ich bin mit deinem Bruder zusammen. Bill du bist ein guter Freund für mich, nicht mehr, nicht weniger. Da wird nie mehr sein.“, schaute Malika Bill an, hob sein Kinn mit einem Finger, sodass er ihr in die Augen schauen musste und küsste ihn kurz auf den Mund.
Bill Herz zersplitterte in Tausend Teile. Eine einsame Träne bahnte sich den Weg über sein Gesicht und zog eine Spur von Kajal und Mascara über seine Wange.

Sie zog sich schnellstmöglich den Rest an und verließ dann ohne auf Bills Schluchzen zu achten die Kabine. Sie richtete schnell ihr Make-up und ihre Haare und verschwand dann aus der Toilette. Sie verschwand in der Menge.

Währenddessen vergrub Bill sein Gesicht in seinen Armen und Tränen liefen ihm unaufhaltsam über die Wangen. Wie konnte er sich denn nur so in Mali täuschen?
Sie waren doch gute Freunde, für Bill war sie seine beste Freundin. Diejenige, der er alles anvertrauen konnte.
Hatte sie ihn ausgenutzt?

Mali zog es zur Bar, wo sie auch prompt ein Junge ansprach.
„Nein, danke. Kein Interesse.“, entgegnete sie ihm und warf ihre langen dunkel braunen Haare in den Nacken und blickte ihn arrogant aus ihren Eisblauen Augen an.

„Aber...“, fing der Typ ihr gegenüber an.
„Kein aber. Ich möchte nichts mit dir zutun haben.“, zischte sie ihn an und bestellte sich einen Redbull–Wodka.
Der Barkeeper schaute sie skeptisch an und fragte letztendlich; „Wie alt bist du?“
Sie starrte ihn an.
„Wie bitte? Wollen sie mir ernsthaft weiß machen, dass sie meinen Ausweis sehen wollen?“, zickte sie ihn an.
Er nickte.
„Sie sehen zwar schon aus, wie 21, doch muss ich trotzdem schauen, wie alt sie sind. Sie kennen doch die Jugend von Heute.“, erklärte er.
Sie nickte und zog ihren Ausweis hervor und rieb ihn dem Barkeeper unter die Nase.
„Okay, das geht klar.“, nickte der Mann und drehte Mali kurz den Rücken zu um die Wodkaflasche zu holen.

Mali schaute sich um. Nirgendwo war Bill zusehen und doch dachte sie, sie würde beobachtet werden. Natürlich machte sie sich Sorgen um Bill und doch ließ es sie kalt.
Bill wusste ganz genau, dass Malika mit Tom zusammen war und machte sich trotz alldem Hoffnungen?
Jungs immer.
Der Sex war gut gewesen, das musste Mali sich eingestehen, doch Bill war nicht ihr Typ!
Bill musste endlich verstehen, dass nicht alle nach der großen Liebe suchten, so wie er, und manche sie sogar schon gefunden hatten.
Mali liebte Tom über alles, und doch betrog sie ihn. Warum, das wusste sie nicht.
Sie suchte den gewissen Kick.
Malika wollte niemandem wehtun, und doch tat sie es.
Ihr Blick fiel auf die Toilettentür, in dem Moment öffnete die Tür sich.
Bill trat heraus, seine Haare, die ihm vorhin noch glatt über die Schulter fielen, waren absolut durcheinander und seine Schminke auf seinem ganzen Gesicht verteilt.
Naher würde er bestimmt wieder Malika die Schuld in die Schuhe schieben, das taten sie alle.
Mali seufzte.
Sie kippte ihr Redbull Wodka auf ex runter und machte dem Barkeeper klar, dass sie noch einen wollen würde.
Jemand ließ sich auf den freien Hocker neben ihr plumpsen, wodurch sie ein wenig erschrak.

Chapter Four:


Mali drehte sich zu der Person um, die sich neben sie auf den Stuhl hatte plumpsen lassen. Fragend sie in diese braunen Augen.
„Was machst du denn hier?“ „Mich bei dir entschuldigen!“, antwortete er. „Warum?“, fragte sie die Person. „Weil es mir leid tut. Was ich vorhin gesagt habe, getan habe. Ich meinte es doch nur gut…du weißt, wie sehr ich dich liebe!“ Diese Worte stachen in ihr Herz wie ein scharfes Messer. Sie hatte die Person, die gerade neben ihr saß, betrogen. Mit seinem Bruder.
„Tom, ich find’s scheiße, dass du mir nicht vertraust. Ich wollte mit dir hierher, und nun bin ich mit Bill hergegangen. Ich wollte mir mit ihm einen schönen Abend machen, nachdem du ihn mir versaut hast. Du wolltest nicht, du hast mich angezickt, hast mich den Nabel der Welt genannt. Als wenn ich alles besser wissen würde…es tat einfach nur weh. Und nun wollte ich einfach hierher und jetzt tauchst du auf…“ „Ja, entschuldige…aber ich…ich wollte mich bei dir entschuldigen…bitte…bitte komm’ wieder mit ins Hotel…“ „Nein, tue ich nicht. Ich bleibe hier, du kannst ja gehen. Du hast mir den Abend total versaut…“ Na ja, wenn sie recht überlegte, war nicht nur er daran schuld, sondern auch der Sex mit Bill. Der so unendlich gut war…
„Ich…lass’ mich bitte einfach, Tom, bitte…“, sagte sie und drehte sich demonstrativ von ihm weg. „Malika…bitte…ich will das wieder gut machen!“ „Gut machen? Glaubst du etwa, dass ich jetzt mitkomme, wir miteinander schlafen und dann ist wieder alles gut? Nein, also lass mich bitte!“, fuhr sie ihn gereizt an und drehte sich wieder weg. Ließ er sie nun endlich in Ruhe?
„Mali…“ „Nein, und wenn du mich weiter nervst, dann-“ „Was dann?“, unterbrach er sie. „Man, jetzt lass mich bitte…bitte…“, flehte Mali schon beinah und nahm wieder einen Schluck aus ihrem Glas. Gerade als sie es auf dem Tisch abstellte, griff Tom ihr ans Handgelenk und hinderte sie somit an jeglicher Bewegung. „Sag mal spinnst du? Mach endlich das du wegkommst!“ „Was ist denn nur los? So kenne ich dich gar nicht. Wieso machst du das?“ „Wieso mache ich was? Wer hat denn bitte vorhin mit dieser scheiße hier angefangen?!“, fuhr sie ihn genervt und nun schon etwas sauer an. Es stank ihr eh schon bis zum Himmel, dass er hier aufgetaucht war. Aber eher deswegen, weil sie Angst davor hatte, dass er dahinter kommen würde. Hinter das, was eben passiert war. Mit ihr und Bill. Und das durfte er nicht wissen. Sie liebte ihn doch. Das merkte sie auch. Jedes Mal wenn sie ihn ansah, machten sich die Gefühle in ihr breit. Wollte sie mehr von ihm. Spürte immer wieder ein Verlangen, seine Nähe. Nein, nicht immer Sex. Der war ihr eigentlich egal. Nein, viel lieber wollte sie ihn richtig kennen, in seiner Nähe sein und das Gefühl besitzen, dass er ihr auch seine Probleme anvertraute. Dass er zu ihr kam, wenn’s ihm schlecht ging. Aber nein, da ging er ja lieber zu seinem Bruder. Vertraute er Bill etwa mehr, als ihr? Anscheinend.
„Tom, bitte…ich will mich nicht mit dir streiten…bitte…“ „Okay, ich mache nichts, was du nicht willst…, ich dachte nur, dass ich mich vielleicht bei dir entschuldigen kann. Wenn du aber nicht willst…sehen wir uns dann morgen früh?“ Man, wieso schaffte dieser Junge es nur immer wieder, ihr so ein schlechtes Gewissen einzureden?
„Okay, du hast gewonnen. Ich komme mit dir! Habe eh kein Bock mehr auf die Musik!“, sagte sie bestimmt und hakte ihre Hand in die seine ein und verließ zusammen mit Tom den Club. Ohne noch ein Wort mit Bill zu wechseln. Warum auch? Es würde doch alles verraten. Und sie hatte bekommen, was sie wollte.
Dieses unbeschreibliche Gefühl und das Verlangen wurden gestillt, welches ihr in seiner Gegenwart gespürte hatte. Das Dumme war nur, dass er sich in sie verliebt hatte. In die Freundin seines Bruders. Gab es da noch ein entrinnen?

Chapter Five:


Tom und Malika gingen Hand in Hand zusammen ins Hotel. Gott sei Danke erkannte sie niemand, da um die Uhrzeit keine Fans mehr unterwegs waren.
Tom schaute sie durchdringend an, als Mali das auffiel fragte sie; „Was ist denn los, Schatz?“
„Ah, alles okay. Ich will dich nicht verlieren.“, seufzte er und schaute nach dem Satz auf den Boden.
„Dann mach kein Scheiß…“, antwortete sie und lächelte ihn aufmunternd an.

Tom wusste nicht, dass Mali ihn betrogen hatte und sollte es auch niemals erfahren, denn das würde ihr Todesurteil sein.
Er starrte sie ungläubig an.
„Was denn?“, fragte sie Tom verwirrt.
„Du würdest doch nicht in dein altes Du zurückkehren, oder?“, fragte er. Mali schaute ihn prüfend an. Ihr altes Ich? Sie gab es ja zu, dass sie mal eine Playerin war. Sie hatte mit Jungs nur gespielt, sie ausgenutzt und dann verlassen. Sie hatte sich geschworen es bei Tom nicht zu tun und doch hatte sie ihn mit Bill betrogen vor nicht einmal einer Stunde.
Wenn sie ehrlich war, war es der beste Sex, den sie je im Leben hatte.
Es war aufregend, sehr gefühlvoll und geil zugleich.
Wenn Tom doch bloß auch so gut im Bett wäre, wie Bill.
Doch bekanntlich konnte man ja nicht alles haben, schade eigentlich, dachte sie sich.

Bald war das Paar am Hotel angekommen und Tom zog Mali in den Fahrstuhl.
Als das Geräusch, das zeigte, dass der Fahrstuhl da war, erklang, schaute Malika sich um. Alle Menschen stiegen aus dem Fahrstuhl und Tom zog sie hinein. Sie fuhren los.
Tom schaute Mali in die Augen und begann sie verlangend zuküssen. Er bettelte um Einlass und Mali gewährt ihn ihm. Kurze Zeit später drückte Tom den Stop-Knopf des Fahrstuhls und sie kamen sanft zum stehen.

Mali schaute Tom auffordernd an und küsste ihn daraufhin stürmisch.
Sie fuhr mit ihrer Hand unter sein Shirt und danach in seine Hose.
Tom machte mit und schon bald standen die beiden nackt voreinander.
„Tom.. Ich… Ich.. Ohhh.. Was wird das eigentlich?“, stöhnte sie auf, während Toms Hand zwischen ihren Beinen streichelte.
„Mal schau’n.“, grinste er sie versaut an. Er schob ihre Beine leicht auseinander und sie schlang sie um ihn, kurze Zeit später spürte sie sein hartes Glied in sich.
Sie warf ihre Haare in den Nacken und stöhnte seinen Namen.

Er bewegte sich immer schneller in ihr sie stöhnte immer wieder.
Plötzlich hörte Tom auf und schaute sie forschend an.
„Du hast eben ‚Bill weiiiter’ gestöhnt.“, sagte er sauer, entzog sich ihr jedoch nicht.
„Was?“, japste sie, er nickte ihr zu und schaute sie weiterhin böse an.
„Das kann gar nicht sein.“, flüsterte Malika hektisch.
„War ja auch nur Spaß.“, seufzte Tom und stieß hart in sie.
Sie stöhnte wieder auf. Tom machte sie schier wahnsinnig, doch Bill hatte es besser geschafft.

Langsam spürte sie eine einzigartige Gänsehaut ihren Körper empor kriechen.
Ihre Härchen stellten sich am ganzen Körper auf und mit einem überwältigendem Gefühl und einem lautem Stöhnen kam sie, während Tom sich in ihr ergoss.

Tom küsste sie noch einmal leidenschaftlich, bevor er sich aus ihr heraus zog.
Sie genossen, während sie sich eng aneinander drückten gemeinsam das angenehme Nachgefühl des Orgasmus.
„Ich liebe dich…“, hauchte Tom gegen ihr Ohr, was ihr Gänsehaut bereitete.
„Ich… ich dich auch.“, flüsterte sie und küsste ihn kurz auf den Mund.
„Lass uns langsam anziehen.“, sagte Tom in einem leisen Ton, um die Atmosphäre nicht zu zerstören. Es lag pure Erotik und Lust in der Luft.
Sie zogen sich schnell an und Tom drückte wieder auf den Stop-Knopf, um den Fahrstuhl wieder in Bewegung zu setzten.

Chapter Six:


„Tom?“, fragte Malika und schaute ihren Freund durchdringend an. Mittlerweile waren sie im Hotelzimmer angekommen, und noch immer lag eine gewisse Spannung in der Luft, die sie sich nicht ganz erklären konnte. Sie dachte an vorhin. An das, was vor dem passiert war, als sie und Tom im Fahrstuhl miteinander geschlafen hatten. „Was denn, Süße?“, riss er sie aus den Gedanken und Mali erinnerte sich daran, dass sie ihn eigentlich was fragen wollte.
„Ich…, warum hast du das vorhin mit Bill gesagt?“, fragte sie etwas barsch und wusste nicht, ob sie sauer sein sollte. Warum hatte er ihr das vorgehalten? Gemeint sie hätte es gesagt.
„Weiß nicht. Ich…wollte wissen, wie du darauf reagierst!“ „Wie ich darauf reagiere, ey, sag’ mal, was glaubst du bist du eigentlich? Dass ich an deinen Bruder denke, wenn ich mit dir schlafe? Du spinnst doch!“, fuhr sie ihren Freund gereizt an und setzte sich mit verschränkten Armen auf das Hotelbett.
„So war das doch gar nicht gemeint…es tut mir leid, Süße…wirklich!“ „Ach ja? Und wie kommst du überhaupt darauf, mich so etwas, in so einem Moment zu fragen?“, giftete sie weiter. Wenn sie auch wusste, dass sie in diesem Moment an seinen Bruder gedacht hatte. An diesen Wahnsinnssex. An das, was da zwischen Bill und ihr vorgefallen war. Doch sie wollte es wieder rückgängig machen. Schließlich tat sie sich und ihrem Freund nur weh. Und vorhin war wohl sie diejenige gewesen, die wollte. Nicht er.
„Aber…, man, es tut mir leid. Es kommt nicht wieder vor. Außerdem wollte ich wirklich bloß wissen, wie du reagierst. Schließlich weiß ich nicht, was ihr vorhin gemacht habt…“ Langsam platzte Mali der Kragen. Was sollte das denn bitte? Und warum hatte ihr Freund nur recht?
„Spinnst du jetzt total? Glaubst du wirklich, dass ich vorhin mit deinem Bruder gevögelt habe? Man, glaub’ doch was du willst. Ich lasse mir das nicht von dir gefallen…“, schrie sie ihn fast an und drückte ihr Gesicht in die Kissen, damit er ihre Tränen nicht bemerkte. Warum war es nur soweit gekommen? Wieso musste es denn nur sein? Damals. Sie erinnerte sich an die Zeit, in der sie noch nicht wusste, was lieben hieß. Was das war. Und nun hatte sie die Liebe gefunden und setzte sie wieder aufs Spiel. Sie wollte das doch nicht. Und warum tat es dann?
„Es tut mir leid, Mali, Schatz…, Schatz, ich habe es nicht so gemeint…“ Mit jedem Mal, wie er Schatz aussprach, durchfuhr sie ein Kribbeln. Ja, dieses Kribbeln, welches sie so sehr genoss. Die Tränen versiegten nicht, wurden stärker…
„Schatz, ich hab’s echt nicht so gemeint…“, sprach er ganz leise, aber deutlich zu ihr. Er lag direkt neben ihr und strich ihr sanft mit der Hand über ihre Wange. Mali genoss dieses Gefühl, welches sie spürte. „Ich…ich liebe dich, Tom. Bitte, bitte vergiss’ das nie…“, brachte sie schluchzend hervor und drückte sich an ihn. Das, was sie jetzt brauchte, war seine Nähe. Ihn. Den, den sie liebte. Innig. Doll. Wie keinen anderen Menschen. Und das mit Bill…, sie hoffte nur, dass sie über ihn hinweg kam. Dieses Kribbeln, was die tiefe Leidenschaft in ihr hervorrief, verebben würde. Bei Tom war es ein anderes Kribbeln. Das Kribbeln von Liebe. Sie musste aufpassen. Durfte nicht riskieren, dass aus dem Kribben der tiefen Leidenschaft, ein Kribbeln aus Liebe wurde.
„Ich liebe dich…“, schluchzte sie wieder und krallte sich weiter an ihm fest. „Ich dich auch, Schatz. Und es tut mir leid. Und nun hör’ bitte auf zu weinen, ja?“ „Ja…“, schluchzte sie wieder und merklich doller. „Süße…“, wieder durchfuhr sie ein Schmerz. Kribbeln. Und das schlechte Gewissen. Sie fand sich in ihrem Gefühlschaos nicht zurecht. Wusste nicht, was sie tun sollte. Was das Richtige, was das Falsche war.
„He…“, sprach Tom beruhigend. Sie schaute auf, zog ihn an sich heran und verlangte einen Kuss. Einen leidenschaftlichen Kuss, den sie nie wieder enden lassen wollte.

Chapter Seven:


Als Malika am nächsten Morgen in Toms Armen aufwachte, war sie geblendet von den Strahlen der Sonne, die durch das Fenster schienen. Sie hatten wohl vergessen die Vorhänge zu zuziehen.
Sie rieb sich ihre Augen und schaute ihre Hände an. Schwarz, Mist, sie hatte vergessen sich gestern abzuschminken.
Sanft befreite sie sich aus Toms Umarmung und stieg unter die Dusche.
Sie seifte sich ab und dachte über die Beziehung zu Tom nach.
War es wirklich etwas wert, ihn zu betrügen? Richtig war es gestern nicht, das wusste sie auch ganz genau, nur es war so befriedigend. Sie zerbrach sich eine halbe Stunde lang den Kopf darüber, was sie nun tun sollte und kam zu dem Schluss, dass sie es Tom auf gar keinen Fall sagen dürfte und das mit Bill einmalig war.
Sie drehte das Wasser zu und schlang ein Handtuch um ihren braungebrannten, schlanken Körper.
Sie schaute sich um, doch weder ihr Fön war hier, noch sonst etwas was sie besaß, doch dann fiel es ihr siedendheiß wieder ein. Ihre Sachen waren bei Bill.
Es konnte ja wohl kaum so schwer sein, jetzt kurz zu Bill rüber zugehen und ihren Koffer zuholen, oder?
Sie suchte ihre Handtasche, die sie gestern wahllos in eine Ecke gepfeffert hatte und wühlte darin nach der Key-Card von Bills Zimmer.
Ja, sie hatte die zweite Key-Card von Bill, immer wenn sie mit den Jungs unterwegs war, denn sie war so was wie ein Stammgast bei ihm, rein freundschaftlich natürlich.
Sie hatte sie gefunden und zog ihr Handtuch enger um ihren Körper, damit bloß keiner sie so genau sehen konnte.
Sie schaute noch einmal zu Tom, hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn und schritt dann zur Tür. Leise schloss die sie und lief schnell über den Gang, damit sie niemand sehen konnte.
Sie zog die Card durch den Leser und das Lichtlein leuchtete Grün. Sie öffnete die Tür und schaute sich um.
Bill lag lesend im Bett. Er schaute auf, als Malika eintrat.
„Naaa. Was ist los?“, fragte er freundlich, was Mali sehr erstaunte.
Gestern hatte er sich noch die Seele aus dem Leib geweint und jetzt war er total normal zu ihr.
„Ich wollte eigentlich meine Sachen holen.“, flüsterte sie erstaunt.
„Nicht zufällig mit mir reden?“, fragte Bill und zog seine rechte Augenbraue in die Höhe.
Sie zuckte die Schultern.
„Okay, dann hör mir jetzt zu. Ich will eigentlich eine Beziehung mit dir, das weißt du. Aber ich weiß auch, dass du mit Tom zusammen bist, also meinem Bruder. Ich will eine Fickbeziehung.“, sagte er schnell und bestimmend.
Mali starrte Bill förmlich an, das konnte doch wohl nicht sein Ernst sein.
Ihr Unterkiefer klappte nach unten.
„Duuu willst WAS?“, fragte sie erstaunter als je zuvor.
Er stand auf, kam mit schnellen Schritten auf sie zu und drückte sie gegen die Wand.
Nicht brutal oder so, nein es war antörnend.
„Eine Fickbeziehung.“, hauchte er gegen ihr Ohr, während seine Rechte Hand zwischen ihren Beinen verschwand.
Als seine Hand anfing sich gekonnt zu bewegen, konnte Malika sich nicht mehr an sich halten, sie stöhnte.
Mit einer raschen Handbewegung war Malis Handtuch auf dem Boden gelandet und seine Hand an ihrem Busen angelangt. Sanft streichelte er sie und sie stöhnte wieder.
Er begann sie leidenschaftlich zu küssen, ganz anders als Tom.
Wanderte ihren Hals entlang über ihren Busen bis zu ihrem Bauch, küsste dort, wo es am empfindlichsten war und fuhr nach einer Zeit wieder hoch um Malikas Stöhnen mit einem Kuss zu unterdrücken.
Mali dachte nicht im geringsten an Tom, Bill lenkte sie so ab, dass sie nicht einmal daran dachte an Tom zu denken.
Sie wusste nicht, wann seine Hose zu Boden gegangen war, genauso wenig wie sie nicht wusste, warum sie es tat, aber es tat so gut, dass sie es einfach nicht lassen konnte.
Er stand vor ihr, drückte sie weiterhin an die Wand und sie küssten sich verlangend.
Bill hob sie an und Mali schlang ihre Beine um ihn, er trug sie zum Bett und sie ließen sich vorsichtig darauf fallen.
Gerade als er in sie eindringen wollte, klingelte sein Handy. Am liebsten hätte er das nervige Gedudel ausgestellt und doch ging er ran.

„Hallo Bruderherz.“, seufzte Bill.
Malis Augen wurden Tellergroß. Shit, das war Tom.
„Jap, deine heiß geliebte Freundin ist bei mir.“, er versuchte während er mit Tom telefonierte Malika klar zumachen, das sie sich anziehen solle, was ihm auch Gott sei dank gelang.
„Wir gucken DVD, wieso?“, erklärte Bill ihm schnell.
„I am Legend.“, sagte er.
„Ja Tom, der Film ist gut. Warte mal eben.“, sagte er und hielt dann die Sprechmuschel zu.
„Mali, mach schnell ‚I am Legend an’ liegt auf dem DVD-Player, dann zieh dich an und häng das Handtuch ins Bad, er kommt gleich her.“, erklärte er ihr die Tarnung, sie nickte schnell machte erst den Film an, zog sich dann schnell an und legte sich aufs Bett.
„Ja, Tom, willst du noch mal deine Freundin sprechen?“, fragte Bill und reichte Mali sein Handy.
„Hey Schatz.“, begrüßte sie ihren Freund und Bill zog sich in der Zeit an.
„Ja, ich konnte nicht schlafen und dich wecken wollte ich auch nicht, da bin ich zu Bill gegangen, der war zum Glück schon wach.“, erklärte sie ihm.
Sie telefonierten noch weiter und dann als sie auflegten, waren Bill und sie fertig und der Film lief auch schon seit gut einer halben Stunde.
„Boah, Mali, das war so knapp.“, sagte Bill erleichtert. Sie nickte ihm zu und er schaute sie an, dann versanken sie in einem heißen Zungenspiel, als es plötzlich an der Tür klopfte…

Chapter Eight:


„Shit, das wird Tom sein…“, entfuhr es Mali, die sich augenblicklich vom ihm gelöst hatte. Bill schaute sie etwas traurig an, aber setzte sich dann ganz brav neben sie und nahm sein Handy in die Hand. Tat so, als würde er irgendwas spielen.
„He…“, begrüßte Tom seine Freundin und gab ihr einen Kuss. „He, willst du noch mit schauen?“, fragte sie ihn. Tom nickte und so saßen sie dann zu dritt auf dem Hotelbett und sahen den Film an.
Mali saß direkt neben Bill und Tom. In der Mitte. Irgendwas in ihrem Innern wollte, dass sie das Spiel fortsetzte, was sie vorhin so abrupt beenden mussten. Doch sie wusste, dass das natürlich in der Gegenwart ihres Freundes nicht ging. Immer wieder sandte sie verstohlene Blicke zu Bill, wobei ihr nicht auffiel, dass sie meist von ihrem Freund kritisch beobachtet wurden.
Durch den Abspann war der Film endgültig zu Ende und Tom nahm Mali an der Hand und wollte mit ihr wieder rüber. Sein Gesichtsausdruck sah alles andere als zufrieden aus, doch sie ignorierte es. Machte sich stattdessen nur Gedanken, wann sie unbemerkt wieder zu Bill konnte.
Nachdem sie ihre Koffer und auch das restliche Zeug wieder mit nach drüben genommen hatte, abgestellt hatte und sich aufs Bett warf, baute Tom sich vor ihr auf. „Was soll das, Mali?“, fuhr er sie an. „Was soll was?“, fragte sie irritiert, da sie nicht wusste, was er meinte. „Du weißt doch genau was ich meine! Nun tu’ nicht so, als wenn du das nicht wüsstest!“, fuhr er sie weiter an. „Nein, ich weiß nicht wovon du redest!“, sagte sie in dem gleichen abfälligen Tonfall, wie er ihr gegenübertrat.
„Nicht? Soll ich dir vielleicht auf die Sprünge helfen? Weswegen warst du wirklich bei Bill gewesen? Sag’s mir verdammt nochmal, oder glaubst du ich habe das nicht gesehen, wie du ihn die ganze Zeit angeschaut hast? Man, ich mach’ mir verdammt nochmal Sorgen…ich liebe dich, und ich will dich nicht verlieren!“ „Ach ja? Und deswegen zickst du mich hier so an? Sag’ mal, wer gibt dir eigentlich das Recht dazu, mich hier jedes Mal grundlos anzumotzen? Da ist nichts und da wird auch nichts sein! Falls du es noch nicht weiß, ich liebe dich auch, und glaubst du ich will unsere Beziehung aufs Spiel setzen?“ Ihr war nun endgültig der Kragen geplatzt und mit Tränen in den Augen verließ sie das Hotelzimmer.
Nun stand sie mitten auf dem Flur und wusste nicht wohin. Zu Bill? Aber was war, wenn Tom kam? Er würde sie doch bei ihm vermuten. Und außerdem würde er sich doch nur wieder bei seinem Bruder ausheulen gehen…, langsam kotzt sie das alles hier echt an…
Mali ging zurück. In das Zimmer von Tom und ihr. Sie wollte sich entschuldigen. So klopfte sie sachte an seine Tür und wenig später öffnete er sie auch schon.
„Es tut mir leid…“, sagte sie. „Ist schon gut…ich habe auch überreagiert. Aber…bevor wieder alles in Ordnung ist, kann ich dir wirklich vertrauen? Kann ich mir wirklich sicher, dass da nichts zwischen dir und Bill ist?“, fragte er sie in einem äußerst sachlichen Ton. „Ja, das kannst du. Ich liebe nur dich, und niemand anderen!“, sagte sie und es stimmte doch auch. Bill liebte sie kein Stück und sie wollte ihn auch nicht lieben.
Nur ficken.
Und darin bestand ein Unterschied. Eindeutig, oder?
Tom zog seine Freundin nun endgültig ins Zimmer und schloss die Tür. Lächelte sie leicht an und gab ihr noch einen kurzen Kuss, bevor er sich aufs Bett schmiss und sich wieder mit seinem Laptop beschäftigte. Hatte er denn nichts Besseres zutun? Dachte Mali, setzte sich aber neben ihn und schaute zu, was er da so machte.
„Du, ich geh’ mal eben schauen, ob ich nicht noch was vergessen habe…“, sagte sie beiläufig und sah nur wie ihr Freund nickte.
Mali stand auf und wollte ihre Sachen überprüfen, in der Hoffnung etwas zu finden, was sie wieder zu Bill brachte und das Spiel fortsetzen konnte, wobei sie vorhin gestört wurden. Während sie aber suchte, und noch nichts fand, kreisten ihre Gedanken zu seinem Wortlaut.
„Ich will eine Fickbeziehung!“ Das hatte er ernsthaft gesagt. Die Worte klangen absurd, aber sie entsprachen dem, was auch sie wollte. Dann fiel ihr das Handtuch wieder ein und nach einer kurzen Erklärung machte sie sich auf den Weg, um ihr Handtuch zu holen…

Chapter Nine:


Mali schritt schnellen Ganges den Flur zu Bill entlang, der Gedanke, an das, was sie dort erwarten würde, machte sie jetzt schon heiß.
Sie liebte es von Bill angefasst und anschließend gefickt zu werden.
Bill war schlicht und ergreifend besser im Bett als Tom, auch wenn Tom immer so prahlte, es war nicht wirklich etwas dran, was er ständig erzählte, vor allem Georg und der Presse gegenüber.
Malika hoffte nur inständig, dass Tom mit seinem Laptop beschäftigt genug war, um nicht zu merken, dass Mali etwas länger weg sein würde.
Sie klopfte sachte an Bills Tür, da die Key-Card in ihrer Handtasche lag, die sie in Toms und ihrem Zimmer gelassen hatte.
Kurze Zeit später wurde die Tür geöffnet und Gustav stand vor ihr.
‚Was macht der denn hier?’, dachte Mali sich verzweifelt.
„Darf ich rein?“, fragte sie und Gustav nickte, ging einen Schritt zur Seite und Malika trat ein.
Gustav schloss die Tür hinter Mali und setzte sich wieder aufs Bett.
Malika schaute sich um und setzte sich in den freien Sessel.
„Wo ist Bill?“, fragte sie an Gustav gewandt.
„Der ist im Bad, sich hübsch machen, du weißt schon.“, grinste er sie an.
Sie schwiegen sich an.
„Und wie geht’s dir so?“, fragte Gustav nach einer Weile.
„Ganz gut und selbst?“, schaute sie ihn lächelnd an, froh, dass er die Stille endlich gebrochen hatte.
„Muss, muss. Mit Tom und dir alles klar?“, fragte er und grinste.
Sie nickte nur und wendete sich ihren langen Haaren zu, begann sie um ihren Finger zuzwirbeln. Sie warteten, bis Bill endlich im Bad fertig war und als er dann rauskam, zwinkerte Bill Mali zu und fragte, was sie denn wollen würde.
„Ich muss ganz dringend mit dir alleine reden, Bill. Ich hab ein Mega Problem.“, sagte sie und schaute gespielt beschämt zu Boden.
Natürlich hatte sie nicht im Geringsten ein ‚Mega Problem’, wie sie es genannt hatte, doch sie wollte Bill endlich spüren und das wusste er genauso gut wie sie selbst.
Bill warf Gustav einen Blick zu und Gustav sagte; „Ja, ja, ich verschwinde ja schon.“, drehte sich um, verabschiedete sich von beiden und als die Tür zuging, lagen Bill und Malika sich bereits in den Armen.

Nach kurzer Zeit lag Malika nackt auf Bills Bett. Sie wollte ihn, ohne Konsequenzen, genau in diesem Augenblick.
Sie wollte ihn tief in sich spüren, wollte endlich wieder dieses Wahnsinnsgefühl haben, sie würde jeden Moment kommen. Der Sex mit Bill war wie ein einziger, verdammt langer Orgasmus.
Schnell zog sie ihm seine Hose und Boxershorts aus, er beugte sich leicht über sie, küsste ihre heißen, weichen, bebenden Lippen, ging an ihrem Hals weiter hinab bis zu ihrem Bauchnabel und wieder hoch, drang in sie ein und begann sich stöhnend in ihr zu bewegen.
Mali stöhnte Bills Namen, sie konnte nicht anders, sie konnte sich nicht beherrschen, ihr war egal, ob sie die ganze Etage unterhalten würden.
„Baby, du musst leiser sein.“, stöhnte Bill und drückte sein Becken immer schneller gegen das ihre. Er drückte seine Lippen hart auf ihre, um die Laute ein wenig zu dämpfen.
„Ich will diiiich.“, stöhnte sie gegen seine Lippen.
Er schaute sie fragend an; „Du hast mich doch schon?“
„Tiefer.“, japste sie und er setzte ihre Worte sofort in die Tat um.
Sie spürte ihn so intensiv in sich, dass sie glaube, sie wären eins.
Malika biss sich leicht in ihre Unterlippe um zu verhindern, dass sie aufstöhnt.
„Mali, ich komm gleich.“, stöhnte er ihr leise in ihr Ohr.
„Dann mach weiter. Tu was du willst. Ich bin deins.“, hauchte sie.
Sofort fing er an sich schneller zu bewegen. Schneller, härter.
Sie spürte sofort, als er kam. Sein Körper versteifte und entspannte sich zugleich, er stöhnte laut auf und wurde immer langsamer, bis er ganz auf ihr liegen blieb. Er zitterte leicht.
Nach einer kurzen Weile hatte sein Körper sich beruhigt, er zog sich aus ihr raus, küsste ihren Busen, legte sich neben sie und seine rechte Hand verschwand zwischen ihren Beinen und streichelte sie dort solange, bis sie kam.
Sex war nicht immer perfekt und das wusste Bill und Mali wusste es auch.
Beide atmeten schwer und Malika ließ ihren Kopf auf Bills Brust sinken.
„Mali, ich liebe dich.“, flüsterte Bill.
„Ich weiß Bill.“, hauchte sie.
„Ich glaube, du solltest langsam wieder rüber gehen.“, sagte er nachdem sie noch eine Weile so dagelegen hatten. Sie nickte, küsste ihn noch einmal leidenschaftlich, zog sich an und richtete ihre Haare, schnappte sich ihr Handtuch und schloss, nachdem sie sich von Bill verabschiedet hatte, die Tür hinter sich.
Sie ging den Gang entlang zu Toms und ihrem Zimmer.
Malika klopfte gegen die Tür und sie wurde von einem wütenden Tom aufgerissen…

Chapter Ten:


„Was hast du solange gemacht? Ich hab’ mir verdammte Sorgen gemacht…!“, fuhr er sie auch gleich an. „Ich…ich…es tut mir leid, Bill und ich haben noch ewig gequatscht und Gustav war auch noch kurz drüben…“, bastelte sie es so zurecht, dass er keinen Verdacht schöpfen konnte.
„Hm…, und meinst du, ich soll dir das jetzt glauben? Willst du mich eigentlich verarschen? Verdammt, sag’ mir, was du da gemacht hast!“, regte er sich weiter auf und knallte etwas lauter die Tür zu.
„Ich…Tom, wenn du mir nicht glaubst, dann vertraust du mir also auch nicht mehr, oder wie darf ich das sehen?“ Etwas geschockt sah er sie an. Nun hatte sie ihn an einem wunden Punkt erwischt und er wurde beinah so weich wie ein Lamm. Geschafft! Dachte sie und hätte am liebsten ein triumphierendes Lächeln aufgesetzt. Doch das würde sie nur verraten.
„Komm’ her, Süße, bitte…!“, bat er sie und hatte einen flehenden Blick aufgesetzt.
Malika ging einen Schritt auf ihren Freund zu und sogleich spürte sie, wie er seine Hände um ihre Hüfte legte und sie an sich zog. Gierig küsste und ein unscheinbares Verlangen nach ihr hatte.
Nein! Schoss es ihr durch den Kopf. Nein. Sie wollte nicht. Hatte doch gerade. Doch als sie Bill wieder vor Augen sah, und auch daran dachte, was er mit ihr immer tat, hätte sie schon wieder, doch nicht Tom.
Bill.
Nicht weil auch der Sex besser war. Nein, wie sie vorhin schon verglichen hatte: Bills Sex war wie einzig langer Orgasmus. Egal wie, egal wo, egal. Alles war egal.
„Ich…es tut mir leid…aber…ich hab’ ehrlich gesagt keine Lust…, sorry!“, entschuldigte sie sich, als sie sich sanft von ihm gelöst hatte.
„Schon gut…, dann….vielleicht wann anders…“, sagte er geknickt und wandte sich endgültig von ihr ab. Ihr tat es mehr als nur leid. Sie wollte und konnte ihren Freund doch nicht leiden sehen. Und wenn er…, nein, gar nicht erst daran denken, herrschte sie sich selber an und schob die Gedanken beiseite. Die, die die Fickbeziehung zwischen ihr Bill beschrieben.
Mali konnte es auch noch immer nicht so ganz glauben, was sie da eigentlich tat. Doch wenn der Sex nur nicht so verdammt gut und geil wäre.
„Mali?“, brachte ihr Freund sie wieder in die Realität zurück. Raus aus ihren Gedanken. In die Wirklichkeit. „Hm?“, wollte sie wissen und hoffte, er würde seine Worte wiederholen. „Hast du heute Abend vielleicht Lust mit mir einen Film zu schauen?“ „Können wir machen, klar!“, sagte sie und hoffte, dass nicht noch eine Person dazu eingeladen wurde. „Und vielleicht können wir Bill noch fragen, ob er mit schauen will!“, erriet er prompt ihre Gedanken, ohne dass er es wusste und wollte.
„Klar…ja, warum nicht!“ Nein. Nein. Und nochmals nein. Wenn Bill auch dabei war, dann war alles vergebens. Sie konnte sich kaum in seiner Gegenwart beherrschen. Er auch nicht. Wie sollte das denn erst sein, wenn sie zwei, drei Stunden in einem Raum waren, zusammen. Aber nicht miteinander schlafen konnten?
Bei Bill konnte sich deutlich eine Regung zeigen. Und dann? Dann war alles zu spät…
„Okay, ich geh’ ihn mal schnell fragen!“, sagte Tom zu ihr und war, ehe sie noch etwas erwidern konnte, aus dem Hotelzimmer gegangen.
Hilflos stand Malika in dem Hotelzimmer. Wusste nicht, wie sie das verhindern konnte.
Sie wusste gar nichts mehr.
Keine fünf Minuten später war ihr Freund wieder da, und das auch noch in Begleitung seines Bruders. Gleich sofort also?
Bill schaute sie verzweifelt an. An seinem Blick konnte sie schon wieder seine Lust festmachen, was Mali überhaupt gar nicht gefiel.
„Ja…wir wollten den Film gleich anschauen! Was hältst du von ´nem Horrorfilm, Schatz?“, sprach Tom seine Freundin an und wartete ihre Antwort ab.
„Gerne…“ Ihr war es so gleich, was sie sahen. Hauptsache sie würde die nächsten beiden Stunden überleben.
So legte Tom die DVD in den DVD-Player und schaltete diesen an. Nach wenigen Minuten lief auch schon der Vorspann und der Film würde jeden Moment beginnen.
Mali war es noch immer gleichgültig was sie sahen. Ihre Aufmerksamkeit galt etwas ganz anderem. Wie schaffte sie es, in Bills Anwesenheit, dies hier zu überleben?
Der Film lief etwa eine halbe Stunde, als Bill plötzlich, nach einigen Blicken von Mali, die eigentlich eher warnend waren, nach draußen, schmiss die Tür zu und hoffte, dass man ihm nichts angemerkt hatte.
Nein, schoss es Mali durch den Kopf und stürmte hinterher.
Bill hatte noch nicht mal die Tür geschlossen, machte sie einen Spalt breit wieder auf, ließ Mali rein und kaum eine Sekunde später waren sie in ein heftiges Zungenspiel vertieft. Mali hielt es nicht mehr aus. Bill hielt es nicht mehr aus.
Sofort machte sie sich an seiner Hose, seiner Boxershorts zu schaffen. Berührte sein Geschlecht, sodass er aufstöhnte. Die Erregung in ihr schien sich bis ins Unermessliche zu steigern und hinterließ nur noch mehr Verlangen. Verlangen nach Bill.
„Ich will dich…hier…jetzt! Fick’ mich…“, entfuhr es Mali und wünschte, dass er bereits in sie eingedrungen wäre…
Doch so schnell ging es nicht und als sie sich endlich ihrer Jeans entledigt hatte, und sie nur noch das dünne Stück Stoff ihrer Unterwäsche voneinander trennte, durchfuhr sie ein heftiges Ziehen in der Magengegend. Bills Hand umspielte sanft ihre Unterwäsche und ihren Intimbereich.
Nun schlief sie wieder mit Bill. Und nicht mit Tom. In ihrem Innern hasste sie sich dafür, wenn sie es doch nur vermeiden konnte, dieses Verlangen anders zu stillen. Nicht indem sie mit Bill schlief, sondern mit ihrem Freund…, der sollte eigentlich dieses Verlangen in ihr stillen…nicht sein Zwillingsbruder…
„Ich…, Mali…du bist einfach…geil…ich…ich liebe dich…schlaf’ mit mir…!“ „Das will ich! Jetzt! Und…ich…mach’ einfach…ich gehör’ nur noch dir…mach’ mich glücklich…!“, brachte sie mühselig hervor und hoffte, dass sie bald durch sein Eindringen, dieses erlösende Gefühl empfinden würde.
„Bill…ich…ich komm’ gleich…!“ Bill berührte sie noch immer, doch nachdem sie das gesagt hatte, nahm er seine Hand von dieser Stelle, was sie sofort vermisste, und ließ sich von ihm aufs Bett bugsieren. Den letzten Stoff ausziehen, den ihre Körper noch voneinander trennten und als sie endlich die weiche Matratze unter sich spürte, zog sie Bill noch enger an sich heran. Ließ sein hartes, steifes, erregtes Geschlecht in sie eindringen und schnelle, rhythmische Bewegungen zu.
Sie liebte es. Liebte diesen Sex. Den Fick, den sie bekam, wenn sie mit dem Zwillingsbruder ihres Freundes zusammen war.
Diesen Moment.
Es dauerte keine halbe Minute, bis sie beide kamen und er sich in ihr ergoss. Erschöpft, völlig erschöpft und verschwitzt ließ sie sich neben ihn fallen und schloss die Augen.
„Mali…ich…“ Er brach ab und beugte sich wieder zu ihr. Forderte einen Kuss und ließ erneuert seine Hände an ihr entlang streichen…, seine Erregung hatte nicht nachgelassen.
Das Verlangen noch nicht gestillt…

Chapter Eleven:


Er schaute sie durchdringend an. Er wollte mehr. Noch einmal dieses Gefühl von Geborgenheit, Liebe und Zärtlichkeit spüren. Er brauchte das. Ihre Augen verrieten sie, sie wollte auch. Auch wenn beide schon gekommen waren, sie wollten beide noch mal. Ihr Innerstes schrie förmlich nach ihm. Nicht nach ihrem Freund, der vier Zimmer weiter beim DVD gucken eingeschlafen war- nein- nach seinem Zwillingsbruder, der das Verlangen stillen konnte. Nur Bill konnte das. Vielleicht, weil Malika Gefallen am Verbotenen fand, sie wusste es nicht. Sie wollte es aber auch nicht wissen, Malika lebte einfach den Moment.
Jede Sekunde, die sie mit Bill verbrachte, war wundervoll. Mali verspürte das Gefühl tiefer Leidenschaft, welches sie bei Tom schon lange noch mehr gespürt hatte.
Alle Gedanken waren wie weggeblasen, als Bill anfing leicht an ihren Brustwarzen zusaugen.
Sie stöhnte auf. Er küsste ihren Hals, knabberte an ihren Ohrläppchen und wollte wieder in sie eindringen, doch Malika stoppte ihn.
„Leg… dich… hin.“, keuchte sie, während seine Hand wieder zwischen ihren Beinen war.
Er hörte auf und gehorchte ihr. Bill legte sich auf den Rücken und Mali fing sofort an ihn zu verwöhnen.
Sie wollte ihn quälen, mit seiner eigenen Geilheit.
Malika setzte sich auf sein Becken und fing an sich leicht vor und zurück zu bewegen, jedoch ließ sie ihn nicht in sich eindringen. Er stöhnte immer wieder auf.
Langsam erhob sie sich küsste seine Brust und hinterließ eine leicht feuchte Spur auf seinem Körper, wo sie ihn küsste. Ihre Küsse wanderten immer tiefer, Bill wand sich unter Malikas Berührungen. Sie wanderte immer tiefer. Mali küsste seine hervorstehenden Beckenknochen, seinen Bauch und schließlich sein Glied. Er krallte sich im Bettlaken fest, stöhnte ihren Namen, stöhnte laut und seine Atmung ging flach und schnell. Ihre Lippen umschlossen sein Glied und sie fuhr immer auf und ab. Er stöhnte laut und kurz bevor er kam, noch bevor sich sein Körper versteifte, ließ sie von ihm ab. Sie hatte schon beim ersten Mal gemerkt, dass er auf dasselbe stand, wie Tom, was für Malika sehr vorteilhaft war.
Sie küsste sich zu seinen Lippen hinauf. Bills Wangen waren leicht gerötet, seine Augen zusammengekniffen und sein Mund stand ein wenig offen. Mali küsste ihn. Erdrang automatisch in sie ein, was ihn wohl ein bisschen erschrak, denn er öffnete schlagartig seine Augen. Sie begann sich auf ihm zu bewegen. Immer wieder stöhnten beide. Bill fuhr ihre Seiten entlang, bis er irgendwann so zitterte, dass er sich einfach in ihren Hintern krallte.
Sie bewegte sich immer schneller, immer heftiger, bis sich die Gefühle in ihr aufstauten.
Ihr Körper verkrampfte sich und sie kamen beide gleichzeitig mit einem lauten Stöhnen.
Sie bewegte sich immer noch ein wenig auf ihm, denn sie fand das Nachgefühl noch immer am schönsten. Bill setzte sich auf und küsste sie leidenschaftlich.
Er legte seinen Kopf in ihre Halsbeuge und hauchte; „Das war das geilste, was ich je erlebt habe. Ich liebe dich.“
Malika strich über seinen Rücken, er war nass.
Ihr Körper glänzte leicht golden im Zwielicht der Nachttischlampe und dem Licht, das noch von draußen kam.
Sie legten sich auf das Bett und Mali legte ihren Kopf auf Bills Brust.
„Warum kannst du nicht einfach mich anstelle von Tom lieben?“, fragte er während er ihr sanft durch die Haare strich.
„Bill… Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Gefühle für dich habe…aber das, was ich für Tom empfinde, ist einfach stärker. Bei dir ist das einfach… Freundschaft?“, flüsterte sie in einem fragenden Ton. Er schwieg.
„Morgen fahrt ihr weiter, nicht wahr?“, fragte Mali nach einer Weile des Schweigens.
Er nickte.
„Wohin geht’s?“
„Nach Paris für zwei Tage. Schade, dass du nicht mitkannst. Ich werde dich vermissen.“, seine Stimme zitterte.
„Bill, du weißt ich würde gerne mitkommen, aber ich kann nicht. Ich muss meinen Abschluss schaffen. Wenn ich mich jetzt nicht ranhalte, schaffe ich mein Abitur nicht. Wir werden doch telefonieren, wenn ihr Zeit habt.“ Sie schaute ihn bedauernd an während sie sprach.
„Das wird eine lange Zeit, Mali. Es ist ja nicht nur Paris. Wir müssen nach Marseille, Rennes, Nancy und so. Das ist eine ganze Tour…“, flüsterte er.
„Ich weiß, Bill, aber wir werden uns wieder sehen.“, sagte sie und merkte wie die Müdigkeit sie überkam.
„Süße, geh langsam lieber wieder rüber, nicht, dass Tom mitbekommt, dass du hier warst und besonders, was wir hier getrieben haben.“ Sie löste sich langsam von ihm küsste ihn noch einmal und zog sich dann an.
„Bill?“, fragte sie, als sie schon an der Tür stand.
Er blickte auf; „Ja?“
„Ich lieb’ dich. Ich werde dich vermissen.“, flüsterte sie und schloss die Tür.
Bill rannte eine kleine Träne über die Wange…

Chapter Twelve:


Als Mali leise die Tür zu dem Hotelzimmer öffnete, in dem sie mit Tom zusammen wohnte, fand sie ihren Freund schlafend auf dem Bett wieder und der Fernseher mit dem Film lief noch. Sie schaltete ihn aus und legte sich dann zu ihrem Freund aufs Bett. Es war noch nicht allzu spät, doch nach einer Weile fielen auch ihr die Augen zu.
Mail schlief durch bis zum nächsten Morgen an dem es für sie schon früh wieder nach Hause ging. Die Jungs mussten nach Frankreich und sie nach Hause um für ihre Abi zu lernen.
Der Abschied fiel ihr schwer, weil sie sich auch nur mit einer Umarmung von Bill verabschieden konnte. Von ihrem Freund verabschiedete sie sich mit einem wundervollen Kuss. Schließlich liebte sie ihn ja. Sie durfte nur nicht zu viele Gefühle für Bill hegen. Das Verlangen nach dem Sex war alles, was sie besitzen durfte, fühlen durfte. Mehr durfte nicht sein. Mali liebte ihren Freund und das nicht zu wenig. Soi fiel ihr der Abschied schwer, da sie ihn nun mehrere Wochen nicht sah. Und auch die Zeit mit Bill würde sie vermissen – sehr.
Die Fahrt nach Hause war ruhig, denn es ging mit dem Zug in ihre Heimatstadt.
Nach Hamburg. Dort angekommen lief sie durch den Hauptbahnhof zur U-Bahn und fuhr direkt nach Hause.
Zuhause angekommen setzte sie sich sofort an ihren Schreibtisch. Doch konzentrieren konnte sie sich keineswegs. Nicht im Geringsten. Wie auch? Tom und Bill schwirrten unentwegt in ihrem Kopf herum.
Wie sollte sie das bloß aushalten?
Mali stand schließlich auf und suchte nach ihrem Handy. Bald hatte sie es gefunden und tippte folgende Wörter ein. Ihr ging es mies und sie musste das einfach loswerden. Ihr Herz erleichtern. Ihr schlechtes Gewissen verstärken. Mit dem:
„Bill, ich vermiss’ euch so! Dich! Wenn auch nichts sein darf. Wann kommt ihr wieder? Ich halt das nicht lange aus…gar nicht!“, schrieb sie und steckte dann das Handy weg.
Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
„He Mali! Ja, du fehlst mir auch. Ich habe mich immer wohlgefühlt in deiner Gegenwart. Doch wann wir wiederkommen, kann ich dir nicht sagen. Es tut mir leid! Miss you, Ld!“
Sie las schnell und ihr traten Tränen in die Augen. Es tat weh. So weh. Sie wollte das Alles nicht. Doch was sollte sie machen? Wie fand sie einen Ausweg aus diesem Dilemma?
Sie wusste es nicht und die Fragen würden unbeantwortet bleiben, weil ihr niemand die Antwort geben konnte. Sie musste sie sich schon selbst beantworten. Die Gefühle, Bill, vergessen. Wenn es auch der schmerzvollste Weg war. Doch hatte sie eine andere Wahl?
Mali schnürte es beinah das Herz ab. Sie wollte und konnte ihn nicht vergessen. Wenn sie auch wusste, dass sie Verbotenes tat und Tom liebte.
Sie wusste es. Wollte es wahrhaben. Verstehen. Doch es führte kein Weg daran vorbei. Sie liebte ihn. Auf eine andere Art und Weise, doch auch Tom. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Mali versuchte sich durch komplizierte Aufgaben abzulenken. Zwang ihre Gedanken auf die Schule. Es gelang ihr nur schwer, doch sie redete sich immer wieder, wie wichtig das hier war und so schaffte sie es, alles richtig zu lösen.
Sie nahm sich vor einen Text zu schreiben. Zur Übung. Als sie sich aber das Geschriebene ansah, schreckte sie zurück. Alle Verzweiflung und Gefühle, Probleme, Ängste und den ganzen Schmerz hatte sie aufgeschrieben. Doch sie fühlte sich besser. Konnte ruhig schlafen.
Am nächsten Tag war Schule und sie musste sich wieder Zwingen dem Lehrer die Aufmerksamkeit zu schenken, doch so langsam wurde auch dies und sie versuchte ihr Dilemma zu vergessen, verdrängen, bis wieder eine SMS kam und kurz danach ein Anruf. Von Tom…
Sie musste jetzt stark sein. Ihm Gegenüber keine Schwäche zeigen.

Chapter Thirteen:


Sie rief ihn sobald die Unterrichtsstunde zu Ende war zurück.
In Gedanken an die Handyrechung und den Ärger mit ihrer Mutter, begrüßte sie ihren Freund.
„Hey Mali, mein Schatz.“, erwiderte er.
„Wie geht es dir?“, fragte ihr Freund sie.
„Hm, ich weiß nicht… Ist im Moment alles ziemlich beschissen…“, gab sie ihrem Freund zu überlegen.
„Warum?“, fragte er auch prompt.
„Ich… ich weiß einfach nicht was ich tun soll… - Ich hab soviel Arbeit vor mir, wir werden uns wohl nicht sehen können, bis ich meine Prüfungen fertig habe. Tut mir leid.“, besann sie sich noch rechtzeitig anders. Fast hätte sie sich selbst verraten.
Sie musste Abstand gewinnen.
„Schade, dabei wollte ich dir sagen, dass wir in einer Woche für etwa zwei Tage in Hamburg sind, aber wenn du mich nicht sehen willst…“, sagte er beleidigt.
„Tom, es ist nicht so… dass ich dich nicht sehen … will. Ich… ich … kann es einfach nicht… ich habe so viel Arbeit im Moment… ich will mein Abi schaffen… Tut mir echt leid.“, flüsterte sie und bald hatten sie sich mit unendlich langen Liebeschwüren verabschiedet.
Doch meinte sie es wirklich ernst? Liebte sie Tom überhaupt noch, oder wollte sie doch eher mit Bill… Nein, mit Bill wollte sie nur …. Nun ja.. ficken, eben.

Tom ging den Flur des Hotels entlang und klopfte an Bills Zimmer.
„Süße, ich vermiss dich doch auch. Ich will dich wieder in meine Arme schließen… Endlos mit dir… .“, drang Bills Stimme durch die Tür, leider verstand Tom das letzte Wort nicht.
Tom klopfte.
„Moooomeeeeent..“, hörte er von innen die Schritte zur Tür.
„Kaum zwei Sekunden später öffnete sich die Tür und Bill stand mit seinem Handy am Ohr vor seinem Zwilling.
„Hey Tom.“, begrüßte er seinen Bruder, der ihm so ähnlich sah und doch im Grunde ganz anders war.
Er wandte sich noch einmal seinem Handy zu; „Johanna, ich muss auflegen. Ja … ich dich auch. Bis dann.“, und legte auf.
„Was gibt’s?“ fragte Bill seinen Twin, der sich auf Bills Bett geschmissen hatte.
„Wer ist Johanna?“, fragte Tom wie aus der Pistole geschossen.
„Eine Freundin. Nein Tom, ich war nicht mit ihr im Bett und wir haben auch keine Beziehung.“, dementierte Bill den Blick seines Zwillings.
Sie kannten sich einfach zu gut, um einzelne Blicke des jeweils anderen nicht zu verstehen.
„Gut, der eigentliche Grund, weshalb ich hier bin, ist… ich muss mit dir reden…“, sagte Tom und schaute verträumt aus dem Fenster. Sein Blick fiel auf den Eifel-Turm.
„Mali und ich. Unsere Beziehung läuft im Moment echt schlecht. Ich weiß nicht woran das liegt. Ehrlich, ich liebe sie und ich will sie nicht verlieren. Wir haben vorhin telefoniert. Sie meinte sie hätte demnächst keine Zeit mehr mich zusehen. Sie müsse für ihre Abiprüfung lernen. Bill… Ich hab echt Panik sie zu verlieren.“ Toms Stimme zitterte leicht.
„Tom, zufällig hat deine Freundin mit mir darüber gesprochen. Sie fühlt sich echt eingeengt. Du kontrollierst sie ja förmlich. Ich weiß nicht in wieweit es stimmt, ich kann dir nur soviel sagen, du kannst doch nicht behaupten sie hätte was mit mir, wenn sie zu dir kommt.
Es… es macht sie einfach kaputt. Rede mit ihr, da kannst du nichts falsch machen. Nur fall nicht wieder so über sie her.“, riet Bill ihm. Dabei hätte er sich am liebsten gleich die Zunge abgebissen. Er hatte ihr eben unfreiwillig ein Grab geschaufelt.
„Wenn ich dich nicht hätte…“, grinste Tom und knuddelte seinen Bruder erst einmal richtig durch.
‚Ja… wenn du mich nicht hättest… Dann hättest du deine Freundin für dich alleine…’, dachte Bill sich im Stillen und schaltete den Fernseher an.
Natürlich hatte Bill mit niemand geringerem als mit Malika telefoniert, doch nie im Leben durfte Tom das rausbekommen.
„Lass uns Viva schauen, okay Bruderherz?“, fragte Tom ihn. Er nickte und schaltete auf das französische VIVA. Es lief nichts anderes als Tokio Hotel, Tokio Hotel und noch einmal Tokio Hotel. Darauf hatten beide keine Lust und schalteten den Fernseher letzen Endes völlig aus und beschlossen in die Hotelbar zugehen um einen zutrinken.

Wieder einmal saß Mali vor ihren Prüfungsaufgaben vom letzten Jahr, die ihr Lehrer ihr großzügigerweise gegeben hatte und versuchte zulernen. Leider klappte dies nicht im Geringsten. Sie musste mit jemanden reden, der weder mit Tokio Hotel was zutun hatte, noch einen der Zwillinge kannte oder etwas ausplaudern würde.
Sie wählte die Nummer von Finn, ihrem besten Freund. Sie liebte diesen Jungen über alles. Er war der beste Freund den man überhaupt haben konnte.
„Bei Finn am Handy hier…“ Witzbold, dachte Mali sich, jedoch begrüßte sie ihn mit einem freundlichen; „Hey mein Schatz.“
„Ohhh du bist es. Wieso ist denn deine Nummer unterdrückt?“, fragte Finn verwundert.
„Ah kein Plan, hast du grade Zeit?“
„Na klar. Ich bin in zehn Minuten bei dir, okay?“, fragte Finn und Malika willigte ein.
Tatsächlich klingelte es kaum zehn Minuten später an der Wohnungstür.
Ihre Mutter öffnete ihrem besten Freund und er begrüßte Mali mit einem schlichten Kuss auf den Mund.
„Was ist denn los, kleine? Du klangst ziemlich verzweifelt…“, fragte er, prompt schmiss sie sich in seine Arme.
„Bill…Sex gehabt…Tom…liebe ihn doch… will ihn nicht verlieren… Bill ist soooo…. Guuut.“, das war leider das einzige, was Finn zwischen etlichen Schluchzern verstand.
„So, Maus, ich habe eben leider nur unzusammenhangslose Worte verstanden, also bitte noch einmal von vorne und auf Deutsch, okay?“, fragte Finn und sie schniefte und rümpfte ihre Nase.
„Also… Ich hab ein riesiges Problem. Ich habe am Freitag auf der Party, auf der ich mit Bill war mit ihm Sex gehabt. Ich bin doch mit Tom zusammen, ich liebe ihn. Nur, das Problem ist, dass der Sex mit Bill viel besser ist. Ich liebe seinen Fick. Es ist einfach Wahnsinn. Ich will Tom, aber auch wiederum nicht verlieren und ich glaube ich entwickle Gefühle für Bill. Finn Hiiiiiiiiiiiiiilfeeeeeeeeee…“, er hielt ihr ein Taschentuch hin und sie nahm es dankbar an.
„Jetzt mal langsam, du hast Tom mit Bill betrogen, seinen eigenen Bruder, aber du liebst Tom, entwickelst aber Gefühle für Bill, und Bill ist besser im Bett, ja?“, fragte er und sie nickte langsam und schnupfte sich geräuschvoll die Nase aus.
„Ich an deiner Stelle würde erst Mal mit Tom darüber sprechen, danach mit Bill. Oh man, du katapultierst dich immer in solche dummen Situationen. Das meine ich nicht böse, nur ich weiß echt nicht was du machen kannst. Du wirst beide verlieren und sie sich auch noch gegenseitig. Süße, das ist echt ein Dilemma.“, er umarmte sie und küsste sanft ihre Stirn. Nur er durfte das, außer ihrem Freund, nun ja und Bill inzwischen auch.
Finn war immer für sie da und wusste meist auch einen Rat doch jetzt, jetzt konnte nicht einmal er helfen und würde sie mit Tom darüber reden, dann wäre sie sowohl Bill, als auch Tom los und das war das, was sie am wenigsten wollte.
Sie liebte ihn doch… Oder liebte sie beide?

Chapter Fourteen:


Schnell schob Mali diesen Gedanken beiseite und schmiss sich auf ihr Bett. Finn war bereits wieder gegangen, da er noch etwas zu erledigen hatte. Mali war wieder alleine. Konnte sich auf nichts konzentrieren und saß gelangweilt auf ihrem Bett. Nichts klappte mehr. Alles war nur noch ein Haufen Schrott, der vor ihren Augen immer größer wurde. Mali wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und versuchte sich erneuert an den Aufgaben. Diesmal konnte sie etwas Konzentration aufbringen, doch nachdem sie die eine Teil-Aufgabe gerechnet hatte und sich auch andere Fächer kurz angesehen hatte, war die Konzentration wieder futsch. Sie hatte sich lediglich eine halbe Stunde konzentrieren können. Das war doch nicht normal...
Letztendlich schaltete sie ihren Computer an und loggte sich in ihr Postfach ein. Keine besonderen Mails, doch als sie sich gerade wieder ausloggen wollte, sprang ihr eine Mail ins Auge, die sie bis eben nicht bemerkt hatte. Ist wohl gerade erst angekommen, dachte Mali sich und stellte fest, dass sie von Bill stammte.
Mali schluckte. Was wollte Bill jetzt? Sie wollte doch Abstand – von beiden?
Wieder mit ein paar Tränen in den Augen öffnete sie die Mail und begann den kurzen Text zu lesen, den er geschrieben hatte:

„Hey Mali,
wie geht’s dir? Ich mach’ mir Sorgen..., du bist echt nicht gut drauf und auch Tom bekommt das mit...nun habe ich ihm gesagt, dass er sich etwas zurücknehmen soll...vielleicht hilft dir das ja...
Wir sind nächste Woche für zwei Tage in Hamburg. Noch ein paar Feinheiten im Studio erledigen. Ich muss dich wiedersehen! Vermiss’ dich total...bitte lass’ mich nicht hängen..., ich brauch’ dich..., lass’ uns Mittwochabend treffen..., bitte Süße, ich halt das nicht aus...
Schreib’ zurück!
Bill"


Mali griff nach ihren Taschentüchern die überall im Zimmer verstreut herum lagen. Was sollte das denn? Sie würde sich nicht mit Tom treffen – ihrem Freund –, nein, mit Bill. Seinem Bruder. War das eigentlich noch normal?
Mali wollte zusagen. Sie hielt es doch selber kaum noch aus..., wie sollte das werden, wenn es dann noch nicht mal zwei Tage zwischendurch gab, wo sie die Jungs sehen konnte?
Schluchzend schmiss sie sich auf ihr Bett und tastete blind nach ihrem CD-Player. Musik. Die brauchte sie jetzt. Ein ruhiges Lied. Nur leider sang der Sänger davon, über seinen Schatten zu springen. Das zutun, wozu man bereit ist, was man will..., Mali stellte die Musik wieder aus, griff nach ihrem Handy und tippte eine SMS ein, die ihrer Telefonrechnung besser tat, als ein Anruf. „Hey Bill, ich will mich mit dir treffen. Kommst du zu mir? Bitte! Ich brauch’ das auch..., es ist so...geil...“, schrieb sie und traute sich nicht, noch etwas anderes drunter zu schreiben. Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten:
„Mali...mir geht’s genauso. Ich komm’ am Mittwochabend, ja? Lass’ uns die wenige Zeit genießen und wegen Tom. Ich lass’ mir was einfallen...aber wir müssen reden!“, las sie und wünschte sich wie so oft in letzter Zeit, dass sie nicht in diesem Dilemma stecken würde.
Es ging einfach nicht. Sie musste ihn sehen. Mit ihm schlafen. Dieser Fick gab ihr immer wieder ein besonderes Gefühl. Wie im Rausch. Wie, als wenn er eine Droge wäre, die sie immer brauchte. Immer und überall. Aber eigentlich wollte sie es auch nicht. Kurz spielte Mali mit dem Gedanken Bill abzusagen, aber das würde sie nicht übers Herz bringen. Nein, sie brauchte ihn. Und Tom.
Was war nur los?
Bis Mittwochen waren es nur noch fünf Tage. Die Zeit würde so elend langsam verstreichen. Den Montag verfluchte sie schon jetzt und als an diesem besagte Montagmorgen der Wecker sie aus dem Schlaf riss, hätte sie ihn am liebsten zerstört, an die Wand geschmissen, auseinander genommen, doch sie mochte ihren Wecker, er war hübsch. Und als sich letztlich noch ihr Handy zu Wort meldete und sie mit Billy Talent dazu aufforderte, endlich aufzustehen, stiefelte sie müde und mies gelaunt ins Bad.
Viel zu erwarten hatte sie von diesem Tag nicht. Schnell sprang sie unter die Dusche, machte sich fertig und begann dann noch einige Sachen einzupacken, die sie am Vortag vergessen hatte, einzupacken. Als auch dies erledigt war, machte sie sich auf den Weg in die Küche. Wenigstens ein Kaffee musste heute Morgen sein und so nahm sie sich schweigen, ohne etwas zu sagen, eine Tasse aus dem Schrank. „Guten Morgen, Malika!“, sprach ihre Mutter sie an und Mali schaute sie nur schief an. „Sorry..., tut mir leid...morgen!“, gab sie zurück und trank vorsichtig den noch heißen Kaffee.
„Was ist denn mit dir los? Alles okay zwischen dir und Tom?“, fragte ihre Mutter sie und Mali spürte einen schmerzvollen Stich. Wieso ausgerechnet jetzt?
„Mama...ich...es ist alles okay zwischen uns beiden, ich bin nur gerade etwas mies drauf, wegen der Schule...ist im Moment alles ein bisschen stressig...!“
„Kann ich verstehen, aber über ein guten Morgen hätte ich mich doch auch gefreut!“, wies ihre Mutter sie auf ihre fehlenden Manieren hin. „Tut mir leid, Mama, aber ich bin auch noch nicht ganz wach...wir hatten doch erst Ferien und ich bin noch nicht so ganz wieder in dem Schulalltag drinnen...“, versuchte sie sich rauszureden. Ganz unrecht hatte sie nicht, aber ihrer Mutter wollte sie dieses Dilemma nicht beichten.
„Ist ja gut. Ich bin die Woche übrigens nicht da. Ich lass’ dir etwas Geld hier und eingekauft habe ich gestern auch, also stell’ hier nicht alles auf den Kopf und lass’ das Haus ganz. Und gehe sorgsam mit dem Geld um!“, riet ihr ihre Mutter und Mali schaute sie etwas verdutzt an. „Wo bist du denn?“ „Ich muss einen Prozess in München vertreten, einer der Anwälte hat ein Kind bekommen, also seine Frau und da hatte er mich gebeten für ihn einzuspringen. Und da ich eh weiß, worum es in diesem Fall geht und er mich auch schon einmal vertreten hatte, habe ich ihm zugesagt. Ich werde bei meiner Mutter sein!“, erklärte sie. „Bestell’ ihr ganz liebe grüße! Ich muss dann jetzt auch los! Viel Spaß und lass’ was von dir hören!“, sagte Mali zum Abschied, drückte ihrer Mutter noch einen Kuss auf die Wange und war im nächsten Moment auch schon zur Haustür raus.
Der Schultag kam Mali zäh und lang vor. Umso glücklicher und erleichterter war sie, als sie am Nachmittag in das leere Haus kam.
Die folgenden beiden Tage waren auch alles andere als toll und als sie am Mittwoch aus der Schule kam, kribbelte es in ihr schon. Doch so langsam entwickelte sich auch ein schlechtes Gewissen in ihr und die Angst stieg beinah unermesslich. Was war bloß los? Sie wollte keine Gefühle für Bill hegen. Er war doch nur ein guter Freund. Nicht ganz so wie Finn, der wohl mehr als nur Kumpel war und beinah eine höhere Stellung wie ein Freund besaß, Mali liebte ihn einfach, auf eine andere Art und Weise, und mehr sollte zwischen Bill und ihr doch auch gar nicht sein, oder?
Mali schluchzte. Warum war das nur so? Plötzlich klingelte es und holte sie wieder zurück in die Realität – die grausame Realität – wie es ihr gerade vorkam.

Chapter Fifteen:


Mit gemischten Gefühlen machte Malika sich auf den Weg zur Tür.Als sie diese öffnete erschrak sie zutiefst.
Vor ihr stand nicht wie erwartet Bill, sondern Tom.
„Wa…wa… was machst du denn hier?“, brach aus ihr heraus.
„Na dich besuchen natürlich. Ich will dir beim lernen zuschauen.“, erwiderte Tom und nahm sie in den Arm und küsste sie daraufhin leidenschaftlich.
„Ich… aber… Man, ich hab dir doch gesagt, dass du nicht herkommen sollst. Du machst mich echt fertig. Du engst mich so ein. Ich kann einfach nicht mehr. Tom… ich“, rang sie nach Worten.
„Pschhhht, ist doch alles okay.“, beruhigte er sie.
„Nein, nichts ist okay. Ich habe dir gesagt, du sollst nicht herkommen. Ich brauche absolute Ruhe, damit ich mich konzentrieren kann und da kann ich dich echt am wenigsten gebrauchen.“, schrie sie ihren Freund an.
„Hast du Besuch, von dem ich wissen sollte, oder was?“, schrie er.
„Du bist doch echt krank. Geh.“, als er sich nicht von der Stelle rührte, stieß sie ihn leicht an.
„Ich habe gesagt du sollst gehen, okay? Ich will lernen. FUCK EY,… GEH! Ich habe nicht so ein Leben wie du und dein Bruder, ich kann nicht einfach ein bisschen Gitarre spielen und dann ist alles gut, ich bekomme nicht mehr als 50.000 Euro monatlich, ich werde dafür arbeiten müssen, ich werde nicht mein Hobby zu meinem Job machen können. Nicht alle Träume gehen in Erfüllung und deshalb muss ich jetzt lernen um später selbst für mich sorgen zu können, meine Kinder, meine Familie.“, steigerte sie sich rein.
„Du… du… du willst Kinder?“, fragte Tom erstaunt.
„Natürlich will ich Kinder. Nicht jetzt, oder in zwei Jahren. Später, wenn ich älter bin. Welche Frau träumt nicht von ihrer eigenen Familie?“, schrie sie ihn an.
„Das wusste ich gar nicht…“, er schien nachzudenken.
„Da siehst du mal wie schlecht du mich kennst und jetzt verschwinde endlich, ich will dich nie wieder sehen.“, Tränen liefen ihre Wangen hinab, sie konnte sich kaum noch halten.
Tom ging vorsichtig auf sie zu; „Geh. Bitte, Tom.“, Mali bettelte förmlich.
Erst jetzt gehorchte er ihr. Er ging tatsächlich. Für immer? Das wusste Malika nicht.
Sie wusste auch nicht warum sie so reagiert hatte, aber es tat weh, zu wissen, dass Tom nicht einmal wusste, was Malika ihr Abschluss bedeutete.
Die Tür schlug zu und Tom war verschwunden.
Er war tatsächlich gegangen. Hoffentlich würde er Bill nicht begegnen, doch der schien noch nicht auf dem Weg zu sein, denn er wollte ihr eine SMS schreiben, wenn er unterwegs war.

Gerade als Bill die Wohnung verlassen wollte und seine SMS an Mali getippt hatte, stieß er mit jemandem zusammen, welcher sich als Tom herausstellte.
Er hatte leicht feuchte Wangen.
„Tom… Ist was passiert?“, fragte Bill seinen Bruder. Irgendwas musste geschehen sein.
„Ne, alles in Ordnung.“, flüsterte er und ging in die Wohnung, während er Bill die Haustür vor der Nase zuschlug.
Irgendwas stimmte nicht mit Tom, doch er würde es ihm auch nicht verraten, das spürte Bill.
Er machte sich auf den Weg zu Malika und als er an der Haustür unten ankam, musste er erst einmal Ewigkeiten auf sie warten, damit sie ihm sie Tür aufmachte.
Er rannte schnell die zwei Stockwerke nach oben und sah Mali verweint in der Tür stehen.
Er begrüßte sie mit einem Kuss auf die Wange und sie gingen in Malis Zimmer.
Schnell lag seine Jacke in der Ecke und seine Schuhe ebenfalls.
„Schatz, was ist passiert?“, fragte er sie und nahm sie während er sprach in den Arm.
„Tom war hier… Wir… wir… haben uns furchtbar gestritten. Er hat wieder behauptet ich hätte Besuch, also ein anderer Typ wäre hier.“, flüsterte sie und sog Bills Duft ein.
„Der spinnt doch. Aber er war voll fertig, als er nach Hause kam.“, flüsterte Bill, was Mali ungemein beruhigte.
Sie nickte und erzählte ihm, was vorhin geschehen war.
„Oh man.“, seufzte er.
„Bill, danke, dass du für mich da bist und auch wenn es dir wehtut, wenn du mir zuhörst. Ich…ich… ich liebe dich.“, Das eben gesagte löste wieder einen Weinkrampf in ihr aus. Sie hätte das nie sagen dürfen. Es war so falsch und doch fühlte es sich so gut an, das auszusprechen, was sie fühlte.
Sie hatte sich in Bill verliebt, doch sie liebte auch Tom.
„Was ist mit Tom?“, fragte er sie auch direkt.
„Den auch.“, flüsterte sie. Bill schüttelte nur traurig den Kopf.
„Alles ist scheiße im Moment, ich bin verliebt in zwei Männer. Das ist echt abnormal. Ich bin nicht normal, Bill. Ich liebe zwei Männer.“, weinte sie.
„Ich weiß. Aber du bist genauso normal, wie ich es auch bin. Mali, ich liebe dich auch, nur es ist auch noch Tom da. Er ist schließlich mein Bruder. Ich kann ihn nicht hintergehen, es tut so weh.“, flüsterte er und küsste ihre Stirn sanft.
„Ich weiß.“, sagte sie und ließ sich auf ihr Bett fallen.
Bill tat ihr gleich und sanft küssten sie sich.
Natürlich blieb es nicht nur bei dem Kuss.
Seine warme Hand wanderte wie schwerelos unter ihr T-Shirt.
Streichelte sie überall. Wirklich überall.
Kaum zehn Minuten später, war auch sein T-Shirt weg und kurze Zeit später lagen sie nackt aufeinander.
Zärtlich strich er ihren Busen entlang, sie wand sich unter seinen Berührungen. Alles in ihr kribbelte. Sie liebte es von Bill berührt zu werden.
Er drang langsam in sie ein, zog sich wieder zurück und stieß zart in sie hinein.
Leise begannen sie zu stöhnen und küssten sich immer wieder ganz sanft.
Immer tiefer stieß er in sie und immer schneller stauten sich ihre Gefühle auf, bis plötzlich die Klingel der Haustür ertönte.
Bill hörte auf und schaute Malika aufmerksam an.
„Willst du nicht an die Tür gehen?“, fragte er sie im Flüsterton. Sie schüttelte nur leicht ihren Kopf und Bill fing wieder an sich zu bewegen.
Er trieb sie ganz langsam in den Wahnsinn. Dann ganz plötzlich mit einem überwältigenden Gefühl kam der Orgasmus.
Bill ergoss sich kurze Zeit später in ihr. Kurze Zeit darauf entzog er sich ihr und legte seinen Kopf auf ihre Brüste.
„Ich liebe dich, Mali.“, flüsterte er und küsste sie kurz auf den Mund.
„Ich dich auch, Bill.“, erwiderte sie.
„Am liebsten würde ich in die Welt schreien, dass wir uns lieben.“, flüsterte er wieder.
„Mhhmmm.“, stimmte sie im zu.
„Aber dann wär’ da noch Tom… Bill, ich liebe ihn auch. Ich weiß nicht was ich tun soll, Tom schöpft doch irgendwann auch mal Verdacht, er ist ja nicht dumm. Wer weiß, wer eben an der Tür war. Vielleicht hat der- oder diejenige uns gehört. Man kann sich nie sicher sein, dass es geheim ist.“, Malika seufzte.
„Ich weiß. Was machen wir, wenn er es rausbekommen sollte?“, fragte Bill.
„Keine Ahnung, lass uns darüber Gedanken machen, wenn es soweit sein sollte. Übrigens, was hast du Tom eigentlich gesagt, wo du hingehst?“, fragte sie.
„Zu Johanna. Er kennt sie nicht. Ich sage einfach, dass sie meine neue Freundin ist, oder so. Muss dann nur noch, wenn er sie kennen lernen will ein Mädchen auftreiben, dass mitspielt.“, seufzte er und küsste Malika nachdem sie ihm zugestimmt hatte noch einmal.
Danach schliefen beide eng verschlungen ein…

Chapter Sixteen:


Mali erwachte in Bills Armen, als die Sonnenstrahlen in ihr Zimmer fielen. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es schon elf Uhr war. Zum Glück hatte sie keine Schule. Die letzten beiden Tage in dieser Woche hatte sie frei, da sie ab und an Prüfungsvorbereitungen zu Hause absolvieren sollten.
So kuschelte Mali sich enger an Bill und sog seinen Duft ein. Sie liebte diesen Duft. Und leider auch ihn. Sie kam sich so hilflos vor. So schrecklich. Mit dem was sie hier tat, schaufelte sie sich doch ihr eigenes Grab. Denn wenn Tom herausbekommen würde, dass sie seinen Bruder liebte, mit ihm schlief, dann wär’ alles aus.
Erschrocken schaute sie auf. Ihr Handy begann zu klingeln. Eine SMS. Sie griff nach ihrem Handy und stellte schnell den Ton ab. Dann las sie was in der SMS stand. Zuerst fiel ihr Blick auf die Nummer und dann auf den Absender:
Tom.
Nun begann sie zu lesen:
„Mail, es tut mir alles so verdammt leid. Dabei dachte ich, dass dich das freut, wenn ich zu dir komme. Das du mich vielleicht sehen willst. Man, ich komme mir so verarscht vor. Was ist denn nur los? Ich liebe dich doch!“
Nein. Das war zu viel. Mali ließ ihr Handy sinken und ihr Blick fiel auf Bill. Tränen. In ihren Augenwinkeln. Was sollte das nur? Warum? Warum litt sie so? Warum?
„He…“, hörte sie auf einmal eine sanfte Stimme.
Mali schaute Bill an, der seine Hand ausstreckte und ihr sanft die Tränen wegwischte.
„Nicht weinen, Süße…bitte…“, flehte er sie an. „Ja…ich…, man, Tom hat eben geschrieben…und…und…ich fühl mich so beschissen…es…es tut so weh…ich…ich kann das nicht mehr…“, schluchzte sie hemmungslos und ließ sich in Bills Arme fallen.
Ihr Herz schien in tausend Stücke zu fallen. Ein tiefer Riss, der sich nicht beheben ließ.
„Süße, bitte hör’ auf zu weinen…, bitte…“, flehte er sie wieder an. „Aber…weißt du eigentlich was ich hier mache? Jeder verdammte Fick war falsch. Ich betrüge Tom immer mehr mit dir…!“, schrie sie ihn fast an. Nach Atem ringend sah sie Bill an. „He, du musste dich nicht entschuldigen oder dich rechtfertigen…ich…ich finde es großartig mit dir!“, sagte er leise, sodass sie es gerade noch so verstand.
Mali blickte ihn an. „Sicher?“, fragte sie und ehe sie noch etwas erwidern konnte, zog er sie zu sich heran. Umschloss seine Lippen mit den seinen und bat dringend um Einlass, den Mali ihm schnellstmöglich gewährte. Sanft umspielten sich ihre Zungen und sie spürte, wie seine Hand sanft ihren Körper entlang fuhr. Eine Gänsehaut machte sich auf ihr breit, da wo er sie berührt hatte. „Bill…bitte…du…du machst mich so geil…fick’ mich…“, sagte sie und musste vor Erregung stöhnen. „Alles okay?“, fragte er sie erregt und als sie ihr Bein um ihn legte, spürte sie seine Erregung. Ihr Zungenspiel hielt noch immer an und erregte sie immer mehr. Sie wollte ihn. Jetzt. Und was sprach dagegen?
Als sie das dachte, wich sie beinah erschrocken zurück. Wie konnte sie sowas nur denken? Doch es entsprach verdammt nochmal der Wahrheit. Sie zog Bill wieder an sich heran und ließ erneuert ein Zungenspiel beginnen.
Noch immer spürte sie, wie seine Hände sie berührten. Sie anfassen wollten. Sie genoss es, sie wollte mehr, und verlangte es auch. Bekam letztendlich das, was sie wollte.
Sanft strich er zwischen ihren Beinen entlang. Erregte sie mehr und öffnete ihre Hose, fuhr bedächtig in ihre Unterwäsche. Sie stöhnte auf, fuhr zusammen und versuchte sich krampfhaft wieder zu entspannen. Doch das war leichter gesagt, als gedacht. Seine Bewegungen ließen schier nichts anderes zu. Wollte er sie etwa jetzt schon zum Orgasmus bringen?
„Bitte…bitte hör’ nicht auf… ich…ich komm’ gleich…!“, stöhnte sie mehr oder weniger und spürt gleich dieses Gefühl in sich aufkommen. Sie kam. Stöhnte. Schrie. War nicht mehr Herr über ihre Gedanken, spürte nur diese Geilheit in sich aufkommen.
Plötzlich ließ Bill von ihr ab. Beorderte durch das Berühren ihrer Hand sich an seiner Boxershorts zu schaffen zu machen. Umspielte sie sanft, ehe sie ihre Hand in seine Boxerhorts wandern ließ. Berührte sein steifes Geschlecht. Umfasste es, massierte es und bewegte ihre Hand gekonnt an seinem Geschlecht. Wollte es in ihrer Hand spüren. Blitzartig entzog sie jedoch ihre Hand und versuchte ihn von seinem T-Shirt zu befreien. Er zog es bereitwillig aus, und wollte sich auch an ihrem Schlafshirt zu schaffen zu machen.
Er hatte es ihr schnell ausgezogen, berührte ihre Brust, ließ seine Hand sanft über sie streichen. Mali wusste nicht mehr, was sie tun oder lassen sollte. Sie hatte bereits einen Orgasmus gehabt und war nun nahe dran wieder einen zu bekommen.
Schon seine Berührungen ließen sie aufstöhnen. Sie berührte mit ihrer Hand wieder sein Geschlecht und zog ihm sanft die Boxershorts aus. Hatte nun direkteren Zugriff. Mehr Freiheit.
Küssend bewegte sie sich nun von seinem Mund an seinen Hals, an sein Schulterblatt, und weiter nach unten über seine Brust. Bis sie da ankam, wo sie hinwollte. Sanft leckte sie an seinem steifen Geschlecht, was vor Erregung heftig pulsierte. Wie sie es zumindest fühlte. Sie wusste, er kam gerade. Stöhne laut ihren Namen. Wusste nicht, was er machen sollte. Aus dem Augenwinkel sah sie seine Hand, die sich in das Bettlacken krallte.
Mali erhob sich wieder und er zog sie sofort gierig zu sich heran. Hatte sie auf ihren Rücken gedrückt und begann sich über ihr aufzubauen. „Ich…liebe dich…du…du machst mich so geil…du bist so wunderschön!“, stöhnte er und ehe sie sich versah, war er in sie eingedrungen. Mali spürte seine Bewegungen in ihr. Wie sie sich rhythmisch bewegten. Sie stöhnte abermals auf und kam erneuert. Fühle das Gefühl des Höhepunkts, des Orgasmus in sich aufkommen.
Doch in diesem Moment drehte sie sich auf die andere Seite, positionierte sich auf ihm und begann ihr Becken zu bewegen.
In seinen Augen spiegelte sich die Lust wider, mit der er sie berührte, an ihren Busen fasste und stöhnte.
Malika genoss es, schloss genießerisch die Augen. Merkte, dass sie gleich wieder kam und sein steifes Glied in sich, wie es sich in ihr bewegte, sie zur Höchsten Lust trieb und wieder kommen ließ. Spürte, wie er sich in ihr ergoss. Sanft ließ sie von ihm ab, neben ihn fallen und wollte augenblicklich seine Lippen berühren…

Chapter Seventeen:


Sie küssten sich leidenschaftlich und gleichzeitig verlangend.
Mali hätte schon wieder mit ihm schlafen können, es war einfach so hammer geil. Er war so geil. Er schaffte es jedes Mal ihren Kopf wie leer zufegen. Er ließ sie immer ihre Gedanken beiseite schieben und einfach nur zu geniesen.
Noch nie hatte Tom… ‚Ich sollte dringend damit aufhören, Bill immer mit Tom zu vergleichen.’, dachte sie sich und schaute verträumt aus dem Fenster.
Sie wurde durch das Geräusch eines knurrenden Magens aus ihren Tagträumen geweckt, was sie zum Lachen brachte.
„Naaa, hat da jemand Hunger?“, neckte sie Bill, doch der nickte nur.
„Mali, kann ich duschen gehen?“, fragte er.
„Na klar, du weißt wo das Bad ist?“; fragte sie zurück er nickte und sie standen gemeinsam auf.
„Warte ich geb’ dir ein Handtuch, damit du dich abtrocknen kannst.“, flüsterte sie und lief mit Bill zusammen ins Bad, wo sie ihm ein Handtuch zurechtlegte.
„Danke, Schatz.“, hauchte er ihr ins Ohr. Wieder bekam sie eine Gänsehaut.
Gänsehaut sollte echt verboten werden. Bill drehte sie leicht zu sich und küsste ihren Hals hinab, da beide noch nackt waren, war es kein Problem für ihn an ihren Busen zukommen.
Er küsste sie wieder überall und Malika merkte die Wärme in ihrem Unterleib hinaufsteigen.
„Bill“, stöhnte sie seinen Namen. Immer wieder machte er sie binnen Sekunden so geil, dass sie ihn am liebten an die Wand ketten würde und den Schlüssel verschlucken würde.
Er drehte das Wasser auf und hob Mali hoch sodass sie nichts mehr machen konnte. Er drückte sie an sich und sie spürte seinen harten Penis an ihrem Bauch.
Kaum waren sie unter der Dusche verschwunden, schon fickten sie wieder.
Die spürte ihn tief in sich, krallte sich in seinem Rücken fest und spürte wie er immer schneller und tiefer in sie eindrang.
Sie stöhnten laut. Malika hoffte nur, dass die Nachbarn nichts davon mitbekamen…
„Malika…“, keuchte Bill.
„Ich… liebe dich.“, keuchte Mali.
Es überraschte sie, wie er plötzlich schneller und härter zustieß und sie kam.
Sie kam mit einem überwältigenden Stöhnen ihrerseits.
Bill stieß immer wieder hart zu. Sie war schon gekommen, das Nachgefühl wurde unglaublich stark und schön. Ihre Hände machten sich wie selbstständig. Sie fasste an seinen Arsch und versenkte ihre Nägel darin. Es war unglaublich erlösend. Bill kreischte kurz auf, als sie es tat.
Kurze Zeit danach ergoss er sich in ihr.
Er zog sich aus ihr hinaus und küsste sie.
Sie duschten und küssten sich immer wieder dabei.
Als sie fertig waren, stieg Malika zuerst aus der Dusche und machte sich, nachdem sie sich abgetrocknet hatte, daran das Frühstück zu zubereiten.
Als sie schon so gut wie alles fertig hatte, und gerade am Kaffeekochen war, umarmte sie jemand von hinten.
„Na, schon fertig?“, fragte sie.
„Mhm.“, bekam sie als Antwort.
„Gut, das Frühstück ist auch gleich fertig.“, flüsterte sie.
Bill ließ sie los und ging schon mal zum Tisch, an dem sie essen würden.
Als das lang ersehnte „Pling“, der Kaffeemaschine ertönte, füllte sie den Kaffee in zwei große Becher und balancierte sie zum Frühstückstisch.
Sie nahm sich ein Brötchen und fing an es aufzuschneiden, als plötzlich ein nervtötendes Geräusch an ihre Ohren drang. Ihr Handy klingelte. Mal wieder.
Sie erhob sich und stapfte in ihr Zimmer.
Mali schaute auf ihr Handy; Tom is calling, stand auf dem Display.
‚Na ganz toll.’, dachte sie sich, ging jedoch trotzdem ran..
„Hey Schatz.“, begrüßte sie ihn aufgesetzt froh.
„Na Süße, wieso gehst du nicht ans Telefon?“, fragte er.
„Ich war duschen.“, erwiderte sie.
„Maus, ich muss mit dir reden, das kann so nicht weitergehen. Wir streiten uns nur noch, seitdem du im Malibu warst. Ich … ich hab das Gefühl du verheimlichst mir etwas…“, murmelte Tom. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in Malikas Magen aus.
Scheiße, was war, wenn er es wusste?
„Ehm…, was soll ich dir denn verheimlichen?“, fragte sie. Das Gefühl in ihrem Bauch wurde immer stärker.
„Ich weiß nicht, Schatz. Ich… jetzt raste nicht wieder aus… ich glaube du hast einen anderen…“, seine Stimme zitterte.
„Tom.. ich… Du … du kannst mir doch nicht einfach unterstellen, dass ich einen anderen habe. Ich weiß, dass du denkst, ich wäre noch so wie früher, aber… ich liebe dich nun mal, und keinen anderen. Ich weiß auch, dass du nie da bist, nur… gestern, tut mir leid… ich bin so ausgetickt. Du… du engst mich so ein. Ich habe das Gefühl, dass aus dir ein Kontrollfreak geworden ist. Warum vertraust du mir nicht einfach?“, schluchzte sie.
„Weil.., ich… Oh man… ich wurde schon so oft verletzt. Erst dadurch bin ich so geworden, wie ich jetzt bin. Ich kann das doch nicht steuern. Meine Gedanken sind immer bei dir. Ich weiß, dass ich dich liebe und ich habe einfach Panik dich zu verlieren, verstehst du?“, fragte er, sie stimmte ihm zu.
„Aber es ist immer noch kein Grund mir zu misstrauen, oder?“, fragte Malika.
„Nein, eigentlich nicht. Aber du und Bill ich… ihr seit so anders geworden, ich weiß du bist seine beste Freundin und ich weiß auch, dass du teilweise echt mehr weißt wie ich, aber…
Immer wenn du bei ihm bist, denke ich dass ihr…“, er stockte und schniefte.
„Dass wir miteinander schlafen?“, hackte Mali nach.
„Ja...“, gab er kleinlaut zu.
„Süße, weißt du… Er … er liebt dich… Ich merke das doch, ich glaube er würde alles tun um uns auseinander zubringen.“, schluchzte Tom.
„Wie bitte?“, fragte Malika angriffslustig. Sie sah es nicht ein, dass Tom so etwas über seinen Bruder behauptete.
„Du willst doch wohl jetzt nicht ernsthaft behaupten, dass Bill uns auseinender bringen würde. Ich weiß nicht wie lange du es schon weißt, dass Bill etwas von mir will, aber ich garantiere dir, ich weiß es auch. Und Bill würde uns niemals, wirklich niemals… auseinander bringen wollen, denn er würde es nicht ertragen, dich so zusehen.“, nahm sie Bill in Schutz. Natürlich würde Bill sie nicht auseinander bringen wollen, warum denn auch? Das beste Beispiel sah sie doch erst vor ein paar Tagen. Er hatte doch gesagt, dass er keine Beziehung zu ihr haben könnte, wegen Tom. Nur eben eine Fickbeziehung, aber würde das sie und Tom nicht auch auseinander bringen.
Malikas Blick verfinsterte sich.
„Tom, ich muss weiterlernen.“, sagte sie und kurz darauf legten sie auf.
Sie schritt auf Bill zu, der mit dem Rücken zu ihr saß und gerade an seinem Kaffee nippte.
Malika setzte sich im gegenüber. Was war, wenn er sie und Tom wirklich nur auseinander bringen wollte. Sie musste ihn schnellstmöglich loswerden um darüber nachdenken zu können.
„Bill, wenn du fertig gegessen hast, geh bitte.“, sagte sie mit fester Stimme.
Sein Kopf fuhr hoch; „Was?“

Chapter Eighteen:


„Du hast mich verstanden…es tut mir leid, aber ich brauche einfach Zeit…, für…für mich…bitte versteh’ das…“ Mali fiel es schwer, diese Worte auszusprechen. Doch was sollte sie machen?
„Mali…Schatz…ich…meinst du das etwa nicht ernst, was du heute Morgen…beim…beim Duschen…und so…gesagt hast?“ Ziemlich perplex schaute sie ihn an. Was bitte hatte das damit zutun? Dachte sie und wandte sich wieder ihrem Kaffee zu.
„Ich…, bitte geh’ dann einfach…“, bat sie ihn erneuert und richtete ihren Blick gen Fenster. Plötzlich merkte sie, dass er vor ihr stand. Sie beobachtete. Mali schaute ihn an. Die Tränen liefen schon längst ihr Gesicht hinunter. Ihr Verdacht, oder eher der von Tom…, war es wirklich so?
„Bill…bitte sei’ ehrlich zu mir…machst du…machst du das nur weil…weil…du Tom und mich auseinander bringen willst?“
Erschrocken wich er zurück.
„Meinst du das jetzt wirklich ernst?“, fragte er sie ungläubig. Mali nickte und sah ihn fordernd an. „Und?“, hakte sie nach. „Nein…ich…glaubst du das wirklich?“, fragte er sie. „Ich…Tom hat vorhin angerufen und diesen Verdacht geäußert…natürlich hat er nicht die geringste Ahnung. Aber wenn er dahinter kommt…dann…dann wird er das wohl denken…“ „Bist du dir sicher? Aber…du liebst Tom! Das hast du mir immer wieder gesagt…und…und auch mich…“ „Ja, verdammt! Deswegen bin ich auch so down. Man, rafft ihr das alle nur nicht?!“, fuhr sie ihn in einem harten Ton an.
„Das weiß ich…nur du würdest mir so unendlich wehtun…wenn…wenn…“ „Ja, was wenn?“ „Na, wenn du mich jetzt rausschmeißen würdest!“ „Ach ja? Und wie es mir geht, dass ist euch total egal, oder was? Glaubst du eigentlich, dass ich mich nicht schlecht fühle, wenn wir miteinander ficken? Glaubst du, dass du hier so mir nichts dir nichts mein Leben und meine Gefühle bestimmen kannst?“, schrie sie ihn an und verließ die Küche. Knallte die Tür ihres Zimmers zu und bereute bereits die Worte. Dass es Bill nicht egal war, wusste sie. Doch wie lange sollte dieses Spiel noch gehen, bis Tom davon erfahren würde?
„Malika! Bitte mach’ auf! Bitte, es tut mir leid. Und mir ist es nicht egal, was mit dir ist. Ich liebe dich…dass ist ja das Problem…, man, nun mach’ schon auf…und egal bist du mir auch nicht!“ „Nicht? Das sehe ich aber anders! Ihr – du und Tom – ihr behandelt mich wie euer Eigentum. Ich bekomme mehr und mehr das Gefühl, dass ich muss, und nicht will…dabei..dabei ist das mit dir einfach nur wie ein Kick. Diese Fickbeziehung wie du es nennst…ich…ich glaube ich verliere mich darin…es ist mehr als nur geil und einziger Orgasmus. Ich…bin drauf und dran mich in dich zu verlieben und Tom dabei zu verlieren, obwohl ich noch liebe!“, schrie sie ihn mehr oder weniger durch die Tür an. Doch dann stand sie auf, mit Tränen im Gesicht und öffnete die Tür, die sie abgeschlossen hatte. „Ich versteh’ dich doch…, man, ich…ich weiß doch auch nicht was ich machen soll…“, flüsterte Bill und Mali brach weinend in seinen Armen zusammen. Gerade so konnte er sie halten und versuchte sie zu ihrem Bett zu bugsieren. Es gelang ihm auch und so lagen sie bald nebeneinander. Bill hatte Mali tröstend im Arm und versuchte sie zu beruhigen. Doch die Tränen wurden mehr. „Mali…bitte…ich bin für dich da…aber, bitte hör’ auf zu weinen…, Süße…!“, versuchte er ihr die ganze Zeit zuzusprechen, doch Mali konnte sich nur schwer beruhigen.
„He…“, flüsterte er ihr weiter zu. Sie verlangte nach einem Kuss. Abwechslung? Sie wusste es nicht. Wusste nur, dass sie wollte. Sie wollte ihn. Bill Spüren, mit ihm schlafen, ihn erleben. Spüren. In sich spüren.
Ihre Zungen begannen ein sanftes Spiel. Sein Pircing stieß hier und da gegen ihre Zunge was sie gleich wieder erregte.
Seine Hände fuhren an ihrem Körper entlang, sanft und Mali wusste, sie wollte wieder mit ihm schlafen, sich mit ihm verbinden. Ihn tief in sich spüren…
Ein nerv tötendes Klingeln ließ sie die beiden sich erschrocken voneinander lösen. Malis Handy kündigte einen Anruf an. Sie löste sich aus Bills Umklammerung und nahm ihr Handy in die Hand. ‚Tom called‘ verriet Mali ihr Display. „Tom…“, sagte Mali schwach und spürte beinah wieder die Tränen in sich aufkommen.
„Geh’ schon ran, sonst schöpft er noch Verdacht!“, sagte Bill schnell und stand auf, ließ sie alleine. Schon allein das er nicht mehr neben ihr lag, schmerzte in Mali, aber auch, dass sie ihren Freund wieder belügen musste.
„Ja?“, ging sie ran.
„He…, ich bin’s…ich…es tut mir leid…aber…ich brauch’ dich…, kann ich zu dir kommen?“, fragte er sie. „Ich…ja…na ja, ich muss lernen, Tom…!“ „Ja, ich weiß, aber…nur kurz…“ Nein. Schoss es ihr durch den Kopf. „Tom, was willst du? Eben auf einen Fick vorbei kommen, oder was?“ „Nein…, Mali…bitte, dass darfst du noch nicht einmal denken…!“ „Oh, doch, das tue ich!“ „Aber-“, weiter kam er nicht, denn Mali hatte aufgelegt. Wollte er nur vorbeikommen, um mit seiner Freundin zu schlafen? Tat Bill etwas anderes? Schoss es ihr durch den Kopf, denn es passte in den Zusammenhang.
„Mali?!“, kam es von Bill, der gerade eben wieder in ihr Zimmer getreten war. Mali sprang auf, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und rannte an ihm vorbei.
Es tat so weh. Sie würde alles verlieren…ihren Freund, den sie liebte. Bill, mit dem sie schlief.
Ihr Leben schien den Bach hinunter zu laufen…, hatte sie endgültig alles verloren?
Ziellos rannte sie nach draußen. Irgendwohin. Ohne ein Ziel?

Chapter Nineteen:


Sie rannte immer weiter, bis sie irgendwann völlig fertig blieb sie irgendwann stehen.
Die Seitenstiche machten sie fertig. Völlig außer Atem schaute sie sich um.
Sie war vor der Wohnung von Bill und Tom angelangt.
War es Schicksal, dass sie hierher führte, oder einfach nur Zufall?
Sie lehnte sich an die Hauswand.
„Malika?“, fragte eine ihr zu bekannte Stimme von oben herab.
„Ich… äh… was?“, kreischte sie erschrocken auf.
Sie sah sich um, entdeckte jedoch niemanden.
„Hier oben.“, sagte die Stimme wieder und sie schaute hoch.
Dort stand Tom auf dem Balkon mit einer halb aufgerauchten Zigarette.
„Warte, ich mach dir die Tür auf.“, seufzte er und schnippte die Kippe vom Balkon.
Kurze Zeit später hörte Mali den Summer.
Sie drückte fest gegen die Tür, die auch sofort aufging und stieg eine Etage höher um dann direkt in Toms Arme zulaufen, natürlich nicht mit Absicht.
Als sie in seine Augen aufsah durchfuhr sie ein kleiner Stich. Es tat ihr weh in seine reinen Augen zuschauen.
„Hey Schatz.“, flüsterte er und küsste sie sanft.
Immer tat er so, als wäre alles in Ordnung. Nie zeigte er, dass er sauer, traurig oder enttäuscht war.
„Hey.“, antwortete sie.
Sie gingen in die Wohnung rein.
„Sag mal, weißt du wo Bill ist?“, fragte Tom.
„Ne, keine Ahnung, ich denke mal er ist bei seiner ‚Freundin’.“, log sie.
Natürlich wusste Malika, wo Bill war. Zu gut sogar.
„Bill hat eine Freundin?“, fragte Tom entsetzt.
Mali nickte.
„Ja, Johanna, weißt du?“; fragte sie ihn, gespielt verdutzt.
„Ah, Johanna also? Wie ist sie so?“, fragte Tom.
„Sie ist schon in Ordnung.“, antwortete Mali.
„Ah du kennst sie?“, schaute Tom sie wütend an.
Mali nickte.
„Komisch, dass Bill nie was von ihr erzählt hat.“, Tom sah nachdenklich aus.
Malika zuckte nur ihre Schultern.
Sie schauten sich tief in die Augen und Tom zog Mali sanft an der Hand zu sich ins Zimmer.
Er schloss die Tür hinter sich und fing an sie sanft zuküssen.
Er fuhr mit seiner Zunge leicht über ihre Lippen, Malika gewährte ihm den Einlass, nach einem kurzen Zögern.
Mali spürte wieder dieses unglaubliche kribbeln. Sie küssten sich immer wieder.
Tom schob sie immer weiter durch den Raum, als sie plötzlich etwas Kaltes in ihren Kniekehlen spürte erschrak sie leicht, merkte aber schnell, dass es nur sein Bett war.
Sie ließ sich darauf fallen und zog Tom mit. Er landete sanft auf ihr und seine Hand fuhr unter ihr T-Shirt.
Er strich immer wieder leicht über ihren Bauch, fuhr mit der Zeit auch höher.
„Ich liebe dich.“, flüsterte er in ihr Ohr.
„Ich … ich dich auch.“, seufzte sie und sie küssten sich wieder.
Der Kuss strahlte alles aus. Die Liebe, Zärtlichkeit und Leidenschaft zwischen ihnen.
Toms Hand wanderte langsam tiefer, blieb an ihrem Bauch stehen und strich dort mehrmals rüber.
Kurze Zeit später war ihr Hosenknopf offen und ihr T-Shirt ausgezogen.
Ihre Haare, noch immer nass vom duschen mit Bill befleckten Toms Kopfkissen mit Wasser.
Seine Fingerspitzen fuhren immer wieder ihre Hauptschlagader entlang.
Er küsste ihren Bauch, als plötzlich die Tür aufgerissen wurde.
Bill stand teils geschockt, teils sauer in der Tür. Mali riss die Augen auf, doch Tom kümmerte sich nicht weiter darum.
Bill starrte sie ungläubig an.
„Maaaan… Tom…. Jetzt hör doch auf. Bill steht in der Tür….“, zischte Malika in Toms Richtung.
„Ey… willst du dich jetzt anpissen, weil Bill in der Tür steht, oder was?“, meckerte Tom sie an. Malika wollte aufspringen, doch Tom hielt sie fest.
„Nein… du haust dieses Mal nicht ab… Man Mali… du kannst doch nicht immer abhauen…
Außerdem…will ich Sex.“, sagte Tom. Er war wie verwandelt.
Langsam fragte Malika sich, ob Tom was genommen hatte, denn so wie er sich benahm, konnte man das echt behaupten. Seine Hand wanderte wieder in ihren Tanga.
„Jetzt hör’ auf, man.“, schrie Malika, das wirkte jedoch auch nicht.
Bill stand immer noch in der Tür und regte sich nicht. Stumme Tränen rannten über Malikas Wangen.
Tom fing an zu lachen.
„Guck mal, da ist Wasser.“, gackerte er, während er auf ihre Wangen zeigte.
„Man… Bill jetzt hilf mir doch mal…“, flehte sie in Richtung Bill.
„Warte… Ich….“, er schaute Malika hilflos an.
„Ohhhh… Billy kann jeden Tag drei Mal mit Malika ficken, aber sie von mir befreien kann er nicht…“, lachte Tom hysterisch.
„Bill, Hilfe.“, kreischte sie, als Tom anfing sie wie wild zuküssen.
Malika wusste nicht wie ihr geschah, doch kaum zwei Sekunden später, lag sie weinend in Bills Armen.
Kurz darauf hatten sie sich in Bills Zimmer eingeschlossen.
Sie lagen eng aneinander gedrückt auf Bills Bett.
„Bill... ich… meinst du … er hat was mitbekommen?“, fragte sie und schaute ihn ängstlich an.
„Ich weiß nicht… Scheint wohl so…“, flüsterte er und küsste ihre Stirn.
„…aber wie?“, fragte sie in die Stille hinein.
Er zuckte die Schultern; „Ich weiß nicht, aber selbst wenn es so wäre, ich glaube nicht, dass er es sagen würde. Du hast doch selbst gesehen, wie er gerade drauf war. Der hat Drogen genommen, das hat man seinem Verhalten sofort angesehen. Ich hab keine Ahnung, ich weiß nur, dass ich dich liebe und niemand mich von dir fernhalten kann.“
Sie schaute ihn zärtlich an, es war das erste Mal, dass sie nur kuschelten und schmusten, den ganzen Tag lang.

Chapter twenty:


Tränen liefen ihre Wange hinab. Sie dachte an das eben Geschehene zwischen ihr und Tom. Was war nur los. Zuerst glaubte sie, dass wieder alles in Ordnung zwischen ihnen war. Der sanfte Kuss, als sie gekommen war, dass beginnende Spiel und die Leidenschaft zwischen ihnen. Doch das war alles falsch. Gelogen. Nicht wahr.
Tom hatte alles kaputt gemacht. Aber wieso hatte er was genommen? Wegen ihr? Mali fühlte sich schuldig. Sie war an allem Schuld. Seit dem sie mit Bill geschlafen hatte, begann dieser Alptraum immer schlimmer zu werden. Wuchs er nun allmählich zu seiner wahren Größe heran und zeigte ihr, wie schlimm er werden könnte?
Mali blickte auf. Zu Bill. Die ganze Zeit lagen sie eng aneinander gekuschelt in seinem Zimmer.
Er konnte sich ebenso wenig wie sie erklären, was da gerade mit Tom abgegangen war.
Es war alles so verstrickt…
„Bill…?“, flüsterte Mali leise.
„Ja…was ´n?“, fragte er sie und schaute sie so durchdringen, gefühlvoll und lieb an.
„Ich…danke, dass du mich…wegen vorhin…“ Mali traute sich nicht zu sagen, was da los war. Sie wollte es nicht. Es tat zu sehr weh. „He, wenn ich dir helfen kann…außerdem…ich liebe dich doch!“
Sie lächelte leicht, doch dann ließ sie ihren Blick wieder gen Boden fallen. „Bill…“, fragte sie wieder leise. „Was ´n?“, fragte er wieder. „Ich…, na ja, glaubst du ich kann wieder mit ihm reden…?“ „Du meinst, ob die Wirkung? Bleib’ am besten hier, ich schaue mal nach ihm. Dass wird jedenfalls das Erste und das letzte Mal gewesen sein, das er das gemacht hat und außerdem wird es sicher Konsequenzen mit sich ziehen…“ „Meinst du… das er…?“ „Ich weiß es nicht, aber ich habe den Verdacht, dass er das nicht das erste Mal gemacht hat und wer weiß, wie er das nächste Mal reagiert…drauf ist…!“ „Du hast du Recht, aber…ich…trau’ mich beinah nicht mehr meinem eigenen Freund unterzutreten…ich…!“ „Pst…, alles wird wieder gut, das Verspreche ich dir!“
Konnte sie ihm glauben? Sie wollte es. Doch sie wusste ganz genau, dass sie Tom liebte. Über alles. Ja, die Gefühle waren nicht verschwunden. Vorhin, sie war beinah richtig geil auf ihn. Doch…er hat es verdorben. Mit seinem Verhalten. Mit seinem Willen. Sollte das jetzt so weitergehen?
Bitte nicht…
„Mali?“, riss Bill sie aus ihren Gedanken. Sie hatte es nur kaum mitbekommen, dass Bill aufgestanden war.
„Hm?“ Fragend sah sie ihn an. „Ich…schau’ mal nach ihm, ja? Bitte bleib’ hier…, Süße, ich will nicht das dir was passiert. Außerdem muss ich ihm das ausreden…“ „Wie?“, fragte sie perplex. „Ich bin gleich wieder da!“, sagte er nur und war auch schon zur Tür raus.
Einige Minuten später kam er auch schon wieder und Mali blickte in ein sorgenvolles Gesicht. „Nein, was ist passiert?“, fragte sie ihn. „Ihm geht’s richtig beschissen…, er sitzt in seinem Zimmer und weint…wegen dir…er glaubt, dass er dich verloren hat…, na ja, ich…ich glaube er ist wieder halbwegs normal ansprechbar…ich…komm’ mit…“, sagte er nur, hielt Mali seine Hand hin, die sie dankbar nahm, denn ein wenig Angst machte sich schon ihr breit.
„Tom?!“, rief sie erschrocken, als sie ihn sah. Zusammengekauert auf seinem Bett und die Augen ganz rot und verquollen vom Weinen.
„Mali…ich…, man, ich…es tut mir alles so leid…ich…das Zeug wirkt nicht mehr…“, brachte er mühselig hervor und schaute sie traurig an.
„Dir ist hoffentlich klar, was du da gemacht hast…ich…hab’ Angst Tom, dass…das sowas wieder passieren kann…und dann niemand da ist, der mir helfen kann…und…Tom, ich pack’ das nicht…entweder, du lässt dir helfen von dem Zeug loszukommen, oder es ist endgültig aus und du siehst mich nie wieder!“ „Ich…Mali…ich…ich habe das doch nur wegen dir getan…“ „Wann hast du zum ersten Mal dieses verdammte Zeug genommen? He? Sag’s mir verdammt!“, schrie Mali ihren Freund an. „Seit…seit dem du im Malibu warst…“ „WIE BITTE?“, schrie sie ihn weiter an und verlor allmählich die Beherrschung. Es waren knapp anderthalb Monate seitdem vergangen…und…, nein. Sie konnte es nicht fassen.
„Deswegen warst du auch immer so drauf…“, schlussfolgerte sie und wollte sich umdrehen, raus hier, um das alles nicht mehr sehen zu müssen.
„Mali…ich…es tut mir leid…ich…ich mach’ das!“, versuchte er seine Stimme laut zu erheben, was ihm aber nicht recht gelang. „Gut, die Chance bekommst du!“, sagte sie eisern und einem enttäuscht klingendem Ton.
Tom sah sie an. Er schien nicht zu fassen, was sie da gerade eben gesagt hatte, doch es war ihr egal. Eine Chance gab sie ihm noch.
Würde er sie nutzen?

Chapter twenty-one


Am nächsten Tag würde Malika wieder zur Schule gehen müssen, sie würde alle ihre Freunde sehen, darunter auch Finn.
Was er wohl dazu sagen würde, wenn sie ihm erzählen würde, dass Tom LSD genommen hatte.
Er würde sicherlich ausrasten, denn Tom würde es, wie Malika ihn kannte wieder an ihr festmachen.
Sie war immer an allem Schuld. Tom gab ihr immer die Schuld an allem.
Sie hoffte nur inständig, dass Tom nie herausfinden würde, dass sie eine Beziehung mit Bill hatte. Das wäre ihr eigenes Todesurteil.
Das Wasser rannte ihren Körper hinab. Es tat gut einfach unter der Dusche stehen zu können und nach zudenken, ohne gestört zu werden.
Manchmal verfluchte Malika sich dafür, Tom so nah zu sein, überhaupt eine Beziehung mit ihm eingegangen war.
Manchmal tut es mehr weh sich an eine Situation zu erinnern als sie zu erleben…

„Bitte, Malika, ich weiß ich kenne dich noch nicht lange, aber ich habe mich in dich verliebt.“, flüsterte Tom in ihr Ohr.
Sie erschrak zutiefst.
„Ich will dich immer wieder in meine Arme schließen können, dich lieben, dich spüren. Ich bekomme die eine Nacht nicht aus meinem Kopf. Bill sagt, dass ich verliebt bin.“, erklärte er weiter.
„Ich… ich… Tom… ich… habe einen Freund…“, sagte sie.
„Du hast was?“, fragte er und schaute sie ungläubig an. Sie nickte leicht.
„Ja ich habe einen Freund…“, flüsterte sie.
„Warum schläfst du mit mir,… wenn du einen… Freund hast?“, fragte Tom sie.
Verletzt schaute er sie an.

… sie konnte sich noch sehr gut an den Blick von Tom erinnern. Es hatte ihr so wehgetan, doch ihr damaliger Freund war nun ja, etwas eigensinnig.
Malika durfte schlafen mit wem sie wollte, doch sie musste mit ihm zusammenbleiben.
Tom und Malika hatten sich noch öfter getroffen, immer wieder nur freundschaftlich.
Sie hatte herausgefunden, dass sie sich in ihn verliebt hatte. Irgendwann beichtete sie es ihm. Natürlich freute Tom sich. Doch dann begann der Kampf mit ihrem Freund.
Sie musste ihn immer wieder anlügen. Er verfolgte sie, bis sie so die Schnauze voll hatte und ihn anzeigte. Er bekam ein Strafverfahren und man fand Bilder, die Nico von Malika und Tom gemacht hatte. Sie erinnerte sich nicht gerne an diese Zeit, doch da hatte alles angefangen. Sie hatte mit Nico Schluss gemacht und letzten Endes ihr Glück mit Tom gefunden. Es war wirklich nicht einfach für sie, dieses Glück wieder aufzugeben.
Sie würde das mit Bill beenden müssen.

Sie konnte Tom doch nicht so dermaßen hintergehen. Er hatte begonnen wegen ihr Drogen zunehmen. Das war das Anzeichen, dass er nicht mehr konnte. Er wusste es.
Er wusste, dass Malika etwas mit Bill am laufen hatte, so dachte sie zumindest.
Warum sonst sollte er angefangen haben Drogen zunehmen?
Malika fand einfach keine bessere Erklärung.
Sie drehte das Wasser ab und stieg aus der Dusche. Nachdem sie sich abgetrocknet hatte, ging sie in ihr Zimmer, zog sich ein Top und eine Hotpants an und legte sich in ihr Bett.
Ihre Gedanken schweiften immer wieder ab, als sie versuchte zu lesen. Sie musste immer wieder daran denken, was am selben Morgen in diesem Bett passiert war.
Es machte ihr Angst. Warum hatte sie Tom betrogen? Sie hatte sich doch geschworen, nie wieder fremdzugehen. Ihre Bettwäsche roch nach Bill. Sie ertrug es einfach nicht den Geruch in der Nase zuhaben, der sie dermaßen anwiderte, nicht weil Bill stank oder ähnliches, sondern weil es sie an die Geschehnisse erinnerte, und gleichzeitig süchtig machte.
Plötzlich sprang Mali auf, schmiss die Bettwäsche von ihrem Bett und riss sie von ihrem Kissen und ihrer Decke ab. Angewidert betrachtete sie das schwarze Bettlaken, es war voller weißer Flecken. Sie schmiss es in die Waschmaschine, genau wie den Kissenbezug und den Deckenbezug. Sie konnte es in diesem Augenblick überhaupt nicht haben.
Sie ging zum Flurschrank und holte sich frische Bettwäsche raus, danach bezog sie ihr Bett und legte sich wieder rein. Malika hatte einen Entschluss gefasst, auch wenn es ihr schwer fiel, sie würde die Beziehung, Fickbeziehung, oder was auch immer zwischen ihnen war beenden. Es ging einfach nicht anders. Es tat zu sehr weh. Sie wollte Tom nicht noch mehr leiden sehen. Langsam aber sicher verschwanden ihre Gedanken ins Leere und sie driftete ins Traumland.
Ein dröhnendes und nervtötendes Geräusch weckte Malika am nächsten Morgen. Sie schlug leicht um sich, doch leider traf sie ihren nervtötenden Wecker nicht und musste wohl oder übel aufstehen. Sie schlang nachdem sie sich angezogen hatte schnell ein wenig Müsli hinunter und machte sich kurz darauf völlig ungeschminkt auf den Weg zur Schule.
Jeden Morgen lief sie zwanzig Minuten hin, und nach den ersten fünf Minuten stieß sie meist mit Finn zusammen und wenn das nicht der Fall war, dann wartete sie auf ihn. Finn und Malika waren schon seit der Grundschule in einer Klasse und sind seitdem immer zusammen zur Schule gegangen. Wenn Finn zu spät kam, dann kam auch Malika zu spät. Sie wartete immer auf ihn auch wenn er noch so lange verschlafen hatte.
So geschah es auch an diesem Morgen sie trafen sich um halb acht beim Bäcker, direkt gegenüber des Hauses wo er wohnte.
„Guten Morgen Schatz.“, rief sie ihm schon zu, als er noch nicht die Straße überquert hatte.
Als er vor ihr stand, begrüßte sie ihn wie immer mit einem schlichten Kuss auf den Mund.
„Morgen.“, murrte Finn schlecht gelaunt.
„Was ist denn los?“, fragte Malika.
„Ah,… ich hab nur schlecht geschlafen…“, grinste er sie schief an.
„Finn, ich muss dir was erzählen… Ich…. Tom… er nimmt Drogen.“, flüsterte Malika ihm zu.
„ER TUT WAS?“, kreischte Finn so plötzlich, dass selbst Malika erschrak.
„Er… hätte mich gestern beinahe… zum Sex gezwungen, wenn Bill nicht da gewesen wäre und mich nicht aus dieser Situation gerettet hätte… und er meinte noch gestern… dass Bill jeden Tag drei Mal mit mir schlafen würde, oder so ähnlich… Oh man, Finn ich glaube er ahnt was.“, erklärte sie.
„Oh Mensch, Mali, Süße. Das wird schon wieder, und wenn es nicht Tom sein wird, dann wird es halt ein anderer Typ.“, grinste er sie besorgt an.
Sie nickte, doch sie war sich nicht sicher, würde sie denn jemals einen anderen außer Tom oder Bill wollen, sie liebte sie doch…

Chapter twenty-two:


Als Mali zusammen mit Finn an der Schule ankam, klingelte es gerade und die beiden machten sich daran, noch pünktlich auf ihren Plätzen zu sitzen. Doch leider hatten sie Pech und sie kamen zu spät. Der Weg zur Schule hatte heute länger gedauert, wegen ihres Gespräches, und so standen sie vor der verschlossenen Tür.
Mali klopfte zaghaft und von drinnen war eine tiefe Stimme zu vernehmen. Mali schickte ein Stoßgebet zum Himmel, dass es nicht der Direx war.
Ihre Gebete wurden leider nicht erhört und sie stand sie eine Sekunde vor dem Direktor, der die beiden zu Spät kommenden Schüler musterte. „Ach, gedenkt ihr auch, hier zu erscheinen? Welche eine Ehre, setzt euch, es geht auch euch was an, was ich euch mittzuteilen habe, und Malika, bitte komm nach der Stunde zu mir, ich muss mit dir reden!“ Mali nickte nur und setzte sich auf ihren gewohnten Platz. Finn direkt neben sie.
Nachdem der Direktor eine Änderung des Stundenplans und einige organisatorische Dinge geäußert hatte, bat er Malika zu sich ins Büro.
Was um alles in der Welt wollte der denn jetzt von ihr?
„Malika, ich bekomme wöchentlich Berichte von Lehrern über einzelne Schüler. Manch ein Bericht ist gut, manch ein Bericht ist eher weniger gut, je nach dem…, nur, ich möchte dass du weißt, dass du, wenn du dein Abitur schaffen willst, noch mehr lernen musst. Das du dich mehr hinsetzen musst und lernen musst und nicht mit deinem Freund in der Weltgeschichte herumfahren kannst…, wenn es nicht besser wird, dann rate ich dir das Jahr zu wiederholen oder dich nach einer anderen Möglichkeit umzuschauen. So kann’s nicht weitergehen!“
Die Worte klangen in ihren Ohren nur zu schrecklich und Mali ließ ihren Blick zu Boden fallen.
„Es tut mir leid, wenn ich dir das so knallhart sagen muss, aber, ich denke, dass ist nur in deinem Interesse!“ „Ja, sicher. Ist es. Nur, ich weiß nicht, wie ich das packen soll, im Moment habe ich einfach keine Ahnung wie ich das alles auf die Reihe bekommen soll…es ist…es ist, im Moment alles nicht einfach…zu Hause…nichts ist in Ordnung…!“ „Dann sollest du dir überlegen, wo deine Grenzen liegen, und Prioritäten setzen!“ „Ja…, ich weiß. Aber ich weiß nicht, ob ich das kann…“, sagte sie leise und wurde wieder unsanft an ihr Dilemma erinnert.
„Mali, wenn du wirklich willst, dass du zur Prüfung zugelassen wirst und du auch die Vorprüfung bestehen willst, dann rate ich dir dich endlich hinter die Schule zu klemmen! Du hast mehrere schlechte Noten bekommen. Und du kannst mehr, beweise es und du kannst bleiben und deine Abiturprüfungen ablegen!“
„Ich…, ja, ich gebe mir Mühe“, sagte sie wieder schwach und nahm sich fest vor, die nächsten Wochen, es war nicht mehr lange hin bis zu den Abiturprüfungen, sich richtig auf den Arsch zu setzen und zu lernen, was sie lernen musste um für die Vorprüfungen fit zu sein.
„Gut, dann kannst du wieder zurück in den Unterricht! Geb dir Mühe!“, riet er ihr noch und Mali verließ mit hängenden Schultern und einem schlechten Gewissen sowie einem leichten Angstgefühl das Büro, indem der Direktor seinen Schreibtisch zu stehen hatte.
„He, was hat der Direx gesagt?“, stürmte Finn mit Fragen auf sie ein und Mali zog ihn nur mit in eine stillere Ecke, so dass sie niemand belauschen konnte und begann das Gespräch zwischen ihr und dem Schuldirektor genau widerzugeben. „Nicht dein Ernst! Na, toll, wie soll ´n das jetzt weitergehen? Du wirst doch die restlichen zwei Monate nur noch zu Hause hocken und lernen…“, gab Finn niedergeschlagen von sich. Mali schreckte auf. Zwei Monate? Hatte sie das eben richtig verstanden?
„Was ist denn mit dir los?“, fragte er etwas verwirrt und schaute sie an. „Hast du eben zwei Monate gesagt?!“ „Ja, wieso?“ „Nein, das glaube ich jetzt nicht. Es sind keine zwei Monate bis zu den Abiturprüfungen, oder?“ „Doch, und in zwei Wochen sind schon die Vorprüfungen, aber keine Angst, die Leistungen aus dem gesamten Schuljahr zählen ebenfalls!“ „Wie?“ „Man, Mali, habe ich dir das nicht schon hundertmal erklärt, wie das abläuft? Langsam müsstest du es echt mal gerafft haben. Schließlich machst du dein Abitur und nicht den Hauptschulabschluss!“, zog er sie auf. „Ach hör’ auf, manche haben nun mal eben nur den Hauptschulabschluss, und? Sind sie deswegen schlecht?!“, korrigierte sie ihren Freund, da sie es nicht leiden konnte, wenn er sich über andere lustig machte, die nicht genauso gut oder besser waren wie er.
„Ja, ja, ist ja schon gut, aber…, wieso hast du nicht endlich selbst nachgesehen, wann die Vorprüfungen sind? Und wenn du heute Gespräch hattest, Süße, dann musst du dich wohl ran setzen…!“ „Ja…, ich weiß, na ja, da muss ich ab sofort richtig viel lernen…“, sagte sie leise und machte sich wieder zurück ins Schulhaus, um nochmal auf Toilette zu gehen, bevor der Unterricht anfangen würde.
Mali konnte sich nur noch schwer konzentrieren, entweder wurde sie immer wieder von Finn in die Realität des grausamen Unterrichts zurückgeholt oder sie versuchte sich von selbst anzustrengen, doch Finn war eigentlich immer derjenige, der sie wieder in die Realität rief.
„Man, nun lass mich doch einmal nachdenken…“ „Nein, du solltest jetzt aufpassen! Der Scheiß da vorne ist wichtiger als dein Freund und wichtiger als das was der Direx gesagt hat. Und genau wegen dem solltest du jetzt lieber aufpassen!“, raunte er ihr zu und sie musste sich eingestehen, dass er Recht hatte.
Mali zwang sich demnach den restlichen Verlauf der Stunde aufzupassen. Sie wollte das, was gerade drankam nicht verpassen und hatte es auch gut verstanden, nachdem sie den Anschluss gefunden hatte. Finn staunte nicht schlecht, als Mali nach der Stunde alles widergeben konnte, was der Lehrer erzählt hatte, und das auch wo sie nicht aufgepasst hatte.
Hatte sie vielleicht doch noch eine Chance auf einen guten Abschluss?

Chapter twenty-three:


Malika würde sich von den Zwillingen distanzieren. Weder Bill noch Tom, würde sie sehen in den nächsten zwei Monaten. Sie brauchte die Zeit für ihre Prüfung, sie würde sich auf ihren Arsch setzten müssen und diesen Stoff pauken müssen, auch wenn sie dazu überhaupt keine Lust hatte.
Sie würde ihren Abschluss schaffen, das nahm sie sich ganz fest vor.
Finn schaute sie fragend an.
„Hä?“, machte Mali und schaute sich um, alles Augen waren auf sie gerichtet.
„Malika Krause, wenn sie nicht sofort zuhören, werde ich persönlich dafür sorgen, dass sie an den Prüfungen für ihr Abitur nicht teilnehmen dürfen.“, drohte ihr Lehrer.
„Scheiße, Mali. Du kommst nach der Schule mit zu mir. Wir werden lernen.
Ich wird’ es dir wenn es nötig ist auch einflößen.“, flüsterte Finn ihr vom Lehrer verschreckt zu.
Normalerweise, war er nie so, doch wenn es auf die Prüfungen zuging, war er immer so.
Malika schätzte Finn sehr dafür, denn sie selbst hätte, wenn sie ihn nicht hätte, schon längst aufgegeben. Finn tat alles für Mali und Mali tat immer alles für ihn. Sie liebten sich gegenseitig, als beste Freunde. Der Unterricht zog an ihnen vorbei, wie eine dunkle Regenwolke, und als es endlich zum Unterrichtsschluss klingelte, schnappten Malika und Finn sich ihre Taschen, er stellte die Stühle für beide hoch und sie gingen zum ihm nach Hause. Zum ersten Mal an diesem Tag schaute Malika auf ihr Handy.
Die Zwillinge hatten sich nicht gemeldet, umso besser für sie.
„Finn, ich glaube ich trenne mich von Bill. Also,… ich beende die Fickbeziehung… und Tom… ich werde ihn erstmal wohl auch nicht sehen…“, er nickte.
„Es ist wohl das Beste… für dich… für die Twins… für alle.“, stimmte er ihr zu.
Sie nickte traurig. Es machte sie innerlich jetzt schon kaputt, die Zwillinge eine so lange Zeit nicht sehen zu können, besonders Bill. Moment, hatte sie eben Bill gesagt? Verdammt, sie hing jetzt schon mehr an Bill als an Tom.
Sie würde sich klar machen müssen, dass Tom ihr Freund war und nicht Bill.
Ihr Handy fing an zu klingeln.
„… You can touch.. .
… You can play…
… You can say I’m always yours…
…I’m a Barbie Girl….“, sie unterbrach ihren Klingelton, in dem sie einfach abnahm.
„Hey Schatz.“, begrüßte Bills Stimme sie glücklich.
„Na.“, sagte sie nur knapp.
„Was ist los mit dir?“, fragte er.
„Bill… ich… ich kann das nicht mehr… mir wird das gerade alles zu viel… Ich … Oh fuck…
Ich muss das beenden… Es war immer sehr schön mit dir… aber ich kann das echt nicht mehr… Ich muss für meine Prüfung lernen, sonst werde ich nicht zugelassen… ich habe im Moment einfach nicht den Nerv für eine Fickbeziehung noch neben meiner Beziehung… Wenn ich meine Prüfung nicht schaffe, dann kann ich nicht studieren, dann ist mein Traum im Eimer… ich will das nicht….“, wie sooft in den letzen Wochen liefen ihr Tränen die Wangen hinab.
„Ich…okay.“, sagte Bill nur und legte auf. Einfach so, ohne sich zu verabschieden.
Finn schaute sie an und drückte sie an sich- er wusste wie schlecht es seiner Freundin gerade ging. Er wusste wie verletzt sie war, niemand hatte sie verletzt, sie hatte es selbst getan.
Doch es gab keinen andern Ausweg, wenn sie ihr Abi schaffen wollte, dann konnte sie wirklich nicht mit ihrem Freund und seinem Bruder – ihrer Fickbeziehung lustig durch die Weltgeschichte ficken.
Sie musste sich jetzt auf die Schule konzentrieren, es gab einfach keinen Weg daran vorbei, leider.
Finn zog sie mit zu sich und sie aßen eine Pizza.
Finn schaute sie an; „Maus, willst du nicht Tom noch anrufen und ihm sagen, dass du keine Zeit mehr für ihn haben wirst?“, fragte er letzten Endes.
Sie nickte leicht zögerlich. Sollte sie, oder sollte sie nicht?
Es tat ihr weh, ihm sagen zu müssen, dass sie ihn nicht mehr sehen konnte. Es gab nur einen Lichtblick für sie; Nur zwei Monate…
Zwei unendlich lange Monate, die sie lernen würde. Sie würde sich auf ihren Arsch setzen und für die Prüfungen lernen. Es kam ihr immer so vor, als wäre es eine sehr lange Zeit, doch das war es nicht. Zwei Monate würden schneller vorbei sein, als sie dachte.
„Na komm schon.“, ermunterte Finn sie und hielt ihr das Telefon vor die Nase.
„Finn… ich will … nicht… Ich hab Angst…“, flüsterte sie.
„Wovor?“, fragte er erstaunt.
„Vor seiner Reaktion… ich… wer weiß, ob er wieder was genommen hat…?“, schluchzte sie.
Sie tippte seine Nummer in Finns Telefon.
Sie ließ es furchtbar lange klingeln, bis er letztendlich doch ans Telefon ging.
„Hans-Peter Wurst.“, meldete er sich.
„Tom?“, fragte Malika.
„Ich bin’s. Malika. Ich muss mit dir reden,…“, fuhr sie fort. Ihre Stimme zitterte.
„Schatz, was ist denn los?“, fragte Tom.
„Ich… ich… oh man.. Das ist schwer… Ich kann dich die nächsten zwei Monate nicht sehen, Tom…“, schluchzte sie.
„Was? .. Warum?“, fragte Tom.
„Ich muss für meine Prüfungen lernen. Ich schaffe es sonst nicht.“; erklärte sie.
„Wo bist du eigentlich?“, fragte er.
„Bei Finn. Wir wollen zusammen lernen. Sonst schaff ich das wirklich nicht. Ich habe auf den Tag genau zwei Monate um für die Prüfungen zulernen.“, flüsterte sie.
„Wer ist das?“, fragte Tom leicht angesäuert.
„Mein bester Freund.“, erwiderte sie.
„Seit wann das denn, ich denk immer Bill ist dein bester Freund.“, zischte er.
„Bill war noch nie mein bester Freund. Da sieht man wieder einmal, wie gut du mir immer zuhörst. Ich muss jetzt weiter lernen. Ciao.“, zischte sie. Man, er trieb sie echt in den Wahnsinn.
„Aber…“, fing Tom an.
„Kein aber, Tom. Ich habe jetzt keine Lust mehr darauf, bis in zwei Monaten…“, sie legte auf. Sie hatten ihren inneren Schweinehund überwunden, sie hatte ihm gesagt, dass sie ihn nicht sehen würde, in den nächsten zwei Monaten.
Sie grinste unter Tränen.
„Das war gar nicht so schwer.“, lächelte sie Finn an.
„Ich weiß… Und jetzt lass uns die Twins ins kleinste Teilchen von unseren Hirnen verbannen und uns auf Mathe konzentrieren.“, grinste er sie an.
„Von wegen Mathe.“, rief sie und schmiss sich auf ihn, um ihn durch zu knuddeln.
Sie kitzelte ihn gnadenlos durch. Seine eisblauen Augen blitzten, als er ansetzte sie durchzukitzeln, doch soweit kam es überhaupt nicht. Sie setzte sich so auf ihn, dass er nichts mehr machen konnte, nämlich auf sein Becken, hielt seine Arme fest und schaute ihn an.
Er schaute verträumt zurück…

Chapter twenty-for:


Mali ließ von Finn wieder ab, als er um Gnade bettelte. Ja, er hatte ihr wirklich ein wenig leid getan.
„Man…, du…boah…“, stieß er aus und ließ sich wieder auf den Schreibtischstuhl fallen. „Ja, na ja, ich fand’s lustig…“, grinste sie und ließ sich neben ihm auf einen Stuhl sinken. Mali zog das Matheheft zu sich und begann sich die eine Aufgabe durchzulesen. Irgendwie wollte sie nicht verstehen, was die da von ihr wollten, doch sie versuchte sich zu überlegen, wie sie an diese Aufgabe rangehen würde, wenn sie in der Prüfung saß.
Letztendlich hatte sie den richtigen Lösungsweg gefunden, der sogar passte, richtig war und ihr das richtige Ergebnis lieferte. Dieser kleine Erfolg gab ihr wieder etwas Hoffnung und sie bemühte sich, eine andere Aufgabe zu lösen. Finn versuchte sich in einer komplizierten Bioaufgabe, die er anscheinend auch richtig gelöst hatte.
Als es schon halb elf war, meldete Mali sich zu Wort und wollte nach Hause.
„Dann treffen wir uns morgen wieder? Ich zieh’ das mit dir durch! Schließlich ist es gut für uns beide!“ „Ja, okay. Dann bis morgen!“, sagte sie und verabschiedete sich mit einem Kuss auf den Mund von ihrem besten Freund.
Nun wollte sie sich den Abend frei nehmen und etwas Schönes machen. Etwas was sie ablenkte und ihr Spaß machte.
Sie beschloss sich vor den Fernseher zu setzen und sich eine DVD anzusehen. Das lenkte sie am meisten ab.
Schnell hatte sie sich auch schon für einen Film entschieden und schob ihn in den DVD-Player.
Entspannt kuschelte Malika sich in ihr Bett und lehnte sich an. Der Film begann gerade und sie freute sich darauf, ohne Sorge DVD zu schauen.
Etwa bei der Hälfte des Filmes fing ihr Handy an zu klingeln. Ihr Lieblingslied. Barbie Girl.
Sie wusste nicht, warum sie dieses Lied liebte, aber es war so dermaßen primitiv, dass es schon wieder lustig war. Letztendlich hob sie aber ab und begrüßte den Anrufer mit einem fröhlichen Ja. „He…, Schatz, hier ist Tom…, ich…ich muss einfach nochmal mit dir reden!“, begann er sofort.
Mali erschrak. Damit, mit ihm, hatte sie gerade am allerwenigsten gerechnet. Eher dachte sie das Finn am anderen Ende wäre, der sie wieder sinnlos zu labern wollte oder sie nerven wollte oder ihr einen Vortrag halten wollte. Doch es war Tom. Ihr Freund.
„Was gibt’s?“, fragte sie ihn. „Ich…ich werde die nächsten zwei Monate in einer Klinik sein!“ Ganz schnell und unbeholfen sagte er das. Sah er der Sache etwa neutral entgegen? Es klang so unnahbar. „Gut…, ich freue mich für dich, wenn du den Weg dorthin gefunden hast! Ich mein’, so kann’s nicht weitergehen. Du…du…du weißt was du gemacht hast?!“, wollte Malika wissen. „Ich…, ja, und es tut mir leid. Wirklich! Das musst du mir einfach glauben!“, bettelte er förmlich. „Ja, ja, ich glaube dir! Und ich finde es auch gut, wie schon gesagt, aber ich möchte dass du weißt, dass du eine Chance hast, wenn die die verspielst, dann war’s das! Ich hoffe du bist dir dessen bewusst?!“ „Ja…ich weiß! Und deswegen rufe ich dich auch an. Ich darf die nächsten acht Wochen kein Telefon in die Hand nehmen, oder mich anderweitig bei dir melden. Aber…, ich glaube das ist auch ganz gut so…“ Oh, woher kam denn dieser plötzliche Sinneswandel?!
Doch nach einer kurzen Pause fuhr er auch schon fort: „Ich wollte dir einfach nur sagen, dass ich immer an dich denke, dich nicht vergesse und ich möchte das du deine Abiprüfung bestehst! Sie gut machen wirst. Wenn ich auch nicht bei dir sein kann…!“ „Tom, das ist echt lieb. Und ich hoffe wirklich für uns, dass wir das wieder hinbekommen, ja?!“ „Ja, ich wünsche es mir so!“ „Das freut mich zu hören…!“, sagte sie und hoffte inständig, dass er nicht mehr den Verdacht hegte, dass sie etwas mit einem anderen Jungen hatte.
Darauf würde er doch nicht kommen, oder?
„Versprichst du mir was? Deswegen rufe ich eigentlich an…!“ „Was denn?“, wollte sie wissen und wartete gespannt auf seine Forderung, die sie einhalten sollte.
„Bitte, Schatz, bitte bleib’ mir Treu…!“, sagte er schließlich und Mali spürte einen dicken Kloß im Hals. Nein. Sie wollte ihm das nicht versprechen, aber sie hatte das doch beendet. Es gab niemanden mehr. Niemanden?! Niemanden!
„Ja, Tom, ich verspreche dir das! Ich liebe nur dich, dass weißt du auch!“, sagte sie letztendlich und hoffte das sie nun einmal das Richtige getan hatte. Ihm das zu Versprechen.
„Okay…, dass…das war auch das, was ich dir sagen wollte! Na ja, ich wünsche dir alles Glück dieser Welt! Ich liebe dich!“ „Ich dich auch!“, sagte sie und ehe sie seine Worte erwidert hatte, hatte er auch schon aufgelegt und sie hörte nur noch dieses penetrante Tuten im Ohr. Schnell legte auch sie auf und wollte sich wieder auf den Film konzentrieren. Wenn sie sich aber noch nicht mal auf einem Film konzentrieren konnte, wie sollte das denn erst in der Schule werden? Sie stand eh schon auf der Kippe…
Doch sie erinnerte sich immer wieder an die Worte, die sie zu Bill gesagt hatte und spürte Erleichterung in sich aufkommen. Gegenüber sich und gegenüber Tom. Schließlich konnte sie doch das Versprechen halten, oder?
Sie wünschte es sich nicht nur sondern schwor sich, ihren Freund nicht im Stich zu lassen.
Würde es ihr gelingen?
Mali konzentrierte sich weiterhin auf den Film und kam auch wieder ganz gut in die Thematik und als der Abspann lief, machte sie den Fernseher und den DVD-Player aus und kuschelte sich, nachdem sie das Licht ausgemacht hatte, in ihre Bettdecke. Sie freute sich, dass sie schlafen konnte und bald hatte sie auch der erholsame Schlaf gepackt.

Chapter twenty-five:


Die nächsten Wochen machte Malika nichts anderes mehr, als lernen, lernen und lernen.
Sie war es leid immer diesen Schulstoff in ihren Kopf zwängen zu müssen und doch tat sie es. Bald hatte sie es schließlich geschafft. Sogar ihren Lehrern war aufgefallen, dass Malika sich das ganze zu Herzen genommen hatte. Sie schrieb nur noch gute Noten und wurde letztendlich zur Vorprüfung zugelassen.
Als sie an diesem Donnerstagabend auf dem Weg von Finn nach Hause war, um ihre Schlafsachen zu holen, da sie bei Finn übernachten würde, klingelte ihr Handy.
Sie ging nach kurzem Bedenken ran, da die Nummer unterdrückt war.
„Ja?“, fragte sie.
„Hey Schätzchen.“, drang die Stimme ihrer Mutter aus dem Lautsprecher.
„Boah, Mum. Warum ist deine Nummer unterdrückt?“, zickte Malika ihre Mutter an.
„Keine Ahnung. Komm schnell nach Hause, ich habe eine Überraschung für dich.“, erzählte sie glücklich.
„Ah, okay. Ich bin so wie so auf dem Weg nach Hause, bin aber nur kurz da, danach geh ich wieder zu Finn, ich schlaf bei ihm.“, erklärte sie ihrer Mutter.
„Du schläfst bei Finn?“, fragte sie ungläubig.
„Man, Mama, ich muss für meine Abiprüfung lernen.“, beschwerte Malika sich.
Mit Finn konnte sie super gut lernen. Sie konnte sich gut konzentrieren und wenn ihre Gedanken abdrifteten, fuhr Finn dazwischen und sie sprachen wieder über Schule.
Manchmal hatte sie Tage, an denen sie Tom vermisste, doch sie konnte keinen Kontakt mit ihm aufnehmen, da er kein Telefon in der Klinik hatte.
„Ja, ja ist ja gut. Jetzt komm aber erst einmal nach Hause, okay?“, lenkte ihre Mutter ein.
Mali bejahte und legte auf. Kurze Zeit später, war sie vor ihrer Haustür angekommen und schloss die Tür auf.
Sie stieg die Treppen hoch und öffnete die Tür. Sie trat in die Wohnung, in der sie mit ihrer Mutter alleine wohnte, da ihre Eltern sich scheiden lassen haben. Kurze Zeit darauf war ihr Vater an Krebs erkrankt und gestorben. In der Zeit hatte Malika kaum mit jemandem geredet, sie hatte sich immer nur in ihr Zimmer verkrochen und bitter geweint. Nur Finn war für sie da gewesen, er war immer für sie da. Die andern hatten sich von ihr abgewendet, doch er blieb.
„Hey Mum.“, rief sie laut und die Tür knallte hinter ihr zu.
„In der Küche.“, rief ihre Mutter.
Malika ging zu ihr in die Küche und schaute sie erwartungsvoll an.
„Ich mache kurz was zu Essen, geh solang doch bitte in dein Zimmer.“, sagte Malikas Mutter.
Malika gehorchte, würde schon schief gehen. Sie trat in ihr Zimmer, ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken. Auf ihrem Bett saß doch allen Ernstes Bill.
Ungläubig schaute sie ihn an.
„Was machst du denn hier?“, fragte sie ihn erstaunt.
„Ich… ich muss mit dir reden, Mali.“, flüsterte er und seine Augen füllten sich mit Tränen, erst jetzt merkte sie, dass er komplett ungeschminkt war.
„Ist etwas passiert, Bill?“, fragte sie.
„Nein… also schon… Oh man scheiße… Ich hab einen Brief von Tom bekommen… Er schreibt, das hier soll ich dir geben.“, sagte er und sie schaute ihn aufmerksam an, als er ihr den Brief reichte.
„Danke, Bill.“, flüsterte sie. Irgendetwas musste in seinem Brief gestanden haben, etwas Schlimmes…

Malika,

Seit dem ich hier in der Klinik bin, ist mir einiges klar geworden.
Unsere Leben passen nicht zusammen, es fällt mir echt schwer das zu schreiben und es einzusehen, jedoch muss es jemand tun.
Ich werde wegziehen. Ich weiß nicht wohin, jedoch will ich ein neues Leben beginnen.
Ohne Bill, ohne Tokio Hotel und letzten Endes ohne dich. Warum? Ich halte es einfach nicht mehr aus, der Druck wird einfach zu groß.
Ich werde dich immer lieben, du bist und bleibst meine große Liebe.

In Liebe, Tom.


Sie schlug die Hand vor den Mund, Tränen liefen ihr übers Gesicht.
Tom wollte wegziehen? Weg von Bill?
„Bill, ich… es tut mir leid…“, flüsterte sie mitleidvoll.
Er nickte. Sie ging auf ihn zu und umarmte ihn liebevoll. Es tat ihr so Leid und gleichzeitig so weh, dass sie Tom wahrscheinlich nie wieder sehen würde.
Sie liebte ihn doch. Der Tränenfluss verstärkte sich. Sie konnte einfach nicht anders.
Sie musste zu Tom, sie musste zu ihm.
„Bill, wo ist diese verfickte Klinik?“, schluchzte sie.
„Uelzen.“, antwortete er verdattert.
„Los, zieh dich an, und komm mit.“, sagte sie schnell, während sie sich schnell umzog.
„Ich… was hast du vor?“, fragte Bill.
„Na was wohl? Wir fahren zu Tom, und wenn wir in der Klinik einbrechen müssen, oder uns selbst einweisen müssen, mir egal. Ich muss mit ihm reden… Die Einsamkeit steigt ihm zu sehr zu Kopf.“, erwiderte sie, schlüpfte in ihre Vans und schnappte sich ihren Autoschlüssel.
„Komm schon… wir müssen Finn noch abholen.“, hetzte sie, da Bill nicht recht wusste, was er tun sollte.
Malika war sich sicher, Finn würde mitkommen.
„Mum, ich bin weg. Ciao.“
„Tschüss, Frau Krause.“, rief Bill.
„Was ist mit dem Essen?“, rief Malis Mutter.
„Mist.“, fluchte Mali.
„Mama, ein anderes Mal, okay? Wir müssen jetzt ganz dringend weg.“, sagte sie schnell, zog Bill aus der Haustür raus, und machte diese zu, während sie Toms Brief fest mit der einen Hand und Bills Hand mit der anderen umklammerte.
Den Autoschlüssel, ihres Autos hatte sie in ihre Jackentasche gleiten lassen und der Stadtplan lag im Auto.
„Man, Bill jetzt komm schon.“, hetzte sie noch mehr.
„Mali, ich weiß nicht… ob…. Ob er uns sehen will?!“, zweifelte Bill.
„Das ist mir doch scheiß egal, willst du deinen Bruder verlieren?“, schrie sie ihn an.
Er schüttelte leicht verängstigt den Kopf.
„Siehst du. Also komm jetzt.“, erwiderte sie und er folgte ihr, ohne noch einmal etwas dagegen zusagen.
„Los steig ein.“, zischte sie und setzte sich selbst auf den Fahrersitz des alten BMW’s, den sie von ihrem Vater geerbt hatte und Bill stieg warum auch immer hinten ein. Vielleicht einfach, weil er müde war, oder auch, weil er nicht wollte, das Malika seine Tränen sah.
Sie schnallte sich an und fuhr aus der Tiefgarage raus, sie fuhr kaum Auto, nur wenn es wirklich nötig war und das war es jetzt alle mal.
Sie trat das Gaspedal durch und hoffte inständig, dass keine Polizisten sie sehen würden.
„Bill, hier ist mein Handy, schreib Finn, dass er rauskommen soll, ich hole ihn gleich ab, ist ein Notfall. Er ist unter Schatz gespeichert.“, fluchte Malika, als die Ampel rot wurde.
„O…okay.“; meinet Bill nur, nahm Malikas Handy und tippte die Nachricht schnell ein und der Piepton sagte ihr, dass die Nachricht gesendet wurde.
„Danke.“, flüsterte sie und er nickte ihr nur zu.
Kurze Zeit später legte Malika eine Vollbremsung hin. Ein Jung mit schwarzen Haaren und eisblauen Augen stand an der Straße, vom Scheinwerferlicht geblendet.
Malika winkte ihm zu und er stieg vorne ein.
„Hey Schatz, ist ein Notfall, wir müssen nach Uelzen.“, sagte sie schnell und gab ihm einen schlichten Kuss auf den Mund.
„Hey, Süße, was ist denn passiert?“, fragte er völlig außer Atem.
„Les’ das. Außerdem, Bill, das ist Finn, Finn das ist Bill.“, stellte sie einander vor und deutete abwechselnd nach vorne und nach Hinten.
„Hey.“, sagte Finn und grinste Bill an.
Er murrte ein kurzes ‚Hey.’, und drehte sich daraufhin wieder weg.
Was war denn mit dem los.
„Uelzen, sagtest du?“, fragte Finn Mali und schaute sie Stirn runzelnd an.
„Ja, jetzt les’ den Brief, dann weißt du Bescheid.“, sagte sie.
Malika fuhr wieder los, nicht einmal zehn Minuten später waren sie auf der Autobahn.
„Alter, das kann der Junge doch nicht machen, ist der dumm?“, fragte Finn.
„Mali, wie geht es dir?“, fragte er sie.
„Wie soll es mir schon gehen? Man, Finn, du müsstest das ja wohl am besten wissen.“, zischte sie.
„Das ist meine große Liebe, denkst du ich bin glücklich, wenn er wegziehen will und dann auch noch Bill alleine lassen will?“, fuhr sie sauer fort.
Er schüttelte leicht den Kopf.
Mali vernahm ein Schluchzen von Hinten.
„Bill, alles klar?“, fragte sie und schaute durch den Rückspiegel genau in seine Augen. Sie waren tränenverschmiert. Er schaute sie ungläubig an.
Sie fuhr weiter, bekam keine Antwort von ihm, niemand redete. Es herrschte eine bedrückende Stille. Niemand wusste, was er sagen sollte.
Bill war erstaunlich ruhig. Finn hielt sich aus der ganzen Sache raus.
Bill und Finn kannten sich nicht. Bill wusste soweit Malika sich erinnern konnte auch nichts von Finn.
Der Weg der normalerweise über eine Stunde gedauert hätte, dauerte nur eine halbe Stunde. Mali raste förmlich über die Autobahn. Sie schaute sich um, auf einem Schild stand,
Klinik Uelzen. Sie bog ab und kam kurze Zeit darauf auf dem Parkplatz zum stehen.
„Finn, geh schon mal vor.“, sagte sie zu ihm, und nahm Bill kurz beiseite.
„Bill, verdammt, was ist los?“, fragte sie.
„Ich hab echt gedacht, dass du mich liebst, du machst so einen Aufstand um Tom und dann ist da auch noch Finn, den du knutschst.“, flüsterte er und schaute zu Boden. Mali sah die Tränen aus seinen Augen auf den Boden fallen.
„Bill, komm her.“, flüsterte sie liebevoll.
Er rührte sich nicht, doch sie ging auf ihn zu und hob sein Kinn so, dass er in ihre Augen schauen musste.
„Bill, Finn – er ist mein bester Freund. Ich kenne ihn schon seit der ersten Klasse… wir begrüßen uns immer so und das mit Tom, ich… tut mir Leid, wenn das so rüber kam, als wenn ich dich nur verarscht hätte… Du weißt doch, dass ich dich liebe, nur ich kann nun mal nur mit einem Jungen zusammen sein, ich habe im Moment so viel um die Ohren, ich kann die Belastung einfach nicht aushalten. Ich liebe dich, wirklich und Tom, der… der ist nun mal meine erste große Liebe.“, flüsterte sie.
Er blickte sie an.
„W…w…wirklich?“, fragte er und schaute ihr unsicher in die Augen.
Sie nickte.
„Küss mich.“, forderte er, kaum hatte er es ausgesprochen, lagen ihre Lippen auf den seinen.
Ihr ganzer Körper kribbelte, es tat so gut ihn wieder zu küssen. Erst jetzt merkte sie wieder, was für ein großer Fehler es war, das mit ihnen zu beenden.
„Man, ihr Turteltauben, jetzt kommt.“, unterbrach Finn sie.
Sie lösten sich und lächelten sich leicht an.
Doch dann stand das blanke Entsetzen in Bills Gesicht geschrieben.
„Bill, was ist los?“, fragte sie.
Er blickte zu Finn.
„Ich… Oh Gott, wehe du erzählst das jemandem…“, Bills Stimme zitterte.
„Ah Quatsch, ich kenn die Geschichte. Ich sag schon nichts.“, erwiderte er und Bill schaute besänftigt drein.
„Kommt, wir versuchen es erst Mal, ganz normal, durch die Rezeption.“, schlug Finn vor.
Mali und Bill nickten ihm zu und gingen in das Hauptgebäude.
Malika drängte Bill einwenig nach vorne, da sie wusste, dass sie so wie so keine Auskunft bekommen würde, da sie nicht mit Tom verwandt war.
„Guten Abend. Mein Name ist Bill Kaulitz. Ich würde gerne meinen Bruder besuchen, sein Name ist Tom Kaulitz.“, sagte er betont höflich.
Sie musterte ihn ganz genau.
„Waren sie diesen Monat schon einmal hier?“, fragte sie Empfangsdame.
„Nein, ich war noch gar nicht hier.“, antwortete er wahrheitsgemäß.
„Okay, dann gehen sie durch, nehmen sie ihre Freunde mit. Zweite Etage, Zimmer 276 dritte Tür rechts.“, sagte sie und lächelte den dreien zu.
Sie stiegen in den Fahrstuhl. Malikas Herz pochte wie wild.
Sie hatte Angst vor der Reaktion Toms.
Der Weg zu Toms Zimmer schien unendlich lang. Doch sie fanden es schnell.
Malika legte ihre Hand auf die Türklinke, schaute die beiden anderen noch einmal unsicher an und drückte sie runter…

Chapter Twenty-six:


Zu dritt betraten sie in den Raum. Malika hielt die Hand von Finn, die sie in diesem Moment besonders brauchte. Sie ging nur zögernd in das Zimmer, sah jedoch sofort wie Tom, niedergeschlagen auf seinem Bett saß, mit dem Rücken zu ihnen. Er hatte sie noch nicht bemerkt. Mali räusperte sich und sofort drehte Tom sich um. Was sie erwartet hatte, wie er reagieren würde, darüber hatte sie sich keine Gedanken gemacht. Viel zu sehr war sie durch den Brief geschockt gewesen, doch als sich auf seinem Gesicht etwas breit machte, was wie Enttäuschung und Unverständnis aussah, zuckte sie zusammen. Diese Reaktion hatte sie sich wahrlich nicht ausgemalt.
„Mali, was-was-um alles in der Welt machst du denn hier? Ich dachte…Bill…und…wer bist du?!“, fragte er und musterte Finn ausgiebig.
„He…, ich bin Finn…“, stellte er sich vor, doch Tom beachtete ihn gar nicht, sondern ging auf Mali zu und sah sie fragend an. „Was machst du hier? Was? Du wolltest nicht herkommen, du hast gesagt…, ich…lass’ mich in Ruhe, bitte…geh’ wieder…ich…kann das nicht und ich werde das durchziehen, wenn ich hier raus bin!“, sagte er entschieden. „Man, Tom, nun renn’ doch nicht in dein Verderben. Ich weiß ganz genau, dass du mich liebst und ich tu’ das auch. Und hör’ bitte auf in deinem Selbstmitleid zu versinken. Der Grund weswegen ich hier bin ist, das ich nicht will, dass du leidest. Dass du das nicht machst…ich…ich will doch nur, das du glücklich bist!“ „Ach ja? Das bringt mir leider gar nichts. Ich möchte bitte das du gehst, und zwar jetzt!“, herrschte er sie an und wandte ihr wieder den Rücken zu. Zeigte ihr seine Gleichgültigkeit und sein Desinteresse sehr deutlich. „Tom, ich liebe dich, dass weißt du. Und ich will dich einfach nur vor einem großen Fehler bewahren. Mehr nicht, aber wenn du willst, dass ich gehe, dann tue ich das!“, sagte sie und wandte sich um. Spürte die Tränen in ihren Augen. Doch was sollte sie machen? Er wollte sie nicht sehen und so wollte sie ihm nicht zur Last fallen.
„Mali, es tut mir leid, aber ich sehe keinen Sinn mehr zwischen uns. Es gibt einfach nichts, was mich noch hält, zu dir zu kommen…, ich weiß, dass dein Herz für jemanden anderen schlägt!“ „Ach ja?“ Mali fuhr hektisch herum, „tut es das, ja? Sehe ich aber anders. Ich liebe nur dich, verdammte scheiße, wann glaubst du mir das denn endlich?! Wieso glaubst du mir nicht? Ich liebe dich und ich will mit dir zusammen sein. Wäre ich sonst hier? Würde ich dich sonst nicht versuchen davor zu bewahren in dein Unglück zu rennen? Gut, wenn du nicht willst, dann mach’ was du für richtig hältst, komme dann aber nicht wieder bei mir an!“, fuhr Malika ihn an und drehte sich dann wieder um. Ging in schnellen Schritten zur Tür raus und ließ ihn zurück. Gab sie hiermit ihre Liebe auf?
Die Tränen fanden nun endgültig ihren Weg und Mali wollte nur noch weg hier. Tom nie wieder sehen, ihn machen lassen, gehen lassen, wenn es ihr auch das Herz zerriss, in ihr drin wehtat, schmerzte, schrie. Doch hatte sie eine andere Wahl? Blieb ihr etwas anderes übrig?
„Mali…“, hörte sie Bill rufen. Malika drehte sich um, schaute in sein Gesicht. Er sah fertig und besorgt aus. Klar, Tom war ja auch sein Zwilling.
„Was denn? Hast du nicht gehört, dass er mich nicht wieder sehen will? Wieso tut er mir das an? Habe ich das verdient? Ich liebe ihn doch!“ „Mali, mach’ dich wegen ihm nicht kaputt, bitte Süße, du weißt doch, dass er dich liebt und er weiß, das du ihn liebst!“ „Ja, toll, bringt mir nur leider gar nichts. Er will nicht, dass ich zurückkomme, dass ich bei ihm bin, dass ich ihm vielleicht helfen will. Davor bewahren will, das er in sein Unglück rennt…, doch er will es nicht hören…!“ „Mali, ich weiß, dass du fertig bist, aber zieh’ dich deswegen nicht so runter…, konzentrier’ dich nicht mehr auf Tom…, lass’ ihn, er wird schon wieder zu sich kommen…“ „Sag’ mal checkst du eigentlich noch, was für ´n Stuss du hier zusammen redest? Hör’ auf mit deinem Gelaber! Ich habe meine große Liebe verloren! Meine erste und große Liebe!“, schrie sie ihn beinah an. Dann tauchte Finn neben ihr auf, bei dem sie sich sofort anlehnte und der sie in den Arm nahm. Bei ihm fühlte sie sich verstanden, geborgen. Finn kannte sie manchmal besser als sie sich selbst und als jeder andere sie kannte. Besser. Verstand die sie. Und das wollte sie nie wieder missen. Doch nun konnte auch Finn ihr nicht helfen. Sie musste da alleine durch.
Zu dritt machten sie sich wieder zum Auto. Fuhren zurück nach Hamburg.
Während der Fahrt sagte niemand ein Wort. Alle hingen ihren Gedanken nach und schwiegen. Dachten vielleicht an das was eben passiert war. Warum war das nur so? Das fragte Mali sich nun wohl schon zum tausendtesten Mal.
Doch sie fand keine Antwort.
Bei Finn angekommen, verabschiedete Mali sich mit einer langen Umarmung, einem kurzen Kuss und einem Dank. Sie war ihm für alles dankbar. Dass in Worte zu umhüllen, ihm zu zeigen, war schier unmöglich.
„Danke, Finn. Du bist echt immer für mich da, und ich auch für dich, ja?“ „Klar, Kleine, bis dann und lass’ den Kopf nicht hängen. Süße, das schaffen wir schon!“ „Danke!“, sagte sie noch einmal und wandte sich dann nach einem Winken wieder zum Auto. Drinnen ließ sie den Tränen wieder freien Lauf…
„Süße, nicht mehr weinen…“, hörte sie eine Stimme neben sich. „Doch…“, sagte sie nur. „Ich-ich…, es tut mir leid wegen vorhin, was ich gesagt habe, aber du hattest Recht…“ „Ja…, okay, aber lass’ uns erstmal wieder zu dir und dann-“ „Bill?“, fuhr sie ihm dazwischen, „kannst du heute bei mir bleiben?!“ Etwas perplex schaute er sie an, nickte dann aber und Mali fuhr etwas bestärkt nach Hause.
Dort angekommen, parkte sie das Auto in der Garage und lief dann um das Haus rum zur Tür.
Sie wollte unbedingt das Bill bei ihr war. Heute alleine zu sein, hätte sie nicht überlebt und Finn wollte sie nicht fragen, der hatte doch im Moment eh schon genug mit ihr zutun.
Und Mali hoffte sich mit Bill aussprechen zu können. Die Sache endgültig zwischen ihnen zu beenden.
„Mali?“, riss er sie unsanft aus ihren Gedanken. „Was denn?“, fragte sie. „Ich hatte dich nur gefragt, ob du mit hoch willst?!“ „Ja…“, sagte sie abwesend und ging voraus in ihr Zimmer. Ihre Mum war noch nicht wieder zurück und bei ihr würde es heute auch sicher später werden, denn nachdem sie vorhin so plötzlich abgehauen waren, hatte sie einen Anruf erhalten und musste geschäftlich wieder weg. So hatte Mali es zumindest auf dem Zettel gelesen, der an der Haustür klebte.
Schweigend saß Mali auf ihrem Bett, dachte darüber nach, was nun werden würde. Tom…, war er jetzt endgültig Geschichte? Nein, das tat zu sehr weh.
„Mali…“, sagte Bill leise und schaute sie durchdringend an. Mali kroch zu ihm. Umarmte ihn. Wollte in seiner Nähe sein. Sie wollte nur etwas Trost. Jemanden haben, an dem sie sich anlehnen konnte, wo ihr Freund seine Chance vermutlich verspielt hatte.
Sanft berührten sich ihr Lippen. Bill hatte ihr Kinn in die Hand genommen, sie dazu gezwungen ihn anzuschauen. Ein Glitzern in seinen Augen und ihr wieder dieses Verlangen. Sie erinnerte sich an die Sache, wo sie vor der Klinik standen. Sie hatte es genossen, geliebt, geschätzt, gewollt.
Langsam und vorsichtig umspielten sich ihre Zungen. Malika genoss es genauso wie vorhin und wollte mehr. Wollte sich ihm wieder hingeben. Sie warf alle Vorsätze, Schwüre, alles was sie von ihm fern halten sollte, über Bord und wollte sich ihm nur noch hingeben…
Sie lehnte sich nach hinten, fand sich kurz darauf auf ihrem Rücken wieder. Schnell zog sie Bill wieder an sich heran und wollte wieder diesen sanften Kuss, diese sanfte Zärtlichkeit von ihm spüren.
Sie lagen nebeneinander, seine Hände berührten sanft und vorsichtig ihren Körper, fuhren langsam unter ihr Oberteil, zogen es ihr aus und öffneten ihren BH. Bald hatte Mali Bill von seinem T-Shirt entledigt und auch seine Hose, wie auch die ihre, landeten alsbald auf dem Fußboden. Ehe sie sich versah, spürte sie seine Hand. Zwischen ihren Beinen. Zärtlich strichen sie dort entlang und erregten sie immer mehr. Mali stöhnte auf, berührte auch sein Glied und zog ihn auf sich herauf. In diesem Moment wollte sie einfach nur, dass er in sie eindrang, sich in ihr bewegte. Erregt stöhnte sie wieder auf, spürte, dass der Orgasmus bald kam, über sie herfiel, dieses wunderbarte Gefühl in ihr auslösen würde. Kaum hatte er sich einige Sekunden in ihr bewegt, spürte sie auch schon dieses Wahnsinnsgefühl und stöhnte wieder auf, schloss die Augen und genoss nur noch diese Bewegungen.
Erschöpft, ausgepowert und mit einem schlechten Gewissen lag sie neben Bill. Genoss sein Streicheln und verfiel bald darauf in einen traumlosen, etwas unruhigen Schlaf.

Chapter twenty-seven:


Sie wurde am nächsten Morgen durch nerviges Klingeln ihres Weckers geweckt, schließlich hatte sie wieder Schule.
Mali ging schnell duschen und dann machte sie sich fertig, wie immer ging sie ungeschminkt zur Schule. Sie hatte morgens einfach absolut keine Lust sich zuschminken. Kaum hatte sie ihren hellblauen Kapuzenpullover angezogen und den Knopf ihrer Hose geschlossen, klingelte ihr Handy. Sie hatte eine SMS empfangen.
Malika achtete nicht auf ihr Handy und schrieb Bill einen kurzen Brief, indem sie ihm erklärte, dass sie in der Schule war.

Guten Morgen Bill,

Danke, dass du gestern für mich da warst.
Es war total schön und am liebsten wäre ich hier geblieben, doch die Pflicht ruft.
Ich muss zur Schule, leider, leider…
Fühl’ dich wie zu Hause.
Ich komme Heute wieder erst spät nach Hause, denn ich werde wieder mit Finn lernen, also lohnt es sich nicht auf mich zuwarten.
Sehen wir uns heute Abend?

In Liebe, Mali.


Sie schmiss ihre Sachen, die sie brauchen würde in die Tasche und machte sich auf den Weg zur Schule. Wie immer traf sie sich mit Finn.
Er kam gehetzt auf sie zu. Malika grinste ihn an.
„Na, hat da jemand verschlafen?“, neckte sie.
Er brummelte etwas Unverständliches und drückte ihr einen Kuss auf den Mund.
„Und konntest du gestern schlafen?“, fragte er.
Sie nickte; „Ja, Bill war noch bei mir. Ich … ich hab mit ihm… geschlafen.“
„Du bist echt unmöglich, Malika. Es ist doch überhaupt kein Wunder, dass Tom kein Vertrauen zu dir hat. Um ehrlich zu sein, hätte ich es auch nicht. Wirklich, du kannst doch nicht schon wieder mit Bill ficken, man ey. Du bist mit Tom zusammen. Denk’ mal darüber nach. Gestern hieß es noch, dass du ihn liebst. Weißt du eigentlich was Liebe ist?“, zickte Finn sie an.
Das saß. Damit hatte Malika überhaupt nicht gerechnet.
Sie öffnete ihren Mund und schloss ihn wieder, sie war entgeistert.
Das ist doch wohl nicht dein Ernst, oder?“, fragte sie ihn.
„Ah komm. Mali ehrlich nicht. Ich hab da langsam wirklich keine Lust mehr zu. Ich will nichts mehr hören.“, zischte er und ihr stiegen Tränen in die Augen. Er drehte sich um und ging. Das konnte er ihr doch nicht antun, er war doch ihr bester Freund, schon immer. Seitdem sie denken konnte. Mali nahm ihr Handy und schaute darauf.
Sie hatte völlig vergessen die SMS zu lesen, die sie vorhin empfangen hatte.
Schnell klickte sie sich durch ihr Handymenü und las die SMS.

Mali, es tut mir so leid, das mit gestern. Bitte verzeih’ mir. Ich liebe dich, Tom.

Ihre Nerven nahten schon einem Nervenzusammenbruch. Sie konnte einfach nicht mehr.
Malikas bester Freund hatte ihr eben seine Meinung zu der Geschichte mit Bill und Tom gegeigt und sie hatte doch gestern erst mit Bill geschlafen und Tom, der schrieb ihr auch noch.
Es fehlte nur noch, dass ihre Mutter bekannt geben würde, dass sie einen neuen Freund hatte.
Die Handyuhr zeigte ihr an, dass sie schon zu spät war.
Sie tippte schnell eine Antwort SMS an Tom in ihr Handy. Sie wollte es langsam angehen lassen. Sie wollte nichts überstürzen. Sie hatten sich so voneinander entfernt, dass sie glaubte, Tom wäre ein fremder Mensch geworden.
Es tat ihr unglaublich weh. Sie fühlte sich alleingelassen.
Sie drehte sich um und ging nach Hause, sie konnte es einfach nicht ertragen mit Finn zu streiten. Nie hatte er etwas gegen ihre Männergeschichten gesagt und dann ganz plötzlich geigte er ihr so seine Meinung, dass sie anfing zu weinen.
Als sie zu Hause ankam, war niemand mehr in der Wohnung. Sie rief in der Schule an und entschuldigte sich für diesen Tag.
Malika setzte sich aufs Bett und fing an zulernen.
Gott sei Dank konnte sie sich konzentrieren. Sie lernte den ganzen Tag lang, bis jemand an der Tür klingelte. Sie stand auf und legte ihre Schulsachen zur Seite. Sie öffnete die Tür und kurze Zeit später stand Finn vor ihr.
Sie schauten sich kurz an und lagen sich einen Augenblick später schluchzend in den Armen.
„Mali, es tut mir so leid. Ich… ich weiß nicht, ich hatte so schlechte Laune, heute Morgen. Es tut mir echt leid, ich wollte dich nicht verletzen.“, schluchzte er.
„Ja, ist schon okay.“, seufzte sie.
„Mali. Ehm… wollen wir heute auf eine Party gehen. Ein Kollege von mir feiert seinen Geburtstag im Malibu und da hab ich mir gedacht, dass wir dahin könnten, oder?“, fragte er.
Sie nickte. Ja sie wollte feiern gehen, einfach das Wirrwarr mit Tom und Bill vergessen. Wenigstens für ein paar Stunden.
„Okay, dann treffen wir uns um halb neun hier, okay? Ich hol’ dich ab.“; grinste er und sie nickte zustimmend.
Kurze Zeit später war Finn auch schon verschwunden und Mali begann sich fertig zumachen, denn es war schon halb fünf.
Sie toupierte ihre Haare, schminkte sich ziemlich dunkel, besonders ihre Augen und zog ein weiß grau gestreiftes Ärmelloses Top an, dazu eine enge Röhrenjeans und Stilettos. Es war relativ warm draußen, deswegen brauchte sie keine Jacke. Als sie fertig war, setzte sie sich in die Küche und beschloss noch etwas zu essen. Alkohol auf leerem Magen ging gar nicht.
Sie machte sich den Fisch, den sie am Mittag gegessen hatte warum und als sie aufgegessen hatte, putzte sie sich ihre Zähne.
Mali schmiss sich aufs Sofa und zappte durch das Fernsehen Programm, als es an der Tür läutete…

Chapter twenty-eight:


Finn stand wie erwartet vor der Tür und begrüßte sie wie gewöhnlich mit einem Kuss. Sie war froh, dass sie die Sache von heute Morgen geklärt hatten und nun zusammen den Abend verbrachten. Außerdem kam sie dadurch auch auf andere Gedanken.
Zusammen machten sich die beiden auf den Weg und kamen eine Viertelstunde später auch schon am Malibu an.
„Mali?“, riss sie Finn aus ihren Gedanken. Etwas erschrocken schaute sie ihn an. „Was denn?“, fragte sie und sah ihn fragend an. „Na, willst du was trinken? So zur Entschuldigung würde ich dir was ausgeben!“, meinte er. „Finn, ich weiß, dass du heute Morgen schlechte Laune hattest, nur du brauchst dich nicht bei mir zu entschuldigen, denn du hattest ja eigentlich Recht…!“ „Ich weiß, aber ich besteh’ drauf!“ „Dann tu’ dir keinen Zwang an! Ich nehm’ ein Wodka-Cola!“, sagte Mail und Finn bewegte sich sofort in Richtung Bar. Mali hingegen blieb dort sitzen, wo sie sich mit Finn niedergelassen hatte, und sich auch der Freund von Finn aufhielt.
Der jedoch war zu Malis Erleichterung mit sich selbst beschäftigt und so ließ Mali den Blick durch den Club schweifen. Es war nichts Außergewöhnliches festzustellen und so wandte sie ihren Blick in ihr näheres Umfeld, bis dann Finn mit zwei Gläsern auftauchte. Dankend nahm Mali ihm das Wodka-Cola Glas ab und nahm einen kleinen Schluck. „Und, magst du mit Tanzen kommen?“, frage Finn seine Begleiterin. „Hm…, denke schon…, na, los!“, sagte sie und stand auf. Zusammen machte sie sich mit Finn in Richtung Tanzfläche und dort legte er ihr auch sanft die Hände um die Hüfte, da ein ruhiger Song angespielt wurde. Nach diesem wurde wieder ein Rockigeres gespielt und sie bewegte sich getrennt von ihm.
Nach etwa einer halben Stunde kehrten die beiden wieder zu ihrem Tisch zurück und setzten sich auf die dortige gegebene Sitzfläche.
„Man, ich geh’ nie wieder tanzen…, dass ist echt mal anstrengend!“, beschwerte Finn sich und lehnte sich entspannt nach hinten. „Dabei wolltest aber du tanzen gehen!“, wies Malika ihn darauf hin und grinste. In diesem Moment fühlte Mali sich wieder glücklich. Zufrieden. Und sie fühlte sich frei. Wenn sie auch Tom immer noch im Hinterkopf hatte. „Finn?!“, sprach sie ihren besten Freund an, der daraufhin auch gleich zu ihr schaute. „Was denn?“, fragte er. „Du, ich…ich bin gerade total glücklich, und danke, dass du mich heute hier mit genommen hast! Ist echt super und die Musik passt auch, das Tanzen hat mir vorhin auch eine Menge Spaß gemacht“, sagte Mali und strahlte ihren besten Freund an. „Das freut mich! Und nun muss es doch auch noch in der Liebe passen, oder? Aber ich wünsch’ dir Glück, egal für wen du dich entscheidest!“ „Wie meinst du das?“, wollte sie wissen, da sie die Aussage nicht richtig verstanden hatte. „Na ja, ich denke, dass du doch immer noch zwischen Bill und Tom stehst, oder? Du weißt nicht, für wen du dich entscheiden sollst, du liebst beide! Und so stehst du zwischen ihnen!“ „Ja, aber Tom weiß davon auch nichts. Und er hat sich dafür entschuldigt. Ich glaub’ er weiß nicht, dass ich etwas mit seinem Bruder habe. Nur ich liebe ihn und daran wird und soll sich auch nichts ändern. Ich kann mir ein Leben ohne Tom schon fast gar nicht mehr vorstellen…“, erwiderte Mali und richtete ihren Blick traurig gen Boden.
„Süße, lass’ den Kopf nicht hängen! Du schaffst das schon! Und wenn Tom wieder aus der Klinik ist, dann seht ihr euch, findet wieder zu einander!“ „Wenn ich mir da nur so sicher sein könnte!“ „Wie? Ich denke du liebst. Tom!“ „Ja, tu’ ich doch auch! Nur, ich weiß einfach nicht wie ich…ich…was ich machen soll, wenn er dann wieder da ist…“ „Kann ich verstehen, Süße, aber mach’ dich deswegen nicht so fertig…“ „Aber… ich vermiss’ ihn so…“ „Das tut mir echt leid für dich, nur…ich weiß auch nicht was du machen kannst, nur, lass’ die Sache dann langsam angehen. Ich mein’, er hat sich ganz schon scheiße dir gegenüber verhalten, reicht das denn nicht?“ „Finn, ich weiß, nur…ich vermiss’ ihn. Ich will wieder mit ihm zusammen sein, ihm vertrauen können…ich will einfach, dass es wieder so wird wie früher, das er mich versteht…kennt…“ Finn wusste davon, dass Tom sie eigentlich gar nicht kannte. Nicht richtig. Von Finn wusste er nichts. Das hatte sie hart getroffen gehabt. Gestern.
„Man, nun mach’ dich nicht so fertig. Lass’ dich davon nicht so runterziehen. Komm’, lass’ uns noch mal tanzen gehen!“ „Okay, dann los!“, sagte sie, stand auf und folgte Finn. Auf der Tanzfläche wurde wieder ein ruhiges Lied angespielt und Finn legte ihr wieder seine Hände um die Hüften.
Sie genoss es. Und fühlte sich bei ihm geborgen.
Ja, das tat sie.
Nach diesem ruhigen Lied, bewegten sie sich wieder freier und tanzten nicht mehr eng umschlungen.
„He, Süße, hast du Lust zu tanzen?“, wurde sie plötzlich von einem blonden Typen angesprochen, dessen blaue Augen Mali sofort ins Gesicht stachen. Wie die, die Finn besaß und mit denen er sie immer kritisch musterte. Doch Mali liebte blaue Augen bei Jungs.
Und ehe Mali etwas erwidern konnte, spürte sie eine weiche Hand an der ihren und ließ sich von dem Jungen mitziehen. Hinein in das Getümmel auf der Tanzfläche.

Chapter twenty-nine:


„Wie heißt du eigentlich?“, fragte Mali den fremden.
„Marlon.“, flüsterte er.
„Und du, Schönheit?“, hauchte er in ihr ins Ohr. Eine leichte Gänsehaut überzog ihren Körper.
„Malika, aber nenn’ mich Mali.“, hauchte sie. Seine Hände wanderten immer tiefer, bis sie ihren Hintern erreichten. Mit einer raschen Kopfbewegung warf sie ihre Haare in den Nacken.
„Was willst du da denn?“, fragte sie.
„Wer weiß…“, hauchte er.
Seine blonden Haare wippten im Takt der Musik mit. Sie waren etwas länger, ins Gesicht gekämmt und er war genau so groß wie Bill.
Die eisblauen Augen machten sie total kirre. Am liebsten würde sie jetzt über ihn herfallen.
Auf der Stelle. Ihre Augen schweiften durch die Menge und trafen die von Finn.
Sie konnte seinen Blick nicht deuten. Einen solchen hatte sie von ihm noch nie gesehen.
Seine Lippen kamen ihr gefährlich nahe und er strich ihre Wange mit ihnen entlang.
Ging weiter runter, ihren Hals entlang, als Mali plötzlich angetippt wurde.
Sie drückte ihn sanft weg, ein blondes Mädchen stand vor ihr.
„Sag mal, bist du nicht die Freundin von Tom Kaulitz?“, fragte sie.
Sie schaute das Mädchen verdattert an.
„Was? Woher…?“, stotterte sie.
„Tja, ich weiß es nun mal. Also hör auf mit einem anderen rum zulecken.“, zischte das Mädchen Malika an.
„Hör mir mal ganz genau zu, okay? Ich bin volljährig, ich kann bestimmen was ich zutun und zulassen habe. Du hast mir überhaupt nichts zu sagen, klar? Selbst wenn ich mit Tom zusammen wäre, dann kann es dir doch so was von scheiß egal sein. Kapier es einfach, misch dich weder in mein, noch in Toms Leben ein. Es ist nicht deine Sache.“, schrie sie das Mädchen an.
Sie ging ihr gerade so was von auf den Keks, dass sie ihr am liebsten eine knallen würde.
Marlon zog sie leicht zurück.
„Kein Stress anfangen, Schöne.“, hauchte er und besänftigte sie damit ungemein.
„Ja,… was soll das denn? Ist die dumm, oder so? Die kann doch nicht behaupten, dass ich mit Tom zusammen bin. Ich…“, sagte sie eher zu sich selbst.
„Hey, komm, ganz ruhig. Ist doch gar nichts passiert.“, flüsterte er ihr zu.
Seine unendlich weichen Lippen trafen ihre; Er küsste sie so sanft und voller Hingabe, dass sie förmlich unter seinen Händen schmolz.
Er wusste, was er tun musste um eine Frau weich zu kriegen. Er küsste sie weiterhin und schob sie langsam zu einer Couch, platzierte sie auf seinem Schoß und fuhr langsam unter ihr Top. Eine Gänsehaut machte sich in ihr breit.
Sie konnte das doch nicht tun, was war mit Bill? Tom?
Es war unglaublich, was er mit ihr veranstaltete. Sie ließ sich einfach fallen.
Er wollte sie mit sich ziehen. Doch sie stoppte; „Halt, Marlon, ich … ich kann das nicht.“, flüsterte sie.
Er schaute sie verblüfft an.
„Was… wieso?“, fragte er.
„Hab ich etwas falsch gemacht?“, er schaute sie so an, dass sie ihn am liebsten in den Arm genommen hätte.
Sie schüttelte ihren Kopf, und zog ihn an der Hand mit aus dem Club.
Er schaute Mali an, aufmerksam und doch nicht aufdringlich.
„Willst du mit zu mir, dann können wir noch ein bisschen quatschen.“, fragte er, sie nickte.
Sie gingen also zu Marlon nach Hause, er wohnte schon alleine, wie sich herausstellte. Er war schließlich schon zwanzig und Berufstätig.
Marlon schloss die Haustür auf und bugsierte sie in sein Wohnzimmer.
„Möchtest du etwas trinken?“, fragte er.
„Ja, was hast du denn da?“, fragte sie zurück.
„Unmengen an Alkohol, Tee, Wasser, Cola, Fanta, Red Bull…Alles Mögliche, also was magst du trinken?“, zählte er mit einem angestrengten Gesichtsausdruck auf.
„Ein Red Bull, bitte.“, bat sie ihn. Er nickte und verschwand kurz darauf, wie Mali annahm in der Küche.
„Bitte sehr.“, flüsterte er und stellte ihr Red Bull und ein Glas auf dem Tisch vor ihr ab.
„Danke.“, antwortete sie ihm.
Er lies sich neben sie auf die Ledercouch fallen und sie schauten sich an.
Malika versank in seinen Augen.
Kurz bevor ihre Lippen aufeinander stießen, klingelte ihr Handy.
Peinlich wurde ihr bewusst, dass sie Bill und Tom fast schon wieder betrogen hätte.
Sie nahm ab.
„Schatz?“, fragte Bills Stimme.
„Hey, wer ist denn da?“, fragte sie.
„Ich bin’s Bill.“, sagte er verdattert.
„Ah. Hey Bill mein Schatz.“, begrüßte sie ihn.
„Mali, wo bist du?“, fragte er.
„Hä? Was? Wieso?“, fragte sie verdattert.
„Ich stehe bei dir vor der Tür und keiner macht auf.“, motzte er.
„Oh Gott, Bill… ich… tut mir leid. Ich war im Malibu und jetzt bin ich bei Marlon. Ich komm gleich nach Hause und dann machen wir uns einen schönen Abend.“, sagte sie entschuldigend.
„Tut mir leid, Mali.“, flüsterte er.
„Was tut dir leid?“, fragte sie.
„Na alles. Lass uns gleich darüber reden, okay?“, fragte er und sie bejahte.
Dann legten sie auf und Marlon starrte sie ungläubig an; „Bill, also, ja?“, zischte er.

Chapter Thirty:


Marlon sah sie leicht säuerlich an. Was hatte sie da gerade gesagt? Sie hatte sich selbst verraten, wie dumm konnte sie denn nur sein? Nicht nur, dass er nun wusste, das sie mit Bill zusammen war, nein, auch das sie einen Freund hatte.
„Was ist?“, fragte sie. „Wie ich höre, hast du einen Freund…, dann solltest du vielleicht gehen…bevor noch mehr passiert…, Schönheit…“, fügte er leise hinzu. „Ich…es tut mir leid…ich wollte das nicht, ich…lass’ uns wieder treffen, ja? Ich…ich hab’ keinen Freund!“, sagte sie entschlossen, bevor er noch mehr Verdacht schöpfen könnte.
„Okay…, wann hast du denn wieder Zeit?“, fragte er Mali. „Na ja, wie sieht’s denn mit Morgen bei dir aus? Ich habe keine Schule…, ist ja Wochenende…“, sagte sie und schaute ihn fragend an. Aus irgendeinem Grund wollte sie ihn nicht enttäuschen, ihm das geben, was er eigentlich wollte, und sie wollte ja auch. „Okay…, treffen wir uns morgen? Du kannst gerne herkommen…ich bin den ganzen Tag hier…, ich würde mich freuen…“, sagte er und schaute sie nun nicht mehr so säuerlich an. „Okay…gerne, ich freu’ mich drauf…“, sagte sie und lächelte leicht.
„Okay…, komm’ doch einfach am Nachmittag und nun lass’ diesen Bill nicht länger in der Kälte stehen…“, sagte er und setzte ebenfalls ein Lächeln auf. Sie musste auch lachen und machte sie dann auf den Weg nach Hause.
Bill stand noch immer vor der Tür und sah weniger freundlich drein. Sie spürte sofort das schlechte Gewissen in sich aufkommen und umarmte ihn. Flüsterte immer wieder ein „Es tut mir leid“ in sein Ohr und schließlich gingen sie zusammen hoch.
„Es tut mir wirklich leid, dass du solange warten musstest…“, fing sie wieder davon an. „Man, Mali, ist doch okay. Solange habe ich nun auch nicht gewartet…“ „Trotzdem…“ „Nun mach’ dir mal um mich keine Sorgen…“ „Ja…, aber das hätte nicht sein müssen…ich hab’s einfach vergessen…“ „Mali…“, sagte Bill und stand nun direkt vor ihr. „Was denn?“, fragte sie und schaute zu ihm auf. „Man, nun ist’s doch wieder gut, Schatz, ich hab’ wirklich nicht lange gewartet…“ Bill hatte sie wieder Schatz genannt. Es tat ihr gut…, sehr gut…, nur…, wie sollte sie in Gottes Namen damit umgehen? Sie stand wieder vor einem Dilemma. Und nun waren nicht nur Bill und Tom daran beteiligt.
Nun gab es auch noch eine dritte Person: Marlon.
„Mali…, ich…ich will…mit dir schlafen…jetzt!“ Erschrocken schaute sie Bill an. „Wie?!“, fragte sie irritiert, doch ehe eine Antwort aus seinem Mund zu bekommen, spürte sie diese auf ihren Lippen. Ein Kuss. Wundervoll…
Sie spürte ihn wieder. Bill. Für den sie Gefühle hatte. Gefühle die erwidert wurden und die sie spüren wollte.
„Bill…ich liebe dich…“, sagte sie, denn es war das, was sie in diesem Moment sagen wollte, musste, um ihren Gefühlen Luft zu machen.
„Ich dich auch, Mali, und ich will nichts lieber als mit dir zusammen sein, bitte…bitte schlaf’ mit mir!“, sagte er.
„Ja…“, hauchte sie und berührte wieder ihre Lippen mit den seinen. Sie liebte diese Küsse und leider auch ihn. Ja, leider, weil sie eigentlich mit Tom zusammen, liebte seinen Zwillingsbruder. Und sie ritt sich mit jedem Fick tiefer in dieses verdammte Dilemma.
Aus dem es schier keinen Ausweg gab, oder?
Sie stöhnte lustvoll auf, als sie Bills Hände an ihrem Körper spürte. Wie er sie berührte, unter ihr Oberteil fuhr und sie sanft umfasste. Schnell hatte er sie ihres T-Shits entledigt und stand nun noch nur in ihrem BH und ihrer Jeans vor ihm. Noch immer hielten sie sich im Hausflur auf.
Ihre Mum war auch nicht da, und so konnten sie überall.
„Bill…“, stöhnte sie halblaut. Denn sie spürte dieses Verlangen in sich aufkommen, welches sie stillen wollte, gestillt haben wollte, und so berührte er sie an ihrem Hosenknopf, öffnete dieses und hatte sie auch schon bald von dieser entledigt.
Nun stand sie ihm nur noch n Unterwäsche gegenüber und machte sich auch bei ihm daran, ihn von seinen Klamotten zu entledigen.
Das hatte sie auch bald geschafft und einige Sekunden später spürte sie ihn auch schon in sich. Wie er sich in ihr bewegte. Sich mit ihr verband.
Immer tiefer schien sie ihn in sich zu spüren und wollte, dass dieses Gefühl nie wieder endete.
Sie nie wieder losließ.
Erschöpft ließ sie sich neben ihm an die Wand sinken. Sie atmete schwer und musste das eben passierte erst mal wieder realisieren. „Mali…Schatz…, hör’…hör’ mir bitte zu…“ Sie schaute ihn fragend und zu gleich gespannt an.
„Ich…halt’s ohne dich nicht aus…lass’ uns das nicht beenden…bitte…“, sagte er beinah flehend.
„Wie? Nicht beenden? Eigentlich war es nie vorbei…immer wenn du hier warst, hast du doch das bekommen, was du wolltest…“, sagte sie. „Man, Mali, ich liebe dich wirklich! Ich will nicht einfach nur eine Fickbeziehung…ich will mehr, ich will dich lieben dürfen, so wie du es verdient hast!“, sagte er entschieden und schaute sie auch dementsprechend an. „Glaubst du…du denkst doch nicht etwa das du der Einzige bist, der das kann…!“, erwiderte sie etwas perplex. „Nein…, man, Mali so sollte das nicht rüberkommen, verdammte scheiße ich will einfach nur mit dir zusammen sein, mehr will ich gar nicht, dich einfach nur lieben dürfen!“, kam es von Bill der sie flehend ansah.
„Bill, ich-„ „Ich kann dich nicht zu nichts zwingen…, aber ich würde es mir einfach wünschen…“, unterbrach er sie.
„Ich…, wie stellst du dir das vor?!“, wollte sie irritiert wissen und wartete auf eine Antwort.

Chapter Thirty-one:


„Ich weiß, Tom darf das mit uns auf keinen Fall wissen, nur… ich will das nicht mehr. Nicht so.“, er blickte ihr direkt in ihre Augen.
Es tat ihr so weh ihm sagen zu müssen, dass es nicht ging.
„Bill… ich… Es geht nicht. Du weißt, dass ich dich liebe, aber du weißt doch ganz genau, wie Tom darauf reagieren würde. Er würde mich hassen und dich dazu. Bill… er ist dein Zwilling, ihr würdet es gar nicht ohneeinander aushalten.“, flüsterte Malika. Sie strich ihm sanft über seine Wange.
„Ah Mali, schau mal… Ich komme wunderbar ohne ihn aus. Wie wäre es denn, wenn wir ihn mit jemandem anderes verkuppeln. Du hast das, was hier abläuft, einfach nicht verdient.“, er schaute sie an.
Langsam wurde sie ein wenig pampig; „Bill, denkst du eigentlich immer nur an dich?“
„Was…? Wieso…?“, fragte er verwirrt.
„Ganz einfach, du sprichst die ganze Zeit von uns … und du vergisst dabei völlig, dass ich Tom liebe. Ich liebe ihn genauso wie ich dich auch liebe.“, pampte sie ihn an.
„Mali… Wir tun Tom damit weh.“, flüsterte er, als würde er es erst jetzt erkennen.
„Du bist ja ein Spät-Checker. Natürlich tun wir Tom damit weh. Wir müssen es arrangieren, dass Tom deine ‚Johanna’ kennen lernt, sonst wird er immer wieder denken, dass wir was miteinander haben.“, zischte Malika in Bills Richtung.
„Ja und wo bekommen wir eine Johanna her?“, fragte Bill dümmlich.
„Woher wohl? Wir rufen jemanden an, den du kennst. Aber Tom darf da nicht hinter kommen.“, sie schaute ihn an und er schaute leicht Begriffsstutzig.
„Es gibt aber niemanden, den Tom nicht kennt, den ich kenne.“, sagte er bedrückt.
„Gut, dann rufen wir halt Leona an und dann ist gut.“, verdrehte Malika ihre Augen.
„Wer ist Leona?“, fragte Bill, währenddessen nahm Malika das Haustelefon zur Hand und wählte die Nummer ihrer Freundin. Sie hatte nicht viel Kontakt mit Leona, doch sie verstanden sich ganz gut und wenn jemand mal Hilfe brauchte, dann waren sie gegenseitig füreinander da.
„Eine Freundin, und jetzt sei still.“, ermahnte sie ihn.
„Heeeey meine Süße.“, begrüßte Mali ihre Freundin.
„Mir geht’s ganz gut und dir?“, fragte sie.
„Das freut mich doch. Schatz, ich brauche deine Hilfe.“, sagte sie leicht bedrückt.
„Ja, also. Du kennst doch Tokio Hotel, nicht wahr?“, Malika horchte.
„Ja, ich weiß, dass du die nicht so gern hast.“, seufzte Mali.
„Schatz es geht einfach darum, dass ich mit Tom zusammen bin, aber mit Bill geschlafen habe. Na ja, eigentlich ist das Problem eher, dass wir schon so gut wie eine Beziehung führen und Tom langsam dahinter kommt. Ich brauche dich. Du musst Bills Freundin spielen. Würdest du das machen?“, erklärte Lia ihr ihre Lage.
„Oh ich weiß. Wie lange? Schon fast eineinhalb Jahre.“, antwortete Lia peinlich berührt.
„Weil ich beide liebe, sonst würde ich dich nicht fragen, also?“, fragte Malika.
„Danke, mein Schatz. Ich liebe dich.“
„Okay, Ciao.“, sie legte auf und schaute zu Bill.
„Siehst du so schnell geht das. Wann kommt Tom raus?“, fragte Mali.
„Keine Ahnung, Schatz. Ich glaube in zwei Wochen.“, er sah sie erleichtert an, während er sprach.
„Siehst du, bis dahin habe ich Leona soweit und dann kann die Aktion starten. Sag mal schläfst du hier?“, fragte sie ihn.
„Nein, ich bin eigentlich noch mit meiner Mutter verabredet.“, er grinste Mali entschuldigend an.
„Ist doch okay. Ich treffe mich morgen mit Marlon, das heißt wir sehen uns nicht, okay?“, flüsterte sie. Er nickte.
„Wer ist Marlon?“, fragte er neugierig und ein kleiner Ausdruck von Eifersucht schwang in seiner Stimme mit.
„Ein Kollege, den ich heute kennen gelernt habe. Wir gehen auf den Dom.“; erklärte sie und musste leicht lächeln.
„Ah so.“, erwiderte Bill. Sie schauten sich noch gemeinsam eine DVD an und Bill ging.
Mali machte sich schnell Bettfertig und schlief ein.
Als sie am nächsten Morgen aufwachte, fiel ihr wieder ein, dass sie mit Marlon auf den Dom wollte.
Mali freute sich darauf Marlon wieder zusehen. Sie mochte ihn. Es würde garantiert Spaß machen mit ihm Achterbahn zufahren.
Sie machte sich fertig und kurz nach drei ging sie los. Sie wusste den Weg zu Marlon noch, da Finn ganz in der Nähe wohnte.
Als sie endlich vor seiner Wohnung stand und klingelte, war ihr doch ein wenig mulmig zumute.
Marlon kam runter und umarmte sie erstmal herzlich.
„Na Schöne.“, begrüßte er sie.
„Naaaa… Wie geht’s dir?“, fragte sie.
„Gut, du bist ja bei mir.“, grinste er sie frech an.
Sie nickte; „Wollen wir los?“
Marlon nickte und sie gingen zur U-Bahn, da er ihr seine Fahrkünste nicht antun wollte.
Sie lachten viel und als sie endlich ankamen, zog Marlon sie zur ersten Achterbahn.
„Komm, ich lad’ dich ein.“, lachte er als er ihren fragenden Blick in die Höhe sah.
„Gut, aber ich bin ein Angsthase, also nicht wundern, okay?“, gab sie zu.
Er grinste sie frech an. „Okay.“
Er zahlte und sie mussten noch einen Moment warten, bis die Achterbahn endlich da war.
Sie stiegen ein. Mali zitterte.
„Mensch Süße, ist doch alles okay. Noch sind wir nicht los.“, grinste er und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Der Kuss beruhigte sie ungemein.
Bald ging es los und kurze Zeit später auch schon wieder alles vorbei.
Malika hasste es Achterbahn zufahren und doch tat sie es immer wieder.
„Maaaarloooon?“, sie setzte ihren Dackelblick auf, während sie sprach.
„Schönheit?“, fragte er zurück.
„Können wir bitte, bitte, bitte, bitte Riesenrad fahren?“, fragte sie.
Er nickte. Wieder zahlte er. Sie setzten sich in eine Gondel und schon ging es los. Malika liebte es Riesenrad zufahren. Man hatte Ausblick auf die ganze Stadt und sie genossen es. Er legte seinen Arm um sie.
Ihre Lippen trafen sich und sie versanken in einem leidenschaftlichen Kuss.
Der Kuss wollte einfach kein Ende nehmen. Es tat so gut jemanden zu küssen, der mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun hatte. Es war völlig unverbindlich.
Der Kuss endete so abrupt, dass Malika sich vorkam, als hätte jemand Marlon von ihr weggerissen.
Sie schaute ihn an; „Lass uns zu dir.“; hauchte sie.
„Ich… o…okay.“, stotterte er leicht und wurde rot um die Nasenspitze.
Ehe sich Malika versah waren die beiden auch schon bei ihm vor der Wohnung.
Er nahm seinen Schlüssel und schloss die Tür auf.
Malika und Marlon traten gemeinsam in die Wohnung…

Chapter thirty-two
:

Mali realisierte das alles gar nicht wirklich und letztlich standen sie schließlich in seinem Zimmer. Hier und da prangten Landschaftsposter von den Wänden und CDs stapelten sich auf seinem Schreibtisch neben einem PC sowie einem Laptop.
„Alles okay…?“, fragte Marlon sie, der noch immer nicht so ganz wusste, wie er reagieren sollte. „Ja…“, hauchte Mali und stieß ihn sanft in Richtung Bett.
„Süße…, was hast du vor?“, wollte er wissen. „Schlaf’ mit mir!“, sagte sie und positionierte sich auf seinen Hüften.
„Du bist so schön, hat dir das eigentlich mal jemand gesagt?!“ „Ja…“ Tom, schoss es ihr durch den Kopf. Und Bill.
Er war nicht der Einzige und doch fühlte sie sich durch diese Worte von ihm in seinen Bann gezogen, wobei eher sie die Initiative ergriffen hatte. Doch sie tat es gerne, es war ihr lieber als andersrum.
Mali beugte sich zu ihm herunter. Ihre Lippen waren den seinen gefährlich nahe und dann zog er sie doch an sich heran und begann sie leidenschaftlich, zärtlich zu küssen.
Mali genoss dieses Kuss mehr als alles andere und wünschte sich eine Person, die sie lieben konnte, ohne jemanden zu betrügen, hintergehen und ohne das es ihr wehtat, weil sie einer anderen Person das Herz mit Kuss, mit jedem Fick in mehr und mehr Scherben zersprengte.
Sie musste unentwegt an Tom denken, da sie ihn wieder hinterging, mit einer neuen Person. Anderen…
Malika schob diesen Gedanken beiseite und versuchte sich auf diesen Kuss, auf dieses Gefühl, auf Marlon einzulassen und sich ihm völlig hinzugeben.
Sie wollte sich auf ihn einlassen, ihn spüren und sich nur auf ihn konzentrieren.
Nur auf ihn…
Sanft ließ sie sich neben ihn fallen ohne jedoch dabei den Kuss zu unterbrechen.
Malis Hände suchten sofort den Kontakt mit seinem Körper. Wollte ihn berühren, anfassen. Schließlich zog sie ihm das T-Shirt aus, berührte sanft seine Hose, in der sie bereits eine Regung spürte und machte sich schließlich auch an seinem Knopf zu schaffen, den sie alsbald auch geöffnet hatte.
Langsam zog sie ihm seine Hose aus und merkte dann, auch das er vorsichtig unter ihr Oberteil fuhr. Sofort verspürte sie ein angenehmes Gefühl und wollte mehr, wollte, dass er sie weiter berührte, bekam einfach nicht genug.
„Bitte…bitte hör’ nicht auf…bitte…“, bettelte sie und da berührte er sie auch schon an ihrer Hose. Malika fuhr zusammen. Dass sie das so erregte, dessen war sie sich vorher nicht bewusste und versuchte ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, indem sie versuchte den Kuss so viel Gefühl und Leidenschaft wie möglich zu geben.
Marlon merkte dies wohl und hatte sie auch bald ihrer Jeans entledigt.
Seine Hand glitt sachte in ihre Unterwäsche und verwöhnte sie dort. Malika stöhnte auf, hielt es kaum noch aus, befreite ihn von seiner Boxershorts und wollte nur, dass er in sie eindrang. Sie zog Marlon auf sich herauf, ließ ihn spüren, dass sie ihn jetzt, in diesem Moment wollte und genoss die gleichmäßige Bewegung, mit der er sich in ihr bewegte.
Malika gab sich ihm völlig hin und wünschte sich, dass dieser Moment niemals enden würde. Der Sex war nicht nur geil, er war unglaublich. Nichts konnte ihn Toppen. Nur die Gewissheit, dass sie ihren Freund betrog.
Ja, sie betrog ihn nicht nur mit seinem eigenen Zwillingsbruder, nein, sie betrog ihn noch mit einer völlig fremden Person. Und diese Gewissheit ließ Malika einfach nicht los.
„Du…du bist so schön. Ich habe mich vom ersten Augenblick an in dich verliebt…“, brachte er es fertig zu sagen und Malika somit in einen gespannten Zustand zu versetzen.
Hatte sich dieses Problem verdoppelt? Verdreifacht? Was sollte das denn nur? Konnte sie nicht einfach etwas mit einer Person zu tun haben, ohne dass er sich in sie verliebte? Ohne Bindung?
Nein…, sollte es denn sonst wie früher werden?
Sie hasste sich für all ihre Taten und wünschte sich, dass sie nie in dieses Dilemma geraten wäre.
Niemals…
Erschöpft und mit gemischten Gefühlen ließ sie sich neben Marlon sinken.
Der Sex hatte ihr auch gut getan. Doch Marlon hatte sie wieder an ihr Problem erinnert und so verabschiedete sie sich einige Minuten später mit einem langen, leidenschaftlichen und intensiven Kuss von Marlon.
Würde sie ihn je wieder sehen?
Malika machte sich auf den Weg nach Hause. Gedankenverloren ging sie die Straße entlang und bekam noch nicht einmal mit, dass ihr Handy klingelte. Erst als sie die Blicke der Passanten auf sich zog, hörte sie, wie ihr Handy diesen Klingelton abspielte…
„I’m a Barbie girl…“
Sie nahm ab.

Chapter thirty-three:


„Hey Schatz.“, ertönte Toms Stimme aus dem Telefon. Beinahe hätte sie es fallen lassen vor
Schreck.
„Na Tom.“, sie wusste nicht warum, aber sie konnte ihn nicht Schatz nennen.
Es ging einfach nicht.
„Ich wurde frühzeitig entlassen. Ist das nicht toll? Endlich kann ich dich wieder sehen!“, erzählte er euphorisch.
„Ja, ganz toll.“, rutschte es Malika heraus.
„Freust du dich denn gar nicht für mich?“, fragte er.
„Doch! Na klar, ich freue mich sogar sehr.“, erwiderte sie schnell.
„Okay, dann lass uns gleich mal treffen, ich bin gleich zu Hause.“, schlug er vor.
„Tom, nicht Heute, okay?“, machte sie ihm klar.
„O…okay.“, flüsterte er enttäuscht.
Er schwieg eine Weile, doch dann fragte er; „Warum nicht, Mali? Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen. Ich vermisse dich.“
Sie schluckte schwer; „Tom, das ist alles nicht so einfach für mich. Ich brauche Zeit. Vor allem, nachdem das in deinem Zimmer passiert ist… Es tat einfach furchtbar weh und ich will das nicht noch einmal erleben, okay?“, erklärte sie ihm, natürlich konnte sie ihm die Wahrheit nicht sagen, denn sonst würde alles auffliegen.
„Weiß Bill davon, dass du nach Hause kommst?“, fragte sie ihn.
„Nein, woher denn?“, fragte Tom zurück.
„Weiß nicht, hätte ja sein können.“, erwiderte sie.
„Ja… hätte… Mali, ich hab mal ein Frage an dich…“, flüsterte er bedrückt.
„Schieß los.“, forderte sie ihn auf.
„Na ja, warum reden wir immer über Bill? Ich meine, wir reden nie über unsere Beziehung, mir kommt es so vor, als wärst du mit Bill zusammen und nicht mit mir. Ich halte es einfach nicht mehr aus. Man, Mali, weißt du wie weh du mir damit tust?“, seine Stimme klang niedergeschlagen, als er das sagte. Nie war Malika etwas in der Art aufgefallen.
Sprach sie wirklich immer von Bill? Es tat ihr so leid, aber andererseits konnte sie auch nichts dafür. Sie merkte es nicht einmal.
„Tom, ich… ich merk doch nichts davon. Ich kann doch wohl nicht ernsthaft immer nur von Bill sprechen?“, fragte sie verunsichert.
„Tust du aber. Mali, ich denke wir sollten uns heute treffen und all das mal besprechen.“, erwiderte Tom kalt.
„Ich… okay… Um sechs im Bolero.“, erwiderte sie, erschrocken von der Kälte in seiner Stimme.
„Gut, bis dann.“, sagte er und legte auf.
Malika ging nach Hause und duschte, schminkte sich und zog sich an. Sie stellte erschrocken fest, dass es schon viertel vor sechs war und sie relativ spät dran war, sie beschloss mit dem Auto zu fahren, es würde einfach schneller gehen, als mit Bus und Bahn.
Mali stieg in ihr Auto und fuhr los, nach einer viertel Stunde war sie bereits da. Sie schaute durch die Fenster des Cafés und erblickte Tom. Er sah traurig aus, aber auch wütend.
Malika betrat das Café und ging auf Tom zu.
„Hey Tom.“, begrüßte sie ihn und sie umarmten sich kurz.
„Hey.“, nuschelte er.
„Dann fang mal an.“, forderte sie ihn zum sprechen auf.
„Ich… Malika… Ich habe das Gefühl, dass du mich betrügst…Ich habe lange darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es einfach nicht anders sein kann.“, flüsterte er bedrückt.
„Wie bitte? Hab ich dich eben richtig verstanden?“, keuchte sie.
In dem Moment kam die Bedienung.
„Was darf ich Ihnen bringen?“, fragte das Mädchen höflich.
„Ein Wasser, bitte.“, erwiderte Mali. Tom schüttelte nur leicht den Kopf.
„Kommt sofort.“, erwiderte das Mädchen.
„Wie kommst du dazu mir so etwas zu unterstellen? Hast du sie nicht mehr alle?“, zischte Malika Tom an.
„Komm, sei mal ehrlich… Bills Freundin, wie hieß sie noch gleich…? Joane? Die existiert doch gar nicht.“, seine Augen blitzten, als er dies sagte.
„Johanna, heißt sie. Natürlich existiert sie.“, flüsterte Mali gefährlich leise.
„Gut, ich will sie kennen lernen.“, erwiderte er und beugte sich leicht über den Tisch hinweg.
„Gut, das wirst du.“, zischte sie.

Chapter thirty-four:


„Aha, und wann?“, versuchte Tom sie weiter zu provozieren.
„Jederzeit!“, brachte Malika mit einem Siegerlächeln hervor und hoffte, dass Tom nun sein Misstrauen ihr gegenüber unterlassen würde.
„Okay, dann lass’ uns morgen mit Johanna treffen!“, sagte Tom und Malika stimmte zu.
Als sie später zu Hause war, rief sie noch bei Leona an und verabredete sich mit ihr. Nun schickte sie Bill und Tom je eine Nachricht. Doch nur mit einem winzigen Unterschied:
Dem Ich liebe dich!
Bei Tom konnte sie das einfach noch nicht drunter schreiben. Es ging einfach nicht. Wie auch?
Sie musste auch erst wieder vertrauen zu ihm aufbauen.
Am nächsten Tag ging es für Malika wie gewohnt zur Schule und nach der Schule würde sie sich dann mit Leona und den Jungs treffen.
Mühsam versuchte sie dem Gerede des Lehrers zu folgen und sich eifrig Notizen zu machen. Es gelang ihr auch ganz gut, mit dem Stoff mitzukommen.
Schließlich schrieb sie bald ihre Abiturprüfungen. Und da musste der Stoff dann sitzen und kommen. Sie musste das geforderte wissen und das was an Stoff abverlangt wurde, war nicht immer einfach. Geschweige denn leicht verständlich und somit auch das was der Lehrer da vorne von sich gab.
Als dann endlich das Ende der letzten Stunde angekündigt wurde, stand Malika sofort auf und machte sie auf den Weg zu dem vereinbarten Treffpunkt. Sie war relativ schnell da und von den Jungs noch keine Spur. Bill hatte sich an einem anderen Treffpunkt mit Leona getroffen und von dort aus würden sie dann zusammen hierher ins Café kommen.
Tom müsste auch jeden Moment erscheinen und so bestellte Mali sich schon einmal einen Kaffee, den sie jetzt auch erstmal dringend brauchte.
Dann sah sie auch schon wie ihr Freund – war er das eigentlich noch? – zur Tür herein kam und sie auch gleich an einem der Tische entdeckte.
„He…“, sagte er nur und setzte sich zu ihr.
„Alles okay…?“, fragte Mali ruhig. „Ja…, und bei dir? Ich…, es tut mir leid…, Mali, wirklich…, aber…aber das Vertrauen ist…ist total weg…zu dir…ich…weiß nicht mehr was ich machen soll, dass…hier…das ist echt nicht normal…“ „Tom, wer von uns beiden stellt die Theorie auf, das ich Fremdgehe?“, stellte sie ihm eine Gegenfrage und erwartete auch eine Antwort, doch da betraten schon Bill und Leona das Café.
„He, ihr beiden!“, begrüßte Mali die beiden und sie setzten sich zu ihnen an den Tisch.
„Na, wie geht’s dir?“, fragte Leona sie und warf Bill immer wieder verliebte Blicke zu und saß eigentlich mehr auf seinem Schoß als auf der Sitzbank.
„Gut soweit, und bei dir?“ „Ja, eigentlich auch…schließlich bin ich glücklich vergeben!“ Schauspielern konnte sie echt gut, dachte Mali, das musste sie ihr wohl oder übel lassen, doch dazu hatte sie Leona auch in diese Sache eingebracht.
„Schatz…?“, hörte Mali Leonas Stimme. Bill schaute erschrocken auf. War er nun gemeint? Er wandte seinen Blick zu dem Mädchen neben sich und lächelte. Leona konnte es nicht lassen, zog Bill zu sich heran und küsste ihn.
Was sollte das? Wollte sie noch überzeugender Dastehen als sie es eh schon tat? Oder Mali eifersüchtig machen?
Mali versetzte dieser Kuss, der relativ lang andauerte, einen Stich ins Herz.
Verdammt! Was war nur los mit ihr?
„Bist du nun endlich überzeugt? Das ist Johanna und sie ist mit Bill glücklich. Und er war auch immer mit ihr zusammen!“ „Ja…ja, ich glaub’s dir ja…“, sagte Tom mit belegter Stimme und senkte seinen Blick gen Boden.
„Ich…, lass’ uns kurz rausgehen…“, bat Mali und zog Tom mit sich. „Was denn?“, wollte er irritiert von ihr wissen. „Ich…will das mit uns langsam angehen…, wenn ich dann mein Abi habe, habe ich auch wieder mehr Zeit und Nerv…, zurzeit habe ich nur Stress in der Schule und…, du weit selber wie das ist…“ „Ja, sicher, nur…ich…ich wünsche mir nichts sehnlicher als wieder bei dir zu sein…dich zu lieben!“ „Tom, ich weiß, aber ich weiß auch, dass ich das nicht so ohne weiteres kann…so schnell…“ „Ja, man, und ich habe auch Begriffen, dass ich scheiße gebaut habe und ich mich dir gegenüber alles andere als freundlich verhalten habe!“ „Das sollte dir auch-“, Mali brach ab, denn zwei Mädchen öffneten die Tür zum Café und sie machte ihnen Platz.
„Bewusste sein, dass du dich scheiße verhalten hast und dass das mit den Drogen kein Weg war, mit deinen Problemen fertig zu werden…, schließlich haben wir kaum über dich gesprochen…und auch über mich…“, setzte sie noch hinzu als sie ihren Satz fortgesetzt hatte.
„Man, es tut mir leid…“ „Hm…, lass’ uns wieder reingehen!“, sagte Mali und gerade als sie das Café wieder betraten, hörten sie ein lautes Kreischen. „Leona, man, was machst du denn hier? Ahhh, Bill…, bekommen wir ein Autogramm? Ist dein Bruder auch hier? Man, Leona, wieso hast du nicht erzählt, dass du dich mit solchen geilen Typen triffst?“ Eindeutig die beiden Mädchen, die soeben das Café betreten hatten. Malika war nicht fähig auch nur ein Wort herauszubringen. Scheiße, dachte sie nur. Was würde Tom jetzt denken?
Ihr Blick war immer noch auf die Szenerie an dem Tisch gerichtet, denn sie traute sich auch nicht, Tom in die Augen zu schauen. Ihn anzusehen.
Es tat mehr als weh…
„Mali?!“, hörte sie schließlich seine Stimme, konnte jedoch nicht darauf reagieren.
„Wieso haben diese beiden Mädchen sie mit Leona angesprochen?“, wollte er wissen und ehe sie auch nur einen Ton von sich geben konnte, setzten sich die Mädchen an einen benachbarten Tisch und Leonas Handy fing an zu klingeln.
„Ja?“, hörte Mali sie rangehen. „He, Schatz? Ja, hier ist Leona, was gibt’s?“
Oh, nein, und nun noch auch noch aus ihrem eigenen Munde und scheinbar rief auch noch ihr Freund an.
Konnte es denn jetzt noch schlimmer werden?
Sie sah Tom nicht an, rannte aus dem Café.
Wie sehr konnte sie sich nur in Leona täuschen? Sie hatte ihr Vertraut. Schließlich hing ihre Liebe zu Tom daran. Nun würde er denken, ja…viel zu viel, was eigentlich gar nicht stimmte.
Sie rannte über den Platz nach draußen. Blieb nicht stehen, verlangsamte nur ihre Geschwindigkeit, bis sie plötzlich von hinten festgehalten wurde und gezwungen wurde, umzudrehen.
„Mali…“ Die Stimme von Tom.
Was sollte sie jetzt sagen?
Wie würde er reagieren? Sie hob ihren Blick und sah direkt in diese wunderschönen braunen Augen. Sie strahlten so viel Gefühl aus und sie fühlte sich nur noch schlechter…, schlechter als sie sich scheinbar je gefühlt hatte.
Konnte es denn jetzt noch schlimmer werden? Fragte sie sich und wartete darauf, dass er endlich etwas sagte.

Chapter thirty-five:


Tom sprach, doch Mali hörte es einfach nicht.
„Mali, warum belügt ihr mich?“, war das erste, was sie nach einer Weile verstand.
Sie war nicht fähig zu antworten. Malika starrte Tom an.
„Warum unterstellst du uns, wir würden miteinander schlafen?“, stellte sie als Gegenfrage, sobald sie ihre Stimme wieder gefunden hatte.
„Bitte… ich…ich habe einfach das Gefühl… dass du….“, er stockte, „Dich verändert hast… Seitdem du im Malibu warst, mit Bill… Du bist einfach so … wie soll ich sagen… aggressiv geworden… so abweisend. Ich kenne dich gar nicht so.“, er blickte sie traurig an.
„Das gibt dir doch immer noch nicht das Recht zu behaupten, ich würde mit Bill, wohlgemerkt mit deinem Zwillingsbruder vögeln.“, erwiderte Mali kalt.
„Ich weiß einfach keine andere Erklärung. Man, Mali… du weißt doch dass ich dich liebe und mir deswegen Sorgen mache. Ich weiß wie du vorher warst. Du hast es mir erzählt. Ich möchte einfach nicht, dass unserer Beziehung so endet, wie eine deiner vergangenen Beziehungen. Das zwischen uns… das ist einfach… etwas Besonderes?! Ich möchte es auf keinen Fall aufgeben, ich will dich nicht aufgeben. Ich liebe dich.“, erklärte er. Er wollte sie umarmen, doch sie wand sich ab.
„Wow, Tom.. Du hast einen Rekord gebrochen. In einer Aussage zwei mal die These; ‚Ich liebe dich’… Wenn du mich lieben würdest. Und ich betone noch einmal w ü r d e s t, dann würdest du mir vertrauen. Ganz nebenbei gesagt, du warst auch nicht anders und du kannst mir nicht vorschreiben, wie ich mein Leben zu führen habe und wie nicht. Ich könnte mit Bill schlafen, aber ich tue es nicht. Wenn du es unbedingt wahrhaben willst, was du vermutest. Bitte, lässt sich arrangieren. Ich spreche mit Bill.“ Sie zog ihr Handy aus der Tasche und Tom schaute sie ungläubig an.
„Das wirst du doch wohl jetzt nicht ernsthaft tun, oder?“, fragte er.
„Warum denn nicht? Traust du es mir nicht zu?“ Ihre Augen blitzen argwöhnisch zu Toms Gesicht. Es war starr vor Entsetzen.
„Ich Malika… ich… Nein, ich traue es dir nicht zu.“, flüsterte er entschuldigend und mit noch immer starrem Blick auf ihr Handy.
„Siehst du… und warum… Zum Teufel warum, behauptest du dann so etwas?“, schrie sie.
Sie hatte ihn genau an dem Punkt, wo sie ihn haben wollte. Er hatte ihr endlich aus der Hand gefressen. Er war tatsächlich so gutgläubig um es ihr zuglauben. Gott sei Dank.
Malis Gedanken begannen sich wieder zuordnen. Tom hatte ihr geglaubt.
„Und was hat es mit dieser Johanna oder Leona oder wie auch immer auf sich?“, fragte er dann doch noch einmal nach.
„Tom… Bill und ich… wir konnten einfach nicht anders. Du hättest uns nie etwas geglaubt. Du warst so davon überzeugt, dass Bill und ich eine Affäre haben, dass du sogar schon angefangen hast Drogen zunehmen. Wir wollten dich einfach beruhigen, dass du nicht wieder rückfällig wirst…“, erklärte sie ihm.
„Tatsächlich?“, fragte er und zog seine Augenbrauen in die Höhe.
„Ja.“, erwiderte sie.
„Mit wem zum Teufel hat Bill dann telefoniert, als ich ins Zimmer geplatzt bin…? Soweit ich mich erinnere, wusstet ihr da noch nichts von meinem Problem… und er meinte er hätte mit Johanna telefoniert.“, er blickte Mali misstrauisch an.
„Keine Ahnung, dass musst du ihn selbst fragen.“, erwiderte sie und zuckte die Schultern.
Plötzlich umarmte Tom Mali.
Malika war so perplex, dass sie leicht zurückwich. Sie ließ sich auf die Umarmung ein.
Ein Gefühl des Glückes überkam sie. Endlich hatte sie ihn wieder, ihren Freund, den sie so liebte und doch betrog.
„Ich liebe dich… du bist die erste, die ich je geliebt habe und die letzte, die ich lieben werde.“, hauchte er in ihr Ohr.
„Ich dich auch Tom, ich dich auch.“, erwiderte sie, würde sie den Rest auch bejahen, dann würde sie sich selbst belügen und das konnte sie einfach nicht, nicht noch mehr.
Das Dilemma war wie weggewischt. All ihre Gedanken kreisten um Tom.
Marlon war weg und zu ihrem Erstaunen Bill ebenfalls. Wenn sie an ihn dachte, hatte sie keinerlei Kribbeln mehr im Bauch. Es schien, als wären alle Gefühle für ihn wie weggewischt.
„Komm Tom, lass’ uns zu mir, okay? Nicht, dass uns dasselbe wie vorhin passiert und dich womöglich noch jemand erkennt.“, flüsterte sie und er nickte bloß.
Sie verhakten ihre Hände ineinander und gingen zu Mali. Auf dem Weg zu ihr schrieb sie Bill noch eine kurze SMS, dass alles in Ordnung wäre und er keine Angst haben müsste.
„Na, wem schreibst du denn?“, fragte Tom neugierig.
„Finn.“, log sie schnell.
„Wer ist das?“, fragte er und schaute sie wieder argwöhnisch an.
„Mein bester Freund. Das Thema hatten wir schon einmal.“, erwiderte sie.
„Nein, hatten wir nicht.“, erwiderte er und schaute sie durchdringend an.
„Doch… Ich denke schon. Das ist der Junge, der mit Bill und mir bei dir war, als du…“, sie brach ab.
„Ach so, der. Okay. Du wirst ihn wohl mal erwähnt haben.“, sagte er um einen Streit vorzubeugen.
Sie klickte schnell den Knopf ‚Senden’ an und weg war die SMS.
Malika schaltete ihr Handy aus und beschäftigte sich mit Tom.
Als sie die Wohnung betraten, rief Malika nach ihrer Mutter, doch die war wieder einmal nicht da.
„Scheinbar schon wieder in München.“, murmelte sie.
„Dann haben wir die Wohnung ja für uns ganz alleine.“, hauchte Tom in ihr Ohr.
Sie nickte; „Aber Tom, wir wollten doch nichts überstürzen.“, er schaute sie traurig an und nickte dann.
„Okay, wenn das dein Wunsch ist. Wir müssen schließlich unser Vertrauen wieder aufbauen.“, schloss er.
„Was wollen wir machen?“, fragte sie.
„Weiß nicht… Wie wär’s mit DVD schauen?“, fragte sie zurück.
Er nickte; „Okay. Was wollen wir schauen?“
„Keine Ahnung…“, erwiderte sie.
„Ich auch nicht.“
Sie diskutierten alle Filme, die Malika im Regal stehen hatte durch und konnten sich einfach nicht einigen, bis Tom dann vorschlug einfach nur Fern zusehen.
„Okay.“
Sie zappten durch das ganze TV-Programm.
„…und dann hat mein Bruder es rausbekommen, dass ich mit seiner Freundin eine Affäre hatte…“, nächstes Programm.
„Tom, warte… Gib mir mal die Fernbedienung.“, bat sie ihn. Sie lagen kuschelnd auf der Couch.
Malika schaltete wieder auf die Talkshow zurück, die gerade lief.
‚Zwei bei Kallwass’
Tom schaute sie fragend an; „Seit wann schaust du denn so billige Talkshows?“
Ein unglaublich abwertender Ton lag in seiner Stimme.
„Angewohnheit…“, erwiderte sie und starrte wie gebannt auf den Bildschirm…

Chapter Thirty-six:


„Wieso Angewohnheit?“, fragte Tom misstrauisch.
„Na ja, keine Ahnung…, das Thema irgendwie…“, meinte sie und hörte weiter den Leuten zu.
„…und nun möchten wir Alexander B. begrüßen, den Bruder von Jonathan B. mit dem Franziska hier Jonathan betrogen hat…“, hörte sie diesen Moderator sagen und dann erschien auch schon ein junger Mann auf der Bildfläche.
Der Streit oder auch die Diskussion ging die ganze Zeit um das Mädchen, die sich immer wieder entschuldigte und beinah heulte.
Die beiden schrieen sich immer wieder an, brüllten und gingen fast aufeinander los. Irgendwann machte Malika einfach den Fernseher aus. „Mali…?“, kam es von Tom.
„Hm…?“ „Ich werde das Gefühl nicht los, dass du mich belügst!“, sagte er und Mali zerriss es beinah das Herz. Wieso belog sie ihn nur so? Wieso war das verdammt noch mal so?
„Mali?“ „Ich…, scheiße man, ich belüg’ dich nicht!“, fuhr sie ihn an und wischte sich die aufkommenden Tränen aus dem Gesicht.
„Mali, nein, das wollte ich nicht, Süße…bitte…“ „Ach, man, was machst du nur? He?
Jedes Mal tust du mir damit mehr weh. Jedes Mal. Du trampelst auf meinen Gefühlen herum und scheinst es immer noch nicht gerafft zu haben…“ Mali…, Süße, es tut mir leid…“
„Schön…, siehst du es endlich ein, ja? Man, du tust mir so verdammt weh…“ „Ich…, scheiße…, es tut mir echt leid…, Mali, bitte sei’ mir nicht böse…“ „Nein…, bin ich nicht…!“, sagte sie und hoffte, dass er nun kein weiteres Misstrauen mehr aufbringen würde.
„He…, komm’ her bat er sie und sie blickte ihn nur an. Er rutschte zu ihr und schaute sie an. Direkt in die Augen. Mali spürte, wie sie schwach wurde, ihn küssen wollte. Sie liebte diesen Menschen vor sich so sehr. Wollte Tom wiederhaben und in ihre Arme schließen.
Sie kamen sich immer näher und ihre Lippen verschlossen sich alsbald.
Sie genoss den Kuss, das sachte Spiel zwischen ihren Zungen. Sie spürte, wie sich seine Hand vorsichtig unter ihr Oberteil fuhr. „Halt…, Tom…ich kann das noch nicht…“
„Schon okay, Süße, ich gebe dir alle Zeit der Welt…“, meinte er nur und löste sich von ihr. Das gab ihr wiederum ein unangenehmes Gefühl. Er war ihr nicht mehr Nahe, dabei wollte sie es doch, nur mit ihm schlafen…weiter gehen?
„Schatz…, ich…komm’ wieder her…“, meinte sie. Etwas perplex sah er sie an. „Wie?“ „Ich will einfach nur in deiner Nähe sein…“ Sie liebte ihn.
Nur ihn…!
Tom rutschte näher an sie heran und sie kuschelte sich an ihn heran.
Genoss seine Nähe, die er ihr gab. Genoss, dass sie wieder mit ihm zusammen sein konnte.
Sie fragte sich, ob sie nun wieder glücklich sein konnte. Glücklich, weil sie wieder mit ihm zusammen sein konnte.
Vertraute er ihr nun auch? Sie hoffte es so sehr.
„Tom…?“ „Was denn, Süße…?“ „Ich…bitte lass’ uns das langsam angehen, ja?“ „Ich versteh’ dich und ich seh’s ja auch ein, dass ich scheiße gebaut hab’ und wenn du es langsam angehen willst, dann ist das okay…, ich vertrau’ dir ja auch…, ich will’s versuchen!“ „Das ist echt lieb und was wollen wir jetzt noch machen?“, fragte Mali lieb und wollte einfach nur in Toms Nähe sein. „Keine Ahnung, schlag’ du was vor…“ „Wollen wir sonst zu euch fahren? Da ist doch bestimmt mehr los?“ „Können wir tun!“, meinte er und die beiden erhoben sich, zogen sich Jacke und Schuhe an und machten sich auf den Weg zu der Wohnung, in der Tom zur Zeit mit den Jungs zu Hause war.
Draußen war es kalt und es wehte ein kalter Wind. Mali nahm sofort Toms Hand und händchenhaltend machten sie sich auf den Weg.
Auf dem Weg zum Loft klingelte Malis Handy, schnell hob sie ab und erkannte die Stimme von Finn. Erfreut darüber das er Anrief, fragte sie nach dem Grund.
„Ich wollte dich fragen, ob du morgen wieder mit zu mir kommst, zusammen lernen…?“ „Gerne, ich find’ es macht richtig Spaß und ich kann mit dir ja auch immer gut lernen!“, meinte sie und freute sich über das Angebot von ihrem besten Freund.
Schnell klärten sie ob sie sich wieder auf dem Weg zur Schule treffen wollten und machten sich noch die Zeit am Nachmittag aus.
Bei Tom entschieden sich die beiden doch für eine DVD und immer wieder kuschelte sie sich eng an ihren Freund, da sich die Jungs natürlich für einen Horrorfilm entscheiden mussten.
Unsanft riss sie am nächsten Morgen der Wecker aus dem Schlaf. Tom stand auch mit ihr auf und machte ihr auch noch einen Kaffee.
„Hier…, Süße!“ „Dankeschön. Echt lieb von dir!“, meinte sie und zog ihren Freund enger an sich heran. Ein Kuss, zum Dank…
Sanft umspielten sich ihre Zungen, bis Mali sich wieder von ihm löste.
„Sehen wir uns heute Nachmittag?“ „Tut mir leid, aber heute Nachmittag habe ich mich schon mit Finn verabredet, weil wir zusammen lernen wollen.“
„Ach so, na dann wünsch’ ich dir viel Spaß!“ „Danke!“, sagte sie und nach einem ebenso zärtlichen Kuss wie eben machte sie sich auf den Weg zur Schule und auch auf zu dem Treffpunkt mit Finn.
„Guten Morgen, Schatz!“, rief sie als sie ihn an der verabredeten Ecke stehen sah.
„Na, wie geht’s dir?“, fragte Finn. „Bestens, und bei dir? Ich…ich habe gestern bist heute den Tag mit Tom zusammen verbracht…ich…glaube wir schaffen es!“ „Das freut mich für dich, aber nun lass’ uns gehen, Lehrer warten nicht!“
Zusammen machten sie sich also auf den Weg zur Schule.
Die ganze Zeit in der Schule schweiften Malikas Gedanken überall hin. Zu Tom, zu Bill und auch zu Finn, den sie ab und zu musterte.
War nun endlich dieses Dilemma gelöst? Sie wollte Bill vergessen und den Weg zu ihrem Herzen für Tom offen halten. Sie wünschte sich einfach das Glück, welches ihr bisher nicht gut gestellt gewesen war.
Bis auf Tom.
Am Nachmittag traf sie sich wie ausgemacht mit Finn. Mit einem Lächeln öffnete er ihr die Tür und ließ sie rein.
Zusammen hingen sie dann auch über den Lehrbüchern und lernten für die schon bald anstehenden Prüfungen.

Chapter thirty-seven:


Irgendwann hatten sie keine Lust mehr, was natürlich auch verständlich war, denn sie lernten schon seit über vier Stunden durchgehend.
„Boaaaah, Schatz ich hab keine Lust mehr.“, rief Malika genervt und pfefferte ihr Englischbuch in eine Ecke von Finns Zimmer.
„Mali, wir müssen… okay, dann machen wir halt jetzt eine Pause.“, erwiderte er nachdem er ihren Blick gesehen hatte und grinste.
Mali ging kitzelnd auf Finn los, darauf hin fing Finn an zu lachen, denn er war an einigen Stellen seines Körpers ganz schön kitzlig. Natürlich kannte Mali die Stellen, nicht um sonst, waren Malika und Finn seit der ersten Klasse die besten Freunde. Sie kannten sich einfach in- und auswendig. Malika wusste einfach wo Finns Schwachstellen waren.
Sie kitzelte ihn so lange, bis er um Gnade flehte. Sie sah ihn belustigt an
„Na, hast du etwa schon genug von mir?“, fragte Mali ihn und konnte sich das Lachen nicht mehr verkneifen. Er blickte sie verträumt an und hauchte; „Nein, von dir hab ich nie genug…“
Sie schaute ihn verdutzt an, doch bevor sie erwidern konnte, geschah es.
Er legte eine seiner Hände auf ihre Taille und die andere ihn ihren Nacken. Sanft beförderte er ihre Lippen an die seinen. Mit zärtlichem Druck presste er seine Lippen an die ihren.
Zugegeben gefiel es ihr. Sehr sogar.
Er strich ihr leicht über ihre Nackenhärchen. Seine Berührungen verursachten eine Gänsehaut auf ihrem Körper. Sie küssten sich unendlich lange, bis sie plötzlich das Klingeln ihres Handys wahrnahm.
Sie schreckte auf. Ihre Augen wurden groß.
„Oh Gott, Finn… das… das tut mir leid.“, versuchte sie sich das eben geschehene zu erklären.
Er blickte sie an.
„Ist schon okay,… und jetzt geh an dein Handy. Das ist bestimmt Bill oder Tom.“, ein leicht vorwurfsvoller Ton klang in seiner Stimme mit.
Sie schaute unsicher auf ihr Handy. Natürlich war es Tom, der anrief.
Ein schlechtes Gewissen machte sich in ihr breit. Warum musste sie immer fremdgehen?
Sie tat nicht nur Tom damit furchtbar weh, sondern auch sich selbst und trotz alldem tat sie es immer wieder.
„Hallo Schatz.“, begrüßte sie ihn.
„Hey meine Süße. Wie läuft das Lernen?“, fragte er neugierig.
„Ich… äh… das Lernen? Super, wir haben heute voll viel geschafft.“, bastelte sie sich zurecht.
„Na das freut mich doch.“, sagte Tom euphorisch.
Sie bejahte.
„Mali, was würdest du davon halten, wenn wir beide heute Abend mit Bill, Gustav und Georg zusammen ins Malibu gehen?“, schlug er vor.
„Ins Malibu?“, fragte sie ungläubig.
„Ja, warum denn nicht?“, fragte er zurück.
„Mit Bill, Gustav und Georg?“, fragte sie nach um sicher zugehen, dass sie sich nicht verhört hatte.
„Hmm… Ja.“, seufzte er schon leicht genervt.
„Ehm, Tom. Ich…. Ich.. weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.“, sagte sie leicht zweifelnd.
Mali konnte doch nicht einfach mit Tom und Bill ins Malibu gehen. Es wäre ihr eigenes Todesurteil.
„Warum denn nicht?“, fragte er.
„Weiß nicht, ich hab einfach keine Lust heute ins Malibu zugehen.“, log sie. Natürlich hatte sie Lust, aber sie konnte ihrem Freund doch nicht auf die Nase binden, dass es wegen Bill war. Dass sie schlicht und ergreifend Angst hatte, dass Tom rausbekommen würde, dass sie mit Bill eine Fickbeziehung führte.
„Hmmm… Dann lass uns ein an die Alster fahren, dort ein wenig spazieren gehen und hoffen, dass mich niemand erkennt. Was ist damit?“, schlug er vor.
„Alleine?“, fragte sie sicherheitshalber noch einmal nach.
„Ja…“, erwiderte er.
„Okay, dann lass uns in einer Stunde bei mir treffen, dann können wir los.“, schlug sie vor.
„In Ordnung.“, erwiderte er.
„Gut, bis dann.“, sagte sie schnell und wollte schon auflegen.
„Mali? Ich liebe dich.“, flüsterte Tom.
„Ich dich auch, Tom.“, sagte sie und musste leicht lächeln.
Mali legte auf und schaute Finn an. Seine Augen glitzerten verdächtig.
„Was ist los, Finn?“, fragte sie ihn.
„Ich… ich… ich weiß nicht.“, erwiderte er.
„Wäre es schlimm, wenn ich mich jetzt mit Tom treffe?“, fragte sie mit Anflug eines schlechten Gewissens.
„Nein, ist okay. Ciao.“, sagte er und sie packte schnell ihre Sachen zusammen um dann schnell nach Hause zufahren und zu duschen, damit sie gut aussah für ihren Freund.
Sie schminkte sich, zog sich um und kurze Zeit nachdem sie fertig geworden war, klingelte es an der Tür.
Schnell war auch ihr kurzer Mantel angezogen und sie war auf dem Weg nach unten.
Tom saß in seinem Cadillac und wartete auf sie. Sie öffnete die Beifahrertür und setzte sich ins Auto; „Hey Schatz.“, begrüßte Tom sie und drückte ihr einen kurzen Kuss auf.
„Hey, Baby.“, erwiderte sie und lächelte glücklich.
Sie fuhren los. Die Fahrt verlief recht schweigsam und als sie endlich da waren, konnte Tom keinen Parkplatz finden.
„Oh man, immer wenn ich unterwegs bin, sind es die anderen auch. Kein Wunder, dass ich dann keinen Parkplatz finde.“, fluchte er.
„Beruhig dich, Schatz. Wir haben doch Zeit.“, grinste sie.
„Ja, das weiß ich.“, schnauzte er.
Letzten Endes fanden sie dann doch noch einen Parkplatz und gingen an der Alster spazieren.
Es erkannte sie niemand, doch plötzlich hörte sie eine ihr Bekannte Stimme nach ihr rufen.
„Mali… warte doch… Schatz… bleib doch kurz stehen…“, neben ihr blieb ein Marlon stehen, der ziemlich aus der Puste war.
„Hey Schatz, warum bist du denn nicht stehen geblieben?“, fragte er und keuchte.
Sie erstarrte. Es war Marlon. Verdammt, was sollte sie jetzt tun?
Er fing an ihr vor der Nase herum zu fuchteln.
„Mali-Schatz, warum sagst du mir denn nicht hallo? Hast du denn vergessen, was letztens zwischen uns war?“, Malika war zu einer Salzsäule erstarrt. Das konnte doch nicht sein. Nicht jetzt, nicht jetzt wo sie sich doch wieder gut mit Tom verstand.
„Schatz, wer ist das?“, fragte Tom und legte ihr seinen Arm beschützend um ihre Schultern.
„Schatz… Er nennt dich Schatz…? Ist das dein Freund, oder was?“, schaute Marlon sie auffordernd an.
„Tom, ich denke wir fahren jetzt lieber nach Hause, ich habe keine Lust mich von solchen Spinnern voll labern zu lassen.“, sagte sie.
„Aber mich interessiert, was er zusagen hat. Ich denke nicht, dass er sich etwas ausdenkt, außerdem will ich wissen was er damit meint, wenn er sagt ‚Hast du vergessen, was letztens zwischen uns war’.“, Tom schaute sie durchdringend an.

Chapter Thirty-eight:


„Wie? Was…, du willst?“ Nein, schoss es ihr durch den Kopf. Nein, wenn Tom jetzt Marlon zu hören wollte…, dann…war sie geliefert.
„Okay, sag’ was du zu sagen hast!“, forderte Tom den blonden Jungen auf und sah ihn gespannt an. „Ich…, Malika und ich haben uns in einem Club kennengelernt…, na ja, und wir haben miteinander geschlafen…, ich konnte ja nicht wissen, dass sie einen Freund hat…, ich…ich dachte…“, stammelte er und wusste nicht was er sagen sollte.
„Du hast mit meiner Freundin geschlafen?!“ Marlon nickte. „Na ja, sie sollte vielleicht wissen, dass sie einen Freund hat!“, sagte Tom und zog Malika mit sich. Verdutzt blieb Marlon an der Stelle stehen, wo er bis eben noch gestanden hatte und sah den beiden nach.
„So, nun erklär’ mir bitte, was das da eben zu bedeuten hat!“, forderte er nun Mali auf zu sprechen.
„Ich…Tom, es tut mir leid…, ich…ich war so fertig und…, man, wieso?“, endete sie schnell mit einer Frage. „Was wieso?!“, wollte Tom wissen. „Ich…, ja,. verdammt, ich habe mit ihm geschlafen und ich weiß nicht wie es dazu gekommen ist, alles was ich noch sagen kann, ist, dass es mir leid tut!“, sagte sie und senkte ihren Blick gen Boden.
In diesem Moment schaffte sie es einfach nicht, Tom in die Augen zu schauen.
„Weißt du eigentlich was du mir damit antust? Mali, verdammt ich liebe dich, ist dir das denn so egal?“, entfuhr es ihm. Wie weh seine Worte doch taten und wie scheiße verdammt Recht er doch mit seiner Aussage hatte.
„Tom…du…du hast mich nicht verdient!“, sagte sie. „Wie bitte?“
„Ja, du hast richtig gehört, du hast mich nicht verdient. Was alles passiert ist, während du in der Klinik warst…ich bin verdammt nochmal eine fiese Schlampe!“, beschimpfte sie sich selbst und rannte davon.
Rannte und rannte, bis ihr die Puste ausging und als sie sicher war, dass er ihr nicht gefolgt war, hielt sie an. Blieb stehen und schnappte nach Luft.
Was hatte sie da gerade getan?
„Tom, es tut mir leid, ich kann das alles nicht mehr rückgängig machen. Du hast mich nicht verdient, es ist aus!“, schrieb sie ihm und machte sich dann auf den Weg nach Hause.
Ihr schlechtes Gewissen schmerzte. Was war nur passiert? Erst Bill, dann Marlon und dann auch noch ein Kuss mit ihrem besten Freund.
Wie tief konnte sie noch sinken?
Dabei hatte sie sich so wohl gefühlt bei dem Kuss mit Finn.
Es tat mehr als nur gut. Er konnte mehr als nur gut küssen. Er war bisher immer für sie da und hatte ihr zugehört. Ihr Rat gegeben. Und nun hatten sie sich geküsst. Sie hatte Tom mit einer dritten Person betrogen. Viel zu oft und viel zu sehr.
Es tat ihr weh, Tom verloren zu haben, doch er hatte eine bessere Freundin verdient. Nein, nicht sie. Nicht Malika. Sie tat ihm doch nur weh.
Erfüllte ihn mit Schmerz. Tat ihm weh. Und auch sich. Ja, sie tat sich doch selber weh, indem sie mit anderen geschlafen hatte. Finn geküsst hatte.
Doch sie bereute den Kuss zwischen sich und Finn nicht. Nein, kein Stück. Es hatte doch so gut getan.
Mit Tränen stand sie einige Zeit später unter der Dusche und hoffte, dass vielleicht das Wasser diesen ganzen Schmutz von ihr spülen konnte.
Doch es ging nicht. Das schlechte Gewissen plagte sie auch noch, als sie sich abtrocknete.
„Finn?“, fragte sie in den Hörer. „Was denn los, Schatz?“
„Als ich…ich war vorhin mit Tom unterwegs…und…und da ist uns Marlon begegnet. Der…der aus dem Malibu. Wo wir beide waren…und…und er hat ihn zur Rede gestellt…, Tom wollte, dass…dass er ihm alles erzählt…das…das hat er dann auch getan…und…ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll…ich habe vorhin mit Tom Schluss gemacht…und…es tut so scheiße weh…“
„Süße…, ganz ehrlich, irgendwann musste es soweit kommen…, aber wenn du willst, kannst du herkommen…“ „Ja…, danke!“, sagte sie, legte auf und machte sich dann auf den Weg zu Finn.
Vorher packte sie noch ihre Schulsachen beisammen und ließ die Haustür krachend ins Schloss fallen. Ihre Mum war eh nicht da, wie sollte es auch anders sein, und so würde es doch eh niemanden interessieren.
Bei Finn angekommen, öffnete er ihr die Tür. Schluchzend fiel sie ihm in die Arme. Es tat alles so weh…
„Finn…, es tut mir so leid…ich wollte das alles nicht…“, schluchzte sie und krallte sich an ihm fest. Er war der Einzige, der ihr noch zuhörte, für sie da war, wenn er auch nicht unbedingt Verständnis aufbrachte für das, was sie getan hatte.
„Süße, ich glaube du solltest ihm alles sagen und dann einen Schlussstrich ziehen…, immerhin hast du ihn sehr verletzt und er hat es nicht verdient nicht zu erfahren, was genau passiert ist…“ „Ja…, du hast ja Recht…“, sagte sie noch immer mit Tränen und griff nach einem Blatt Papier und einem Stift. Reden konnte sie mit ihm nicht. Nein, sie hatte Angst und ein zu schlechtes Gewissen, ihm ins Gesicht zu schauen. Wie weh es auch tat, es ging nicht.
„Lieber Tom“, schrieb sie.
„…es tut mir alles so leid…, doch es hat alles damit angefangen, als ich mit Bill im Malibu war. Du wolltest nicht mit…ich war sauer und wusste nicht, was ich da tat. Ich habe mich auf deinen Bruder eingelassen. Wir wollten es beide. Irgendwann.
Seitdem haben wir öfters miteinander geschlafen. Ich weiß, es klingt hart, aber es ist die Wahrheit. Und…, du weißt gar nicht, wie weh mir das tut, wie leid mir das alles tut. Du kannst es dir nicht im Geringsten Vorstellen.
Doch es ist so. Doch als ich mit Finn im Malibu war, weil ein Kollege von ihm Geburtstag gefeiert hatte, lernte ich Marlon kennen. Wie du schon weißt, haben wir miteinander geschlafen.
Ich war so fertig, so enttäuscht und ich wusste nicht, was ich machen sollte.
Ich wollte das alles nicht mehr, doch es ist so gekommen, wie es gekommen ist. Und ich weiß, dass du mich nicht verdient hast.
Du hast mich nicht verdient.
Du hast eine Frau verdient, die dich nicht betrügt, die dich liebt und dir ehrlich gegenüber tritt. Die dich nicht enttäuscht und die du lieben kannst.
Aber nicht mich.
Hiermit will ich einen Schlussstrich setzen. Ich kann dir nie wieder unter die Augen treten und ich bitte dich vergiss’ mich…, bitte!
In Liebe,
Malika“

Malika wusste nicht, wie viele Tränen sie vergossen hatte, als sie diesen Brief schrieb.
Doch sie erinnert sich an die weichen Lippen, die sie kurz darauf spürte.
Sanft nahm sie Finns Hand und wusste, dass sie dieses wunderbare Kribbeln spüren wollte, durfte, genießen konnte.
Sie liebte Finn.
Er sie auch.

THE END




2. Teil: It’s need always simply life


Chapter One:


Oft dachte Mali an die Zeit mit Tom und Bill zurück, sie vermisste die beiden unwahrscheinlich. Nie hatten sie sich bei ihr gemeldet. All das lag inzwischen schon fast ein halbes Jahr zurück. Sie hatte ihr Abitur mit Bravour bestanden und eine Ausbildung als Fotografin begonnen. Sie war glücklich mit Finn zusammen und sie hatten sich bisher nicht einmal gestritten.
Um es nicht zu untertreiben, war ihr Leben perfekt. Noch nie hatte Malika sich so wohl gefühlt.
Sie lag in Finns Zimmer in seinen Armen und sie genossen ihre Anwesenheit.
Plötzlich wurden sie aus ihrer trauten Zweisamkeit gerissen. Ein Handyklingeln störte sie.
Malis Handy klingelte. Es spielte wie gewohnt ‚Barbie Girl’.
Sie schreckte auf.
„Tut mir Leid, Schatz.“, flüsterte sie und ging zu ihrer Tasche um an ihr Handy zu gehen.
Sie schaute auf ihr Handy. ‚Unbekannter Teilnehmer ruft an’, stand dort.
In Malika machte sich ein unbehagliches Gefühl breit, trotzdem hob sie ab.
„Hallo?“, fragte sie.
„Hey Mali.“, begrüßte sie eine Stimme, mit der sie im Leben nicht gerechnet hätte.
„Ich…Tom? Was willst du denn?“, rutschte ihr raus.
Finn schaute sie vorwurfsvoll an.
Sie warf ihm einen entschuldigenden Blick zu und ging auf den Balkon von Finns Zimmer.
„Ja… Mali… Ich wollte einfach nur wissen wie es dir geht… und…“, er stockte.
„Tom, mir geht es prächtig. Was und?“, hackte sie nach. Sie hatte ein ungutes Gefühl mit Tom zu telefonieren.
„Ich… ich habe dich vermisst.“, flüsterte er.
„Wie bitte? Du hast mich vermisst? Na das kommt aber sehr früh.“, erwiderte sie leicht zickig.
„Ja mein Gott Malika. Du hast mich betrogen. Du hast fremd gepoppt. Ich hatte die ganze Zeit Recht, du hattest etwas mit Bill und er hat es nicht einmal für nötig gehalten es mir zu erzählen, dass ihr eine Fickbeziehung geführt habt. Man, Mali, Schatz…“, es schien als wüsste er nicht wie er weiter sprechen sollte.
„Können wir uns treffen? Ich bin gerade in Hamburg… Ich würde mich gerne mit dir aussprechen.“, fragte er leise.
„Ich… man Tom… Okay, wenn du es unbedingt willst.“, stimmte sie nach kurzer Zeit des Überlegens zu.
Sie wusste nicht warum sie es tat und doch wollte sie Tom wieder sehen.
Malika wollte wissen, wie es ihm ging, ob er und Bill sich wieder vertragen hatten.
„Ist… ist… es okay, wenn Bill mitkommt?“, fragte Tom.
Mali musste stark schlucken. Bill sollte auch noch mitkommen.
„Okay, mir soll es recht sein.“, sagte sie.
„Gut.“, sagte er nur.
„Tom, ich muss aufhören, ich ruf dich an. Hast du deine Nummer gewechselt?“, fragte sie.
„Ne, ist immer noch dieselbe.“, erwiderte er. Seine Stimme wirkte traurig.
„Okay, Ciao“, und ehe er etwas erwidern konnte legte Malika auf.
Würde sie wirklich bei ihm anrufen? Das wusste sie selbst noch nicht. Sie trat wieder ins Zimmer von Finn. Finn beäugte sie misstrauisch.
„Was wollte der denn?“, fragte er.
„Er will sich mit mir aussprechen.“, erwiderte sie und schaute auf den Boden.
„Er will was?“, fragte Finn ungläubig.
„Sich aussprechen, Schatz. Sich aussprechen.“, sagte Mali geistesabwesend.
„Du hast doch wohl nicht zugesagt, oder?“, fragte er.
„Ich… doch.“, sagte sie kleinlaut.
„Ey sorry, Mali. Du bist doch echt nicht mehr ganz dicht.“, zickte Finn sie an.
„Ich bin bitte was?“, kreischte sie auf.
„Du hast mich schon richtig verstanden.“, erwiderte er und warf ihr einen kalten Blick zu.

Chapter Two:


„Es…es tut mir leid, Finn. Aber…, ich…ich hab’ ihm zuliebe zugesagt. Ich mein’, er würde doch keine Ruhe geben, oder?“ „Weiß ich nicht, Mali, aber…ich find’s scheiße, wenn du dich mit ihm triffst!“, gab er offen und ehrlich zu und beäugte Mali mistraurisch. Klar, er hatte Recht, das musste sie sich eingestehen.
„Aber…, was hätte ich denn tun sollen? Er hätte wieder und wieder angerufen…, ich…ich wollte gleich Ja sagen, bevor er mich nervt…“ „Kann ich ja verstehen, aber…, es gibt nun mal auch eine Person in deinem Leben, die sich um dich sorgt. Die dich liebt, Mali, vergiss’ das nicht!“ „Finn…ich…ich liebe dich, das weißt du. Und ich würde…ich könnt’s nicht übers
Herz bringen!“ Mali sprach in seiner deutlichen Sicherheit, dass es sie beinah selbst schon verwunderte. Doch das was sie eben gesagt hatte, stimmte. Vollkommen. Sie könnte Finn nie betrügen. Nein, so tief war sie noch nicht gesunken. Finn liebte sie und sie liebte ihn. Das war Erklärung und Argument genug. Wobei es das nicht geben sollte. Es ging einfach nicht. Und das Bedurfte einfach keiner Erklärung und keiner Argumente.
„Schatz, du weißt genau wie sehr ich dich liebe, und das ich das niemals tun könnte. Und so werde ich ihm das auch sagen. Aber ich…ich werd’ das Gefühl nicht los, dass…das er ein Recht auf eine Aussprache hat. Schließlich ging das mit uns einfach so…so eiskalt auseinander…und…ich kann mir das nie verzeihen. Das weißt du auch!“ „Ja, klar weiß ich das. Aber ich will dich einfach nicht verlieren!“, erklärte Finn und stand auf. Trat an seine Freundin heran. „Ich liebe dich, und ich will einfach nicht, dass er uns auseinander bringt!“ „Schatz, das schafft er nicht!“, sagte Mali und fiel ihrem Freund in die Arme. Wie geborgen sie sich doch bei ihm fühlte. Wie sehr sie ihn doch liebte. Er war nicht nur ihr Freund, bester Kumpel, Finn war ihr Leben.
„Na, dann werde ich dich gehen lassen, hm?“ „Du…du bist so lieb. Einfach einzigartig!“, sagte Mali und sah ihren Freund an. Zog ihn an sich heran und ihre Lippen verschmolzen miteinander. Diese Küsse, Mali wusste nicht, wie sie ohne sie weiterleben könnte. Wie sie je darauf verzichten konnte, wobei sie sie doch haben konnte.
Sie rief Tom am nächsten Tag zurück und hoffte, während es klingelte, dass er Zeit haben würde und sie die Sache schnell über die Bühne bringen würden. Sie hoffte es sehr. Denn Finn wehzutun, ganz gleich in welcher Form – und sie begab sich in ein Risiko – würde sie sich nie verzeihen und war auch gar nicht möglich. Nein, das ging nicht. Nein.
„Tom?“, fragte sie, als jemand abgehoben hatte. „Ja, Mali? Was gibt’s denn, Schatz?“ „Nenn’ mich nicht wieder ‚Schatz’ Okay?“ Oh, tut mir leid…, war mir wohl so rausgerutscht…, und-und was machst du so?“, wollte er von ihr wissen. „Ich? Ich bin gerade dabei eine Ausbildung zu machen und bin glücklich mit Finn zusammen!“ „Wie? Wer ist denn nun schon wieder Finn?“ „Oh, man, raffst du es denn jemals? Finn ist mein Freund. Mein Leben. Und du hast ihn als meinen besten Kumpel kennengelernt, der er auch immer noch ist!“, erklärte sie Tom nun schon zum zigsten Mal. „Ach so, der…, ja…, na ja, ich…wann hast du denn Zeit?“ „Wie wär’s mit Wochenende? Wie lange seid ihr denn in Hamburg?“ „Na, ja erstmal ´ne Weile. Schließlich müssen wir einiges für unser neues Album tun und na ja, ausruhen…und so…“
„Ah, okay, na, dann würde ich das Wochenende vorschlagen?“ „Okay, am Samstag? Bei uns?“ „Okay…, bis Samstag und noch ´nen schönen Abend!“, sagte sie und legte auf. Mehr gab es nicht zu besprechen. Schließlich war sie ihm keinerlei Rechenschaft schuldig und mit ihm zu telefonieren wollte sie auch nicht, das konnten sie alles auch noch am Samstag besprechen.
Mali zog sich schnell was an, nachdem sie das Gespräch beendet hatte und machte sich dann auf den Weg zu ihrem Freund. Ihrem Leben. Zu Finn.
Sie konnte ihm nicht oft genug sagen, wie glücklich sie mit ihm war, und sie genoss die Zeit, die sie miteinander verbrachten. Und es war auch nicht immer viel, da sie ab und zu auch mal verreisen musste, um irgendwelche Fotos für irgendwelche Bücher oder Zeitschriften zu machen und Fotografen mussten sich nun mal auch auf den Weg machen, um ihr Objekt der Begierde abzulichten. Doch für Mali war es okay. Schließlich hatte sie Spaß an ihrem Job und sie wollte Finn auch nicht dauerhaft um sich haben, wenn sie es sich auch wünschte, doch sie liebte ihn und wollte nicht, dass ihre Beziehung wegen irgendwas auf die Probe gestellt wurde.
Nein, nichts würde sie je wieder auseinander bringen. Nichts.
Bei Finn angekommen, öffnete seine Ma ihr die Tür und ließ sie mit einem Lächeln eintreten. Dass Mali hier nun Dauergast war, war unschwer erkennbar und sie verstand sich mit Finns Eltern sehr gut.
„He mein Schatz!“, begrüßte sie ihren Freund, der in seinem Zimmer am Schreibtisch saß und vor sich einen Block und seinen Laptop stehen hatte.
„Na, alles okay bei dir?“, fragte er sie. „Ja, und auch bei dir? Was machst du da eigentlich?“, fragte sie und kam einen Schritt näher auf ihn zu. Ihr Freund zog sie erstmal auf seinen Schoß, gab ihr einen innigen und zärtlichen Kuss und erklärte ihr dann was er da machte. Finn hatte sich nach der Schule nach einer Ausbildung als Informatiker und gleichzeitig Mathematiker umgeschaut und machte nun eine Ausbildung und gleichzeitig ein Studium (Hab’ vergessen, wie das heißt, aber sowas gibt’s).
„Super, habe jetzt richtig viel verstanden…“, meinte sie daraufhin und schaute auf die ganzen Zahlen die da auf einem schwarzen Kästchen auf dem Bildschirm zu sehen waren.
„Ja, na ja, so schwer ist es ist nicht und du brauchst auch nur-“ „Schon okay, ich glaub’ dir ja, dass das einfach ist!“, meinte sie und kuschelte sich enger an ihren Freund.
„Schatz?“, fing sie bald darauf an. „Was denn, Süße?“ „Ich hab’ gerade mit Tom telefoniert…, wir…wir wollen uns am Samstag bei ihm treffen…!“ „Wie?“ Verdutzt schaute Finn in das Gesicht seiner Freundin und verlangte eine Erklärung.

Chapter Three:


Stumm schaute sie ihn an.
Dann begann sie zu sprechen; „Ich weiß nicht, was dein Problem ist… Er ist nur mein Ex-Freund.“
„Nur dein Ex-Freund also…Der zufällig noch immer in dich verliebt ist.“, feixte er.
„Woher willst du das denn bitte wissen? Das ist doch völliger Quatsch mit Soße.“, erwiderte sie, als sie eine Entscheidung fasste.
„Ich werde mich mit Tom und Bill treffen, es ist mir egal, was du dazu sagst.“
Sie hatte die Schnauze so voll. Sie würde sich doch wohl nicht etwas verbieten lassen und erst recht nicht von Finn. Entweder er würde ihr vertrauen, oder eben nicht.
Sie wollte Tom wieder sehen. Sie konnte einfach nicht anders. Sie wollte ihm alles erklären. Alles.
„Ah, mach doch was du willst. Du hörst ja eh nicht auf mich.“, sagte Finn und schaute sie vorwurfsvoll an.
„Ja, ganz genau, das werde ich. Ich werde mich morgen mit Tom und Bill treffen. Und nun werde ich gehen, denn ich muss noch einige Filme entwickeln.“, sie verdrehte ihre blauen Augen während sie sprach. Malika hätte tatsächlich schon vorhin die Filme entwickeln müssen, doch sie hatte Finn versprochen gehabt, dass sie noch kurz zu ihm kommen würde.
„Okay Schatz. Wann sehen wir uns?“, fragte Finn.
Mali zuckte die Schultern; „Weiß nicht, morgen geht es auf keinen Fall. Ich ruf dich an, okay?“, schlug sie vor und erntete sofort einen eisigen Blick von Finn, aber es interessierte sie nicht sonderlich, denn da musste er jetzt durch.
Sie machte sich auf den Weg nach Hause und verwandelte ihr Zimmer in eine Dunkelkammer, in der sie dann all die Bilder entwickelte. Es waren echt gute dabei. Das musste sie wirklich sagen. Malika war unglaublich stolz darauf, dass sie schon sehr große Aufträge bekam und vor allem wichtige.
Mali durfte bereits in ihrem ersten halben Jahr viele Stars ablichten und es machte ihr sichtlich Spaß. Sie wurde anerkannt.
Sie legte sich relativ früh schlafen um Morgen fit zu sein. Schließlich wollte sie Bill und Tom nicht mit dem Aussehen einer Leiche gegenübertreten.
Mali war leicht aufgeregt, als sie am nächsten Morgen aufwachte.
Sie stand auf und machte sich erst einmal fertig, schminkte sich jedoch nur leicht und zog sich elegant an, da sie am Nachmittag noch ein Fotoshooting mit den Toten Hosen hatte.
Malika freute sich schon sehr auf das Shooting. Sie mochte die Toten Hosen.
Nachdem sie sich bei ihrer Mutter abgemeldet hatte, obwohl sie das eigentlich gar nicht musste, machte sie sich auf den Weg zur Studiowohnung der Jungs.
Sie ging den kurzen Weg zu Fuß und war kurze Zeit darauf auch schon bei den Jungs vor der Haustür. Sie drückte drei Mal auf den Knopf. Das tat sie immer, damit die Jungs wussten, dass sie es war. Nach einer kurzen Weile wurde der Summer betätigt und Malika stieg die ihr vertrauten Treppen hoch.
Ihr war ein wenig mulmig zumute, doch sie überspielte es gekonnt.
Oben angekommen, stand Bill leicht lächelnd in der Tür.
„Hey.“, begrüßte er seine ehemalige Fickbeziehung.
„Hi Bill.“, erwiderte sie und er umarmte sie sanft.
„Ich hab dich vermisst.“, hauchte er und sie bekam eine leichte Gänsehaut.
„Mhm.“, machte sie und trat nachdem er sie dazu aufgefordert hatte ein.
„Toooooooooooooooooom.“, rief Bill heiser.
„Was willst du Pisser?“, fuhr er Bill von seinem Zimmer aus an.
„Deine Freundin ist da.“, rief er und grinste hämisch.
„Sie ist nicht meine Freundin, klar.“, versuchte er Bill einzutrichtern.
„Wie wäre es wenn du ihr wenigstens hallo sagst. Sei wenigstens bei ihr Gentlemen like, okay?“, fragte Bill.
„Man Bill, halt einfach dein Maul, ich tue was ich will und nicht, das was du willst. Es ist mein Leben. Bin in meinem Zimmer.“, brüllte er und seine Zimmertür knallte keine zwei Sekunden später zu. Mali konnte sich den Schlüssel drehen hören.
„Tut mir leid, Bill. Ich hätte nicht kommen sollen.“, seufzte sie resigniert.
„Ah Quatsch, der hat nur wieder so seine Macken, lass uns so lange zu mir ins Zimmer.“, schlug Bill vor, während er einen Arm um Malikas Schultern legte und sie in sein Zimmer bugsierte.
„Okay, aber was ist mit ihm?“, fragte Mali. Schließlich hatte er sie doch hierher bestellt. Er wollte, dass sie zu ihnen kam. Sich aussprechen. Warum zog er dann so etwas ab?
War es falsch hier her zu kommen?
„Willst du dich denn nicht setzten?“, fragte Bill und deutete auf sein Sofa.
Malika nickte und setzte sich zu ihm auf sein Sofa.
Eine peinliche Stille trat zwischen ihnen ein.
„Wie geht es dir so?“, fragte Bill nach einer Weile.
„Ganz gut, und wie geht es dir?“, fragte sie zurück.
„Muss, muss. Tom redet zwar nicht mehr mit mir, aber sonst schon in Ordnung.“, sagte er niedergeschlagen.
„Warum redet er nicht mehr mit dir?“, fragte sie. Als hätte sie die Antwort nicht schon befürchtet, bestätigte er ihren Verdacht.
„Wegen damals, Malika. Wegen uns.“, flüsterte er und schaute sie an.
„Wie lange schon?“, fragte Mali ihn.
„Seit dem er deinen Brief gelesen hat.“, er schaute Mali nicht an.
Mali seufzte.
„Er hat sich Monatelang in seinem Zimmer verschanzt, nicht mit mir gesprochen, was ich natürlich nicht verstanden habe, doch eines Tages, habe ich den Brief gefunden. Mali, er hat sich verändert wegen dir. Er fasst kein Mädchen mehr an, ohne Tränen in den Augen zubekommen. Es kann so einfach nicht mehr weitergehen. Er ist mein Bruder, ich kann ihn so nicht leiden sehen.“, erklärte Bill, er machte den Eindruck, als würde er nicht darüber reden wollen.
„Ja, das verstehe ich. Was macht ihr eigentlich gerade?“, fragte sie um das Thema zu wechseln.
„Ich muss zu Hause hocken, weil ich eine Zyste auf meinem Stimmband habe. Sprich, wir haben die Tour abgebrochen und ich darf eigentlich gar nicht reden, aber für dich mache ich eine Ausnahme.“, grinste er frech. „Und du?“
„Ich mache eine Ausbildung zur Fotografin. Naher habe ich ein Fotoshooting mit den Toten Hosen. Es macht total Spaß.“, erwiderte sie.
„Na, das ist doch mal was.“, er grinste wieder.
Ihr war nicht aufgefallen, wie Bill immer näher gerutscht war und letzten Endes ihre Lippen sich nur noch um eine Handbreite auseinander befanden.
„Weißt du, Mali… Ich habe nie aufgehört dich zu lieben…“, er wollte sie grade küssen, doch Malika, deren Gedanken, bei ihrem Freund Finn waren, rutschte demonstrativ etwas von Bill weg.
„Was ist denn? Warum gehst du weg von mir?“, fragte er sie.
„Ich bin mit Finn zusammen. Ich liebe ihn.“, erwiderte sie.
„Ah komm schon, als du mit Tom zusammen warst, hat es dich auch nicht gestört mit mir zu ficken, warum denn dann jetzt?“, fragte er und schaute sie lüstern an.
„Weil ich ihn liebe.“, sagte sie kalt.
„Das hast du damals zu Tom und mir aber auch gesagt. Du hast uns gegenseitig betrogen, Tom mit mir und mich mit diesem… wie hieß er noch gleich… Marvin?“, er rutschte wieder näher an sie, und sie rutschte wieder von ihm weg.
„Marlon hieß er.“, hauchte sie.
„Warum rutscht du immer wieder weg von mir? Ich will doch nur Sex…“, er schaute sie fixierend an…

Chapter Four:


„Sag’ mal spinnst du jetzt vollkommen?“, schrie Mali ihm aufgebracht ins Gesicht und stand auf. „Nein, ich…es tut mir leid…, aber ich habe doch Recht. Und…ich habe den Sex mit dir damals geliebt. Und mir was gleich, genauso wir es dir gleich war, dass du mit Tom zusammen warst. Nun stell’ dich doch nicht so an…“, feixte er wieder und stand ebenfalls auf.
„Bill, hau’ bloß ab, du Arsch! Echt, so was Arrogantes wie dich habe ich mal gefickt?“, schrie sie ihm entgegen und rannte fluchtartig, ehe noch mehr passieren konnte, aus seinem Zimmer. Was war bloß mit ihm los? Dass irgendwas nicht stimmte, hatte sie sofort gemerkt. Und was nun?
„Tom?“, fragte sie, als sie vor seiner Zimmertür stand. „Der macht nicht auf…!“ Mali fuhr herum und schaute in das Gesicht des Drummers von Tokio Hotel – Gustav.
„He…“, sagte sie leise und da checkte er auch, wen er da vor sich stehen hatte. Sein Blick wechselte etwas. Er wusste nicht ganz, wie er auf Malika reagieren sollte. „Was ist?“, fragte sie schließlich. „Nichts, ist schon okay. Sorry, aber ich habe dich eben für ein anderes Mädchen gehalten. Na ja, vielleicht macht er dir ja auf…“ „Dass möcht’ hoffen, schließlich bin ich extra wegen ihm hier und habe eine kleine Meinungsverschiedenheit mit meinem Freund!“ „Aha, und wie lange seid ihr schon zusammen?“ „Seit einem halben Jahr etwa. Und ich liebe ihn…, dass…das mit den Zwillingen…ich…ich will das nicht mehr. Eigentlich wollte ich Tom und Bill nie wieder sehen, da hat sich Tom bei mir vor zwei Tagen gemeldet.
Na ja, und ich habe, so blöd wie ich war, nachgegeben…“ „Na, dass er sich hier so verbarrikadiert, kannst du ja nicht wissen, aber vielleicht kommst du mehr an ihn heran…“ „Ja, na ja, ich werd’s versuchen…“, sagte sie und in diesem Moment ging die Tür vor ihrer Nase auf. Gustav ergriff die Flucht und verschwand. Nun standen sie und Tom alleine in dem kleinen Flur. „Was ist?“ „Man, Tom, ich bin extra wegen dir hier. Um dir das zu erklären. Und nun sehe ich, was hier eigentlich abgeht!“ „Ja, toll…, na ja, wenn du willst…kannst…kannst du reinkommen…ich-ich hab’ dir auch einiges zu erklären…“, sagte er und trat zur Seite, um sie rein zulassen.
„Tom…“, fing sie an, „was hast du mir zu erzählen?“ „Ich…seitdem das mit uns war…, na ja, jedes Mal, wenn ich ein Mädchen angefasst habe…da…musste ich an dich denken, habe abrupt abgebrochen und…und…geweint…ich…Mali, ich liebe dich noch immer!“
Nein. Wie eine Wand trafen sie die Worte. Als sie sie aufgenommen hatte, verstanden hatte, schaute sie ihn an. „Das ist nicht dein Ernst, oder?“ „Doch, Mali, es ist so. Ich liebe dich immer noch. Ich habe nie aufgehört an dich zu denken, dich zu lieben, mich nach dir zu sehen…und…und ich hoffe immer noch darauf, dass…das wir wieder zusammen kommen…“ „Tut mir leid, dass ich dich da enttäuschen muss, aber ich bin verdammt glücklich mit Finn. Seit einem halben Jahr sind wir nun schon zusammen und ich will ihn nicht verlieren…ich liebe ihn und ich kann unsere Beziehung nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen. Und in diesem halben Jahr habe auch ich viel nachgedacht und mich verändert. Geändert. Ich bin nicht mehr so wie damals. So wie bevor ich dich kennen gelernt habe, so wie ich war, als wir zusammen waren. Ich bin nicht mehr so. Und ich möchte es auch nie wieder so sein. Das kann ich Finn nicht antun. Und mir auch nicht!“, erklärte sie eisern und hoffte, dass die Worte auf fruchtigen Boden fielen. „Ich…, nein Mali, das kannst du mir nicht antun. Nicht, nachdem was passiert ist!“ „Aber…, glaubst du etwas, dass ich wieder zu dir angekrochen komme, wo du wieder hier bist und du mich angerufen hast? Du spinnst. Genauso wie Bill. Wobei dein Bruder ein arrogantes und sexgeiles Arschloch ist!“ „Wie? Wie kannst du’s wagen so über ihn zu reden?“ „Tom, wenn ich es nicht wüsste, würde ich nicht so über Bill sprechen, aber ich habe es gerade eben am eigenen Leib erfahren!“ „Toll…, wir reden nicht mehr miteinander. Ich hasse ihn dafür.“ „Aber, wie kannst du ihm nicht verzeihen, aber mir?“, wollte Malika wissen. Dann setzte Tom zu sprechen an:
„Ich…, liebe dich. Und du bist mir verdammt wichtig!“ „Ach ja? Wie kann ich dir wichtiger sein, als dein eigener Zwillingsbruder? Ich versteh’ das nicht. Ihr wart vertrauter als wir beide.“ „Ja, aber…ich habe gemerkt, dass ich ihm nicht vertrauen kann…“ „Aber mir? Man, eigentlich müsstest du mich genauso hassen. Und wenn du mich immer noch liebst, dann…, wieso hasst du Bill dann so? Er war genauso schlimm wie ich. Immerhin wollte er-“ „Was wollte er?“, unterbrach Tom sie. „Immerhin hatte er diese Fickbeziehung gewollt“, fuhr Malika fort. „Wie? Er wollte?“ „Ja, ich auch, und…und dann habe ich Marlon getroffen. Ich hab’ aus Verzweiflung mit ihm geschlafen. Hatte gehofft, dass ich irgendwie über euch hinweg komme. Doch dem war nicht so.“ „Aber…, ich verstehe das nicht. Wieso wollte Bill?“ „Ich weiß es nicht. Aber er war derjenige, der mich quasi in seine Arme getrieben hat. Und es hat bei Gott nichts damit zutun, wer besser im Bett ist. Ich will diese ganze Sache eigentlich nur noch vergessen. Nie wieder daran denken. Ich hatte gehofft, mit Finn meiner großen Liebe begegnet zu sein. Und mit ihm will ich glücklich werden. Mit niemandem sonst!“ „Ja…, ich…ich kann’s natürlich nachvollziehen. Aber…, ich…man, Mali, ich kann nicht mehr ohne dich!“ „Tom, ich glaube es ist besser, wenn ich jetzt gehe…“, sagte sie und stand auf. Schaute Tom noch einmal an und hoffte, dass sie sein Zimmer nie mehr betreten würde.
Nie wieder…
Malika machte sich direkt auf den Weg zu Finn. Sie brauchte ihn jetzt. Irgendwie hatte sie das starke Verlangen, ihm zu zeigen, wie sehr sie ihn liebte.
„Schatz…?“, fragend ging sie in sein Zimmer. Wie meistens saß Finn vor seinem Laptop und arbeitete an irgendwelchen Programmen. „He…, alles okay?“, fragte er sie lieb und empfing seine Freundin mit einem warmen Lächeln.
„Ich…, ja, na ja, nicht alles ist okay…“, sagte sie und setzte sich zu ihm auf den Schoß. Sofort legte er sanft seine Hände um ihre Hüfte. „Was hat er denn gesagt?“, wollte ihr Freund wissen. „Na ja, ich…ich…er hat gesagt, dass er mich immer noch lieben würde…und…mir tut’s einfach nur leid…weil…ich habe einen so tiefen Keil zwischen die beiden getrieben…“ „Aber…, dafür kannst du doch nichts. Und außerdem, wenn er dich liebt…, dann…dann sollte er akzeptieren, das wir beide zusammen sind. Dir dein Glück gönnen!“ „Ja, dass hoffe ich, das er das auch macht. Und ich bin glücklich mit dir und nicht mit ihm. Ich liebe dich, Finn. Bitte vergiss’ das niemals…“ „Wie könnte ich?“, fragte er hauchend und zog sie an sich heran. Ihre Lippen berührten sich und ein sanftes Spiel mit ihren Zungen begann. Sie schmiegte sich eng an ihren Freund und genoss einfach nur die Nähe, die sie gerade bekam. Sie liebte ihn. Mehr als ihr Leben.

Chapter Five:


Seine Hand verschwand unter ihrem T-Shirt. Sie war warm und weich. Sie begann sanft ihren Bauch zu streicheln. Sie genoss es.
Doch plötzlich fiel ihr ein, dass sie einen Termin für ein Fotoshooting hatte.
Malika sprang auf und erklärte schnell ihr abruptes Handeln; „Schatz, ich hab noch ein Shoot mit den Toten Hosen, tut mir leid. Das hab ich doch ernsthaft voll vergessen. Darf ich dein Auto nehmen?“, fragte sie schnell, da sie einen Blick auf die Uhr, die an der Wand hin geworfen hatte. Sie hatte noch genau eine Stunde, bis sie im Studio sein müsste.
Sie würde es einfach nicht schaffen, wenn sie mit der Bahn fahren würde.
„Ja, ja nimm das Auto. Hier.“, er warf ihr die Schlüssel zu und grinste sie schief an
„Danke Schatz.“, sagte sie und gab ihm im gehen einen kurzen Kuss.
„Kein Problem. Ich liebe dich.“, rief er noch und wandte sich dann wieder seinem Laptop zu.
Mali war bald schon bei sich zu Hause um ihr Equipment zu holen und machte sich dann auf den Weg ins Studio.
Als sie dort ankam, war die Band noch nicht da, also konnte sie in Ruhe ihr Equipment aufbauen und noch eine Tasse Kaffee trinken.
Als sie dort saß und ihren Kaffee trank, dachte sie über das Treffen mit Bill und Tom am Mittag nach. Es war merkwürdig gewesen. Bill hatte Sex gewollt, obwohl er wusste, dass Mali mit Finn zusammen war. Bill hatte sich sehr verändert und Tom. Von dem wollte sie gar nicht anfangen. Sie hatte einen tiefen Keil zwischen die Zwillinge getrieben, was ihr natürlich sehr Leid tat und doch war es nicht ihre alleinige Schuld.
Schließlich wollte Bill es auch. Ja Bill hatte sie förmlich dazu angestiftet. Malika wollte ihm nicht die Schuld in die Schuhe schieben, doch er war eigentlich schuld daran, dass es mehr geworden ist, als nur das eine Mal. Er wollte eine Fickbeziehung und Bill konnte man einfach keinen Wunsch abschlagen. Warum hatte sie es heute dann geschafft und nicht mit ihm geschlafen? Weil sie Finn liebte? Ja, das würde wohl der Grund gewesen sein, als sie mit Tom zusammen war, hatte sie es sich zwar nicht eingebildet und doch war es anders gewesen. Tom war ihre erste richtige Beziehung gewesen, in der es nicht nur um Sex ging.
Sie dachte tatsächlich, dass sie den Jungen lieben würde und doch hatte sie ihn betrogen, mit seinem eigenen Bruder.
„Fräulein Krause, die Band ist da.“, sprach die Praktikantin ihres Chefs sie an.
„Ich danke ihnen, Marie.“, erwiderte Mali und machte sich auf den Weg um die Hosen zu begrüßen.
Im gehen warf sie noch einen kurzen Blick in den Wandspiegel und stellte zufrieden fest, dass sie noch total in Ordnung aussah.
Sie ging in den Aufenthaltsraum und schaute sich um. Die Jungs saßen auf der Couch und führten eine Diskussion mit ihrem Manager.
Malika ging auf die fünf zu und setzte ein freundliches Lächeln auf; „Guten Tag, mein Name ist Malika Krause und ich werde heute die Fotografin des Shootings sein.“
Campino schaute als erstes auf.
„Hey, ich bin Campino, aber nenn’ mich doch bitte Andreas.“, er schaute sie lächelnd an und schüttelte kurz ihre Hand. Auch die anderen begrüßten Malika sehr freundlich.
„Wollen wir anfangen, oder wollen Sie noch einen Kaffee? Tee? Sonst etwas?“, fragte Malika höflich.
Alle waren sie sich einig; „Nein, danke.“
Andreas ergriff das Wort; „Und Sie sollten uns duzen.“
Malika grinste in sich hinein.
„Dann lasst uns anfangen. Ich bin Mali.“, erwiderte sie und die Jungs nickten.
„Fangen wir mit der ganzen Band an.“, sagte Mali und fing an ihre Kamera richtig zu postieren. Sie legte schnell einen neuen Film ein und schoss die ersten Fotos.
Malika machte noch einzeln Fotos von den Bandmitgliedern und schließlich waren sie nach zweieinhalb Stunden fertig.
„Kann ich noch etwas für euch tun?“, fragte Mali.
„Boah, ja. Habt ihr Kaffee?“, fragte Andreas alias Campino.
Malika nickte und machte Kaffee für alle. Marie war bereits gegangen, da es doch schon ziemlich spät war.
Sie tranken alle gemeinsam einen Kaffee und erzählten ein bisschen aus ihrem Leben.
Sie erfuhr, dass die Toten Hosen schon sehr lange Musik machten und viele andere grundlegende Dinge, denn sie hatte sich nie mit der Band beschäftigt.
„Wie alt bist du eigentlich?“, fragte Campino irgendwann.
„Ich werde nächsten Monat neunzehn.“, grinste sie.
„So jung und schon so einen tollen Job.“, grinste er.
„Nun ja, ich habe noch vor nicht so langer Zeit im Abiturstreß geschwebt. Das war absolut schrecklich, denn es kamen noch ganz viele persönliche Probleme dazu und, und, und…“, sie lächelte.
„Warte, warte… Ich habe dich hundertprozentig schon mal irgendwo gesehen. Ich könnte schwören, dass es in der Bildzeitung im Zusammenhang mit Tokio Hotel war.“, murmelte Campino.
„Wie bitte?“, fragte Malika nach, da sie nur das Wort ‚Bildzeitung’ und ‚Tokio Hotel’ verstanden hatte.
„Ich sagte, dass ich dich schon mal in einer Zeitung gesehen habe… Ich glaube es war die ‚Bild‘. War irgendwas mit Tokio Hotel“, wiederholte er.
Malikas Wangen färbten sich leicht rötlich.
„Ja, jetzt hab ich’s. Du warst doch die, die mit diesem Hopper zusammen war und ihn dann mit seinem Bruder betrogen hatte?“, fragte er.
Malika schwieg.
„Ich… die Bildzeitung? Oh Scheiße…“, und wenn man gerade vom Teufel sprach, begann ihr Handy zu düdeln. ‚Unbekannter Teilnehmer’…


Chapter Six:


„Ja?“, ging Mali schließlich an ihr Handy um den Klingelton zu unterbrechen. „He, ich bin’s Tom…, können wir vielleicht kurz reden?“ „Oh, ja, das sollten wir. Aber nicht jetzt. Ich ruf’ dich an!“, zischte sie ihm entgegen und legte auf. Gespannt sah sie auf die Gesichter der Bandmitglieder. Sie waren zum Aufbruch bereit und Campino schenkte ihr ein Lächeln – zur Aufmunterung? – ehe er aus der Tür ging.
Mali sackte beinah in sich zusammen. Die „Bild“ wusste davon. Woher bloß?
Sie konnte sich wahrlich an nichts erinnern, sie und Tom oder sie und Bill irgendwo draußen in der Öffentlichkeit ihre Beziehung preisgegeben hätten.
Bei Tom war sie sich nicht sicher. Gab es ein Interview? Doch. Malika erinnerte sich an ein Interview mit einer Jugendzeitschrift. Doch aber nicht mit der „Bild“. Unmöglich. Das konnte nicht sein.
Malika nahm ihr Handy und suchte nach der Nummer von Tom. Aufgeregt saß sie da und wartete, bis er abhob, denn es klingelte.
„Ja?“, ging er ran. „He…, tut mir leid, wenn ich dich eben so abgewimmelt habe, aber ich hatte noch zutun. Aber nun mal zu uns, wie kann es sein, dass mich jemand auf ein Interview, auf eine Berichterstattung in der ‚Bild‘ anspricht und über die Beziehung zwischen dir und mir, sowie die Sache mit Bill Bescheid weiß?“, fuhr sie ihn gleich an. „Ich…, wie bitte? Die ‚Bild‘?“ „Ja, genau. Die ‚Bild‘“, sagte sie und wartete auf eine Erklärung.
„Ich weiß davon nichts. Ich kann dir versichern, dass ich nichts gesagt habe und schon gar nicht der ‚Bild‘“, widersprach er weiterhin. „Hm…, nur wie kann mich da jemand darauf ansprechen? Hat Bill vielleicht was damit zutun? Solange kann’s auch noch gar nicht her sein…“, meinte sie weiter. „Ja, na ja, ich kann versuchen mit ihm zu reden…“ „Toll. Ich glaube das mache besser ich. Aber was wolltest du eigentlich?“, fragte Malika und erhoffte sich außerdem noch ein Themawechsel. „Mali…, ich…ich wollte mich bei dir entschuldigen…wegen Bill…was ich…was ich gesagt habe…und…und dich bitten, dass…ob wir wenigstens Freunde bleiben können…?!“ Tom sprach eher fragend und wartete auf eine Reaktion seitens Malika. „Hm…, ich weiß nicht. Aber gut, wenn dir soviel daran liegt…“, meinte sie nur und hoffte von Bill mehr erfahren zu können. Wegen dem Artikel in der „Bild“.
„Okay…, das finde ich echt toll…, na ja, vielleicht reden wir später nochmal. Ich muss…tut mir leid, bis dann…“, sagte er noch schnell und dann vernahm Mali nur das Tuten der beendeten Verbindung in ihrem Ohr. Sie legte ebenfalls auf, wählte dann aber die Nummer von Bill.
„Ja?“, ging Bill an sein Handy. „Ich bin’s, Mali!“, fuhr sie ihn gereizt an. Er war der Einzige, der diesen Bockmist veranstaltet haben musste.
„Was gibt’s denn? Vielleich doch Lust bekommen?“ „Bill, halt’s Maul. Wegen dem würde ich sicher nicht bei dir anrufen!“, zischte sie. „Hm…, na ja, weswegen rufst du denn an?“, fragte er sie in einem wesentlich freundlicherem Ton. „Ich will wissen, warum du das getan hast!“ „Was getan? Mali, ich weiß nicht wovon du redest!“ „Wie kann es sein, dass mich eine Band anspricht, auf dich und einen Artikel in der ‚Bild’?“, erklärte Mali in einem abfälligen Ton. „Wie jetzt? Ein Bericht in der ‚Bild‘? Seit wann das denn?“ „Man, nun hör’ auf den Unschuldigen zu spielen. Weswegen sollte mich jemand darauf ansprechen, dass die ‚Bild‘ schreibt, dass ich etwas mit Tom hatte und ihn mit dir betrogen habe?“ Es fiel Mali nicht leicht, diese Worte auszusprechen. Doch es ging wohl nicht anders. Er schien es nicht anders zu verstehen.
„Mali…, ich weiß wirklich nicht wovon du redest…“ „Wer aber sonst, hätte allen Grund dazu, zu dieser scheiß Zeitung zu rennen und ihnen das zu erzählen?“, fragte sie ihn aufgebracht. „Man, weiß ich doch nicht. Ich war’s nicht. Definitiv nicht!“, beharrte er weiter auf seinem Standpunkt.
„Na, schön. Und wer war’s dann? Mit Tom habe ich gesprochen. Und ihm würde ich das auch nicht zutrauen. Aber dir!“, fuhr sie ihn wieder an.
„Mir? Na, klar. Wem auch sonst!“, entgegnete er etwas pampig.
„Woher soll ich denn das wissen. Schließlich schiebst du hier doch den meisten Hass…“ „Ach ja, und Tom nicht oder was? Mali, wir beide haben uns zerstritten, wie beide kommen nicht mehr miteinander klar, seitdem du diese Scheiße damals abgezogen hast!“ „Bill, nun mach’ mal Halblang. Schieb mir jetzt nicht die ganze Schuld zu. Du warst derjenige, der die Fickbeziehung wollte. Nicht ich. Und ich habe mich darauf eingelassen. Aus Gründen, die damals wohl kaum an dir lagen.“, versuchte sie sich weiter zu verteidigen. Doch sie wusste, dass sie es damals einfach nur geil fand. Ihn. Warum auch immer. Und da war ihr alles Restliche egal. Tom. Bill. Schließlich auch ihre Gefühle. Und beinah hätte sie auch die Freundschaft mit Finn aufs Spiel gesetzt.
Dabei fiel ihr ein, dass sie noch zu ihm wollte.
„Bill, ganz gleich wer es war, geh’ du da gefälligst hin und sag’ das dieser ganze scheiß Mist nur erstunken und erlogen ist!“, schrie sie ihn an. So ganz ungefährlich war es freilich nicht. Schließlich stand auch ihr Job auf dem Spiel. Denn wenn Geschichten über Fotographen, die in diesen Szenen arbeiteten, gerieten oft in Bedrängnis. Und das war das Mindeste, was sie in diesem Moment noch gebrauchen konnte.
„Ja, okay, ich versprech’s dir!“, meinte Bill und dann legte sie auch schon auf. Wieso noch weiter mit ihm reden, wenn es nichts mehr zu reden gab?
Mali machte sich nach getaner Arbeit wieder auf den Weg zu Finn. Das ganze Equipment ließ sie im Auto und stellte es zur Sicherheit in der Garage ab. Schnell huschte sie in sein Zimmer und fiel ihm in die Arme. Sie hatte ihn nicht nur vermisst, nein, in letzte Zeit – besonders wo Bill und Tom auf der Bildfläche wiedererschienen waren – hatte sie das Bedürfnis ihm zu zeigen, wie sehr sie ihn liebte.

Chapter Seven:


„Süße.“, sagte er und bedeutete ihr sich aufs Bett zu setzten.
Er selbst lies sich neben Mali fallen und fing an über ihren Bauch zu streicheln.
Beide ließen sich nach hinten fallen und lagen nun auf Finns großem, weichem Bett.
Er strich ihr immer wieder sanft über die Wange und strich ihre Haare aus dem Gesicht.
Sein Kopf bewegte sich langsam auf den ihren zu und seine unendlich weichen Lippen trafen die ihren. Sie pressten ihre Lippen sanft aufeinander und bald begann seine Zunge um Einlass zu betteln, den sie auch kurze Zeit später bekam.
Sie trieben das Spiel weiter. Malika liebte es mit Finn zusammen zu sein. Ihre Zeit mit ihm zu verbringen. Sie liebte ihn einfach über alles und nichts in der Welt konnte sie davon abbringen. Niemand würde sie dazu überreden können, mit jemandem anders zu schlafen. Niemand. Langsam wanderte seine rechte Hand unter ihr Hemd, welches er kurz darauf aufknöpfte. Nun lag sie mit offenem Hemd halb unter ihm und ihr schwarzer Spitzen BH blitze leicht hervor. Er strich ihr sanft von ihrem Dekolleté bis zu ihrem Bauchnabel. Es erregte beide sehr. Es war einfach absolut schön mit jemandem zu schlafen den man liebte.
Er fing an ihren Hals zu küssen. Sie stöhnte wohlig auf. Malika liebte es am Hals geküsst zu werden. Finn ging weiter runter zu ihrem Dekolleté und küsste ihren Busen.
Mit einem flinken Handgriff war auch Malikas BH offen und Finns Zunge wanderte weiter in Richtung Bauchnabel.
Sanft zog sie ihn wieder zu sich hoch, um ihn zu küssen. Mali bedeutete ihm, dass er seine Arme in die Luft strecken sollte, damit sie ihm das T-Shirt ausziehen könne.
Er tat wie befohlen und sie zog das Shirt vorsichtig aus, sie strich sanft mit ihren langen Nägeln über seine Brust und ging auf seinen Bauch über.
Sogar bei der kleinsten Berührung von Finn, wand Mali sich unter dem Kribbeln vor Lust.
Sie begann ihn wieder zu küssen und er presste seinen Körper an ihren. Sie waren sich nah.
Malika übernahm das Kommando und begann Finn am Hals zu küssen, er liebte das genauso sehr wie sie. Sie ging weiter hinab in Richtung Hose und öffnete diese mit ihren Zähnen zog sanft am Reisverschluss, bis dieser offen stand. Es zeigte sich schon eine deutliche Wölbung an Finns Boxershorts. Malika küsste den Bund seiner Boxershorts entlang und ging wieder sanft hoch, sie ließ ihre Zunge in seinem Bauchnabel versinken, woraufhin sie ein Stöhnen von ihm hörte.
Sanft fuhr sie mit der Zunge seinen Oberkörper entlang und hinterließ eine heiß brennende Spur auf Finns Körper. Sie setzte sich auf ihn und er fing an sich zu bewegen. Finn rieb sich an ihn. Diese Berührungen machten sie unglaublich heiß.
Ihr Hemd fiel ihr langsam von den Schultern, doch es interessierte sie nicht im Geringsten. Plötzlich setzte Finn sich auf und drückte seine Lippen an ihre.
„Mali, ich liebe dich.“, hauchte er in ihr Ohr, woraufhin sie Gänsehaut bekam.
„Ich… ich dich auch, Finn.“, erwiderte sie und musste schwer schlucken, denn Finns Hand hatte nach ihrem Busen gegriffen und fing an ihn zu massieren.
Bald lag Malika in die weichen Kissen gedrückt auf dem Bett. Finn zog ihr die Hose aus und nur noch ein dünnes Stück Stoff trennte sie voreinander.
Finns Hand schob sich in Malikas Tanga und begann sich gekonnt zu bewegen, bis Mali ihn stoppte.
„Hör auf Schatz, sonst komme ich gleich.“, stöhnte sie auf und zog seine Hand aus ihrem Tanga. Finn nickte und grinste sie leicht an.
Bald waren auch ihr Tanga und seine Boxershorts weg und Finn platzierte sich über Malika.
Als Finn sanft in Mali eindrang, mussten beide stöhnen und küssten sich augenblicklich.
Er fing an sich langsam zu bewegen, wurde immer schneller und schneller.
Mali stöhnte seinen Namen und er den ihren.
Sein ganzer Körper kribbelte. Er liebte die Frau, die unter ihm lag und sie liebte ihn.
Vor ein paar Monaten hätte er sich nie im Leben vorstellen können, dass es soweit kommen würde. Malika war damals noch mit Tom zusammen und Finn war eifersüchtig, denn er hatte sich schon damals in sie verliebt.
Malikas Nackenhärchen stellten sich langsam auf und eine Gänsehaut überzog ihren gesamten Körper. Sie spürte es, sie würde bald kommen. Sie stöhnten sich immer wieder entgegen, bis letzten Endes beide fast gleichzeitig kamen.
Finn zog sich nach einer Weile aus Mali heraus und sie ließ ihren Kopf auf seinen Brustkorb sinken. Hörte seinem Herzschlag zu, wie schnell sein Herz pochte.
Er begann ihr sanft durch die Haare zu streicheln und sie seufzte; „Es war schön, mein Schatz.“
„Das ist es doch immer.“, erwiderte er und grinste. Sie lagen lange da und sagten nichts, genossen nur die Anwesendheit des jeweils anderen, bis Finn plötzlich fragte; „Wie war das Shooting?“ „Ganz okay. Die Jungs sind echt total nett. Weißt du was…?“, fragte Mali.
„Nein, erzähl.“, grinste er.
„Campino hat mich auf einen Artikel in der Bild-Zeitung angesprochen…“, erzählte sie und regte sich innerlich wieder über Bill auf.
„Was für einen Artikel?“, fragte Finn sicherheitshalber nach, da er nicht genau wusste, was seine Freundin meinte.
„Na ja, es gab scheinbar einen Artikel in der ‚Bild’, in dem es um die Beziehung von Tom und mir ging und das, was damals mit Bill war…“, sie schaute zu ihm auf. Sie regte sich auf, über die Person, die das preisgegeben hatte.
„Wie bitte?“, fragte Finn ungläubig…

Chapter eight:


„Ich habe den Artikel nicht gelesen…, ich habe nur erfahren, dass irgendetwas von mir und Tom sowie auch Bill in der ‚Bild‘ stand…“, erklärte sie und sah ihren Freund an. Das was eben zwischen ihnen passiert war, war einfach nur wunderschön gewesen. Mali hatte es mehr als nur genossen und nie konnte sie sich vorstellen, mit je mit einem anderen Jungen zu schlafen.
„Was? Das ist nicht dein Ernst…, warte!“, befahl er Mali und ging aus seinem Zimmer. Malika wusste nicht, was er vorhatte, doch als er einige Minuten später mit einer Zeitung zurückkam, sank ihr Herz augenblicklich in die Hose.
„Woher hast du die?“, fragte sie sofort und sah ihn gespannt an. „Meine Ma hat sie gekauft. Wegen dem Stellenmarkt!“, erklärte Finn und kam zu ihr zurück aufs Bett.
„Finn…, Schatz, man, nun hör’ auf damit. Das ist endgültig Vergangenheit…, das eben, war das nicht Beweis genug?“, fragte sie ihn. Die Verzweiflung in ihr schien sich bis ins unermessliche auszubreiten. Was hatte sie damals nur getan? Wie konnte sie nur leichtfertig sein?
Man, wieso fiel ihr das immer wieder auf die Füße? Sie war doch glücklich mit Finn. Wollte ihn, konnte ihn einfach nicht verlieren. Nein, ein Leben ohne Finn war für Malika unvorstellbar geworden.
Sie liebte ihn. Und sie wusste, dass er sie liebte. Sie konnte kaum ohne ihn sein. Sie vermisste ihn doch schon immer auf Arbeit und das obwohl sie schon seit einem halbem Jahr zusammen waren. Jedes Mal kam in ihr die Lust auf, wenn sie sich küssten. Wenn sie dazu noch alleine waren. Wie eben. Sie brannte förmlich unter seinen Berührungen.
Wie konnte sie je ohne das sein? Nein, gar nicht. Es ging einfach nicht.
Finn las die ganze Zeit, in der sie ihren Gedanken nachhing, den Artikel in der Zeitung. „Bitte, Mali, sag’ dass das nicht wahr ist…“, sagte er traurig und schaute zu ihr auf. „Wie? Was steht in diesem Scheiß-Ding denn drin?“, fluchte sie und nahm ihm die Zeitung aus der Hand. Sie las die ersten Zeilen des langen Berichts in der sie über die beiden nur so herzogen. Sie zogen vor allem Mali in den Dreck, auch Bill und Tom bekamen ihr Fett weg.
„Finn…, das ist lange her…, dass weißt du doch. Und ich liebe dich, verdammt, nur dich!“, sagte sie mit Nachdruck in der Stimme. „Man, wie kann ich dir vertrauen…, wenn…du…ich weiß wie du früher warst und…das hier-“ Finn stockte. Nein. Das war nicht sein Ernst. „Mali, es tut mir leid. Aber ich…ich weiß nicht, ich…, das Vertrauen…“ Ungläubig sah sie ihren Freund an. „Was heißt das, Finn?“, wollte sie wissen und sah ihn fragend an. „Ich glaube es ist besser, wenn wir eine Pause…, ich…es tut mir leid…“ „Wie jetzt? Das ist nicht dein Ernst, oder? Wie kannst du mir das antun?“, fragte sie schon beinah hysterisch. Nein. Nicht Finn. Das konnte er ihr jetzt doch nicht antun. Augenblicklich füllten sich ihre Augen mit Tränen. Nasses auf ihrer Haut. Sie ignorierte es. Sie hatte ihn nicht verloren, oder? Nicht wegen diesem Bericht, der teilweise am Krankenhaus spielte, wo sie Tom besucht hatten und andererseits wo sie mit Tom an der Alster unterwegs war.
„Nein…“ „Doch Mali, ich…kann das nicht!“, sagte er und wandte seinen Blick von ihr. „Es tut mir leid, aber ich weiß nicht, wie ich dir da noch vertrauen kann…“ „Aber.., das ist doch schon ewig her…und…und…, nein. Bitte lass das nicht wahr sein!“, sagte sie. Stand auf. Schaute ihren Freund an. War er noch ihr Freund? Sie konnte nicht begreifen, dass es aus war. Der Gedanke war einfach zu absurd.
„Doch, Mali. Ich kann das so nicht. Wie soll ich dir vertrauen? Ich liebe dich, aber so kann ich nicht mit dir zusammen sein…“ „Finn, das ist nicht dein Ernst. Ich liebe dich, verdammt! Nur dich! Und niemand anderen. Keinen. Nur dich. Und der Artikel, der ist doch schon ewig her…“ „Nein, von letzter Woche…“, widersprach er ihr. „Aber…, du weißt ganz genau, dass das was da drin steht, nicht erst von letzter Woche ist! Finn…, bitte. Was war das eben? Ich fühl’ mich echt verarscht…“, rutschte es ihr heraus und im nächsten Moment tat es ihr auch schon mehr als leid.
„Finn, nein, es tut mir leid. Ich fühl’ mich bestimmt nicht von dir verarscht…, aber eben. Was war das?“ „Sex, Mali, dass war Sex!“ „Schön. Und der hat dir nichts bedeutet, oder was?“ „Doch natürlich. Aber ich weiß nicht, was er dir bedeutet hat…, bitte geh’…, bitte…“
„Aber-“ „Kein aber, Mali…“
Wie konnte er ihr das nur antun? Mit Tränen in den Augen ging sie nach Hause. Sie hatte Mühe den Weg vor sich zu erkennen. Immer wieder verschwamm er in einem dichten Tränenschleier. Wie konnte er ihr das nur antun?
„I’m a barbie girl…, in a barbie world…“, klingelte ihr Handy los und schnell nahm sie ab. Mal wieder Unbekannter Teilnehmer.
Wer um alles in der Welt rief jetzt an? Sie hoffte, dass es Finn sein würde.
„He, Mali, wie geht’s?“ Diese Frage trieb ihr wieder Tränen in die Augen.
Nein.
Nicht Tom.
„Was ist denn los, Süße? Warum weinst du?“ „Man, Tom, du Arsch. Wegen diesem verfuckten Artikel hat Finn eben mit mir Schluss gemacht. Man, wie ich euch dafür hasse. Ich…ich habe Finn verloren. Man, ich weiß nicht was ich tun soll. Ich kann ohne ihn nicht mehr. Nicht ohne Finn. Nein. Und nur ihr seid daran Schuld!“, schrie sie ihn an, um ihrer Wut Luft zu machen. „He, he, he, nun schieb’ uns hier mal nicht die Schuld zu. Was können Bill und ich dafür, dass die ‚Bild‘ einen Artikel schreibt? Vielleicht solltest du die anrufen und denen sagen, wie scheiße das ist! Aber schieb’ nicht uns die Schuld zu!“, versuchte er sich zu verteidigen.
„Ohne euch wäre das alles gar nicht passiert!“, beharrte sie weiter darauf. „Oh, man, ich glaube wir sollten miteinander reden, kommst du her? Bitte…“, bat er sie lieb und Mali machte sich etwas unfreiwillig sofort auf den Weg zu Tom und Bill. Eigentlich wusste sie gar nicht, warum sie hinging, doch vielleicht konnte sie Bill auch nochmal anschreien und somit wieder ihrem Ärger und ihrer Traurigkeit und Angst Luft machen.
Dazu war Bill alle mal gut!

Chapter nine:


Als sie an der Wohnungstür stand, öffnete ihr Tom sogleich und schloss sie in seine Arme.
„Süße, was ist los? Warum hat er Schluss gemacht? Ich verstehe das einfach nicht…“, flüsterte er und strich ihr beruhigend über den Rücken.
Nach einer Weile wies er sie an in sein Zimmer zugehen, denn nicht jeder müsse mitbekommen, dass Mali da war und dass es ihr scheiße ging.
„Ich… Es war wegen dem Artikel. Es tut so weh. Ich liebe ihn doch. Er sagt, dass er mir nicht mehr vertrauen kann, aber ich kann doch nicht ohne ihn.“, weinte Mali und schmiegte sich an Toms Schulter. Ihr Mascara war schon längst verschmiert, aber es war ihr egal. Es ging ihr scheiße und da war alles egal.
„Mali, kann ich etwas für dich tun?“, fragte Tom sie und schaute Mali fürsorglich an.
„Tom… Hast du Schokolade?“, fragte sie.
„Schokolade?“, fragte er ungläubig.
Sie nickte nur und er grinste sie schief an.
„Warte einen Moment… bin gleich wieder da.“, erwiderte er und verschwand für einen Moment. Malika lies sich auf Toms Bett fallen und vergrub ihr Gesicht in den Kissen. Sie rochen so gut nach ihm. Sie schenkten ihr im Augenblick die Geborgenheit, die sie brauchte.
Kurze Zeit darauf erschien Tom wieder in seinem Zimmer und schaute sie leicht perplex an.
Hatte sie nicht eben noch auf seiner Couch gesessen? Was machte sie in seinem Bett und vor Allem, was machte sie mit seinem Kissen?
„Mali?“, fragte er unsicher.
„Hm?“, schreckte sie leicht auf.
Er hielt ihr zwei Tafeln ihrer Lieblingsschokolade hin.
„Danke Tom. Das brauche ich jetzt einfach.“, sie schaute ihm nicht in die Augen. Ihre Hand zitterte, als sie die Schokolade ergriff und auspackte.
Tom setzte sich neben sie und knetete nervös seine Hände.
„Oh man, ich halte das einfach nicht ohne ihn aus, Tom.“, heulte Malika auf und biss ein Stück der Schokolade ab. „Hast du Kippen?“, fragte sie direkt danach, da die Schokolade scheinbar nicht ihren Zweck erfüllte.
„Ich würde dir echt gerne helfen, Mali, aber… ich weiß nicht wie. Klar habe ich welche.“, erwiderte er, hielt ihr eine Schachtel hin, Mali nahm sich eine und er half ihr dabei sie anzuzünden, denn sie zitterte so stark, dass ihr das Feuerzeug aus der Hand fiel. Sie zog den Rauch unglaublich tief in ihre Lungen. Mali bewegte sie zu ihm und setzte sich letzen Endes neben ihn. Sie blies den leicht bläulichen Rauch wieder aus ihren Lungen. Es beruhigte sie unglaublich gut. Er legte seinen Arm um sie.
„Ich weiß es auch nicht… aber das schlimmste ist ja, dass er es wusste. Von Anfang an. Er wusste, dass ich mit dir zusammen war und mit Bill eine Fickbeziehung geführt hatte, trotz alldem ist er Heute so ausgetickt… Ich verstehe es nicht…Er hat mit mir Schluss gemacht… ich mein…“, sie vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge. Sie aschte in den Aschenbecher, den sie ihm mal zum Geburtstag geschenkt hatte ab und lehnte sich wieder zu ihm.
„Man Süße, das tut mir so leid.“, flüsterte er und strich ihr sanft ihre Tränen von den Wangen.
Er konnte es einfach nicht mit ansehen, wie sie weinte. Er liebte sie einfach immer noch zu sehr. Er schaute sie an und nahm ihr die Zigarette aus der Hand und drückte sie aus. Sie schaute zurück, in seine schönen braunen treuen Teddybär Knopfaugen. Mali spürte die Vertrautheit zwischen ihnen und plötzlich küsste er sie.
Er küsste sie so voller Leidenschaft und Pein, dass sie ihn am liebsten einfach nur aus Mitleid geknuddelt hätte. Er klammerte sich so stark an sie, dass es schien, als wäre er ausgehungert.
Sein Bauch fing an zu rebellieren und sein Verstand setzte aus.
Toms ganzer Körper kribbelte. Er hatte es so vermisst Mali einfach nur zu küssen. Sie lieben zu dürfen, ohne Konsequenzen. Ohne jegliche Störfaktoren. Sie lediglich spüren zu können.
Umarmen zu dürfen, ihren wunderbaren Duft einatmen zu können.
Es tat so gut und doch war es verboten.
Sanft strich sie ihm unter sein langes Shirt, sie ließen sich gemeinsam nach hinten fallen und liebkosten gegenseitig ihre Lippen.
Sie strich sanft mit ihren Nägeln den Ansatz seines Sixpacs nach und er stöhnte leicht auf.
Er fing an sie zu verwöhnen und hier und da seine Zunge ein zusetzten. Sie genoss seine Berührungen. Malika fühlte sich in alte Zeiten versetzt. An den Anfang ihrer Beziehung zu Tom. An die Zeit, in der noch alles in Ordnung war.
An genau die Zeit, in der es Bill für sie noch gar nicht gab. Sie hatte Tom geliebt. Sie hatte ihn abgöttisch geliebt. Es tat ihr unglaublich leid, was damals passiert war. Wäre dies nicht gewesen, dann wären sie und Tom wahrscheinlich noch immer zusammen.
Ihre Küsse wurden immer leidenschaftlicher und verlangender und Tom fing an Mali auszuziehen. Erst ihr Hemd, dann ihren BH, dann ihre Hose und letzten Endes ihren Tanga. Seine Hand verschwand zwischen ihren Beinen, wo sie sich gekonnte bewegte und Malika zum stöhnen brachte. Am liebsten wäre sie jetzt über Tom hergefallen und doch ließ sie ihn machen, denn schließlich wusste sie nicht wie weit er gehen wollte.
Mali stöhnte wieder, merkte, dass sie gleich zum Orgasmus kommen würde, und kam kurze Zeit später mit einem lauten; „Tooooom!“
Mali verschnaufte einen Moment und zog Tom wieder zu sich, küsste ihn, berührte ihn, bald war auch er nackt. Sie stütze sich auf seinem Bauch ab und fing an über sein Glied zu lecken.
Tom stöhnte auf. Sie saugte, küsste und schließlich umschloss sie es mit dem Mund und begann rhythmische Bewegungen zu machen. Leicht biss sie zu, was Tom dazu veranlagte wieder zu stöhnen. Lauter als sonst.
„Mali… Oh Gott… Ich halt das nicht mehr aus…“, stöhnte er rau.
„Was soll ich da jetzt gegen machen?“, fragte sie und schaute ihn frech an.
Finn war inzwischen völlig aus ihren Gedanken verbannt, im Moment zählte nur das hier und jetzt. „Weiß nicht.“, hauchte er und zog sie zu sich hinauf um sie küssen zu können.
Automatisch drang er in sie ein. Malika fing an sich zu bewegen. Stöhne lustvoll auf und spürte ihn tief in sich. Sie bewegte sich immer schneller und leidenschaftlicher. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Sie beobachtete Tom, wie er stöhnte, sich unter ihr wand und seine Hände sich im Bettlaken festkrallten.
Der Anblick, der sich ihr bot, veranlasste sie sich noch schneller zu bewegen, bis er sich schließlich mit einem lauten Stöhnen in ihr ergoss. Mali bewegte sich noch einen Moment weiter und kam dann selbst.
Malika rollte sich neben ihn und er zog sie an sich. Sie küssten sich.
„Ich liebe dich.“, hauchte er.
„Ich weiß.“, erwiderte sie.
Er fing wieder an sie zu küssen. Leidenschaftlich, verlangend. Drückte sich ganz nah an sie und Malika merkte, wie die Erregung sich in ihr und in ihm breit machte.
Nach dem dritten Mal Sex mit Tom hatte Malika aufgehört zu zählen. Es war einfach wunderschön. Als Mali am nächsten Morgen erwachte, wusste sie erst gar nicht wo sie war, doch dann kamen die Erinnerungen wieder, an den Streit mit Finn, sowie auch an den Sex mit Tom. Langsam traten ihr die Tränen in die Augen…

Chapter ten:


Wie hatte sie das tun können? Wie? Was um alles in der Welt hatte sie dazu gebracht mit Tom zu schlafen?
Sie wusste keine Antwort auf diese Fragen, sondern stand nur wortlos auf, zog sich an und machte sich dann auf den Heimweg. Sie musste auf Arbeit. In die Redaktion, für die sie Fotografierte und für die sie arbeitete.
Den ganzen Weg lang nach Hause weinte sie. Wieder hatte sie Schwierigkeiten zu erkennen, wo sie lang lief, doch eigentlich kannte sie den Weg auswendig und wusste wo sie hin musste. Immer wieder wischte sie sich die Tränen aus den Augen und immer wieder bahnten sich neue an.
Was hatte sie nur gemacht?
Doch sie wusste, dass sie Finn nicht betrogen hatte, dennoch schien es ihr, als hätte sie es getan. Das schlechte Gewissen machte sich in ihr breit und schließlich kam sie heulend und völlig geschafft zu Hause an.
Mali ließ ihre Tasche achtlos in die Ecke fallen und machte sich nach oben. Zeit zum Duschen hatte sie noch und so stand sie einige Minuten später unter der Dusche.
Das heiße Wasser linderte ihren Schmerz nicht und auch nicht ihre Enttäuschung, ebenso wenig wie ihr schlechtes Gewissen.
Dennoch machte sie das Wasser nach etwa einer Viertelstunde aus und trocknete sich ab.
Nur mit einem Handtuch lief sie in ihr Zimmer und zog sich etwas an.
Der Blick auf die Uhr verriet ihr auch, dass sie nicht noch länger trödeln durfte, denn sonst würde sie zu spät kommen.
In ihrem Job machte das alles andere als einen guten Eindruck, wobei sie bisher immer pünktlich war.
Die Tränen fanden nach wie vor einen Weg nach draußen und so ließ sie es gleich ganz bleibe mit dem Schminken und machte sich so auf den Weg zur Arbeit.
Dort angekommen verlangte sie nach einem ganzen Berg Arbeit um sich irgendwie abzulenken.
Es gelang nicht so gut, aber dennoch bekam sie Bilder zu Gesicht, die irgendwie zu ihrer Stimmung passten. Schwarz. Grau. Dunkel.
Depri eben, wie sie fand. Doch immer wieder fanden ihre Gedanken einen Weg zu Finn. Wie sollte es weitergehen? Sie konnte sich noch immer nicht vorstellen, dass es aus zwischen ihnen war. Sie wollte es nicht wahrhaben, glauben.
Nein. Es ging einfach nicht. Wie auch? Sie liebte ihn.
Und dann die Sache mit Tom.
Der Sex.
Er war so unendlich geil. Malika fühlte sich in die Zeit zurückversetzt, in der sie mit ihm noch glücklich gewesen war. Unbeschwert ihr Leben mit ihm genießen konnte. Wobei sie dennoch von Anfang an gemerkt hatte, dass sie nicht immer das Wichtigste für ihn war. Doch sie hatte sich dem Gefügt und war dennoch glücklich.
Nach getaner Arbeit machte Mali sich wieder auf den Weg nach Hause. Es war völlig ungewohnt für sie. Nicht zu Finn. Nicht mal in seine Nähe zu können. Zu gehen.
Sie wusste, dass es ihm etwas ausmachen würde. Das er verletzt sein würde.
So ging das die nächsten drei Wochen. Immer versuchte sie sich mit arbeiten abzulenken. Immer wieder trieb sie es in die Dunkelkammer, sodass man ihre Tränen nicht sah.
Doch konnte das Ewig so weitergehen?
Mit Tom sprach sie ab und zu am Telefon, aber noch wollte sie kein weiteres Treffen. Das, was damals passiert war, saß ihr noch zu tief in den Knochen und auch das schlechte Gewissen plagte sie noch.
Wie fast jeden Morgen wachte Mali mit Tränen auf, oder musste gleich wieder weinen, denn der erste Gedanke am Morgen führte zu Finn.
Heute allerdings, musste sie sich beeilen um rechtzeitig ins Bad zu kommen. Mindestens dreimal musste sie sich übergeben. Der Brechreit schien kein Ende zu nehmen, doch nach etwa einer Stunde hatte sie sich wieder beruhigt. Warum in allen Herrgottsname musste sie sich übergeben? In letzter Zeit hatte sie immer weniger gegessen. Sie bekam einfach nichts runter. Also, dass sie etwas Schlechtes gegessen hatte, schloss Mali sofort aus. Aber was war es dann?
Mali überfiel dieser Brechreiz auch noch die folgenden Tage und auch der Hunger kam allmählich zurück. Dennoch wusste sie immer noch nicht, was los sei.
Zufällig bekam sie in einem Gespräch ihrer Kollegin mit, dass eine Freundin von ihr schwanger sei. In diesem Moment hätte Mali alles darum gegeben, um im Erdboden zu versinken. Zu verschwinden. Für immer. Und nie wieder auftauchen.
Sie war nicht schwanger, nein. Und doch schien es logisch.
Um aber Gewissheit zu haben, rief sie sofort bei ihrer Frauenärztin an, und erkundigte sich nach einem Termin. Den bekam sie auch. Gerade hatte sie das Gespräch beendet, da rief Tom an.
„He, Süße, geht’s dir schon wieder besser?“ „Tom…, ich…ich hab’ eine riesen Angst…, deshalb…, hast du heute Nachmittag Zeit?“, fragte sie ihn und schickte sämtliche Stoßgebete in den Himmel, dass er Zeit haben würde.
Die Antwort kam prompt:


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